zum Gedenken

Helga Reich

Fr├╝hb├╝rgerliche Revolution in unserem Territorium

Luther / Einsiedel

Gedanken ├╝ber Frondienste

Herausgeber: Rat des Kreises Geithain - Abteilung Kultur

Martin Luther schrieb am 12. Januar 1541 an seinen Mitstreiter Georg Spalatin, zu jener Zeit Superintendent in Altenburg:
"Die Einsiedel sind ein seltenes und einzigartiges Licht im Dunkel jenes verworrensten Adels dieses Jahrhunderts".

Was bewog wohl den Reformator, der sich in den letzten zwei Jahrzehnten seines Lebens vor allem auch mit gro├čen und kleinen Streitfragen besch├Ąftigen musste, weil er von Freund und Feind dazu getrieben wurde, Recht auf Erden im Sinne des Evangeliums zu sprechen, zu einem solchen Urteil ├╝ber eine der damals bedeutendsten, weil auch ├Âkonomisch starken Adelsfamilien Sachsens?

In welchem Verh├Ąltnis standen die Einsiedel zu den f├╝hrenden Reformatoren?

Der bereits im Jahre 1522 verstorbene Haugold bzw. Haubold von Einsiedel war Rat am Hofe Friedrichs des Weisen und machte sich dort vor allem in den Jahren 1521/22 um die Sache der Reformation verdient, zu einem Zeitpunkt als Luther auf der Wartburg verborgen war. Martin Luther w├╝rdigte diese Haltung durch die Widmung von Schriften und mit pers├Ânlichen Kontakten, so z.B. in Eilenburg bei einem Treffen einiger kurf├╝rstlicher R├Ąte mit Luther und Melanchthon am 13. November 1520. Dieses fr├╝he Bekenntnis des humanistisch gebildeten Haugold von Einsiedel zu Luther und zu einer Erneuerung der Kirche wurde seinen wesentlich j├╝ngeren Halbbr├╝dern, Heinrich Hildebrand und Heinrich Abraham, zum Vorbild.

So geh├Âren alle drei Einsiedel zu den ersten adligen Vertrauten der Reformatoren in Sachsen und f├Ârderten mit den ihnen m├Âglichen Mitteln auch Reformbestrebungen ├╝ber theologische Fragen hinaus. Eine weitere Besonderheit sei noch angedeutet: Das fr├╝he Bekenntnis der Einsiedel zur Lehre Luthers war vor dem Jahre 1539 insofern mit Gefahr f├╝r Besitz und Eink├╝nfte verbunden, als etwa die H├Ąlfte ihrer Schl├Âsser, G├╝ter und D├Ârfer im herzoglich-albertinischen Teil Sachsens gelegen war. Herzog Georg, strenger Gegner der Reformation, war deshalb im Jahre 1523 nur widerwillig zur Belehnung der zwei j├╝ngeren Br├╝der mit deren auf seinem Territorium gelegenen G├╝tern bereit, hatte er doch von ihrem Bekenntnis zu Luther, ja mehrfachen freundschaftlichen Kontakten erfahren.

Die Differenzen spitzen sich 1527/28 derartig zu, dass Herzog Georg 18 D├Ârfern verbot, weiterhin den Einsiedels Dienste und Abgaben zu leisten; diese hatten die Bauern nun direkt an landesherrliche ├ämter abzuf├╝hren. Die Einsiedelschen Br├╝der werden aufgefordert, ihre im herzoglichen Gebiet liegenden Besitzungen bis zum 24. August 1528 zu verkaufen, wenn sie weiterhin der "ketzerischen Lehre" anh├Ąngen wollen.

Mit einigen der sich hierdurch ergebenden Konflikten wurden Spalatin und Luther - durch Briefwechsel Ende 1527/Anfang 1528 nachweisbar - konfrontiert und Luther riet den Einsiedel dabei, nicht ihre Besitzungen aufs Spiel zu setzen. Die lutherischen Prediger sollte man aus dem Gebiet Herzog Georgs fortziehen lassen, unter Umst├Ąnden auch Pfarrstellen zun├Ąchst gar nicht besetzen.

Im allgemeinen verstanden es die Einsiedelschen Br├╝der aber auch in der Folgezeit, sich durch ein geschicktes Lavieren zwischen den jeweiligen Kurf├╝rsten und den Herz├Âgen von Sachsen, ihren Landesherren, sich diesen politisch und ├Âkonomisch nutzbar zu machen, obwohl oder vielleicht auch gerade weil ihr pers├Ânlicher Kontakt zu Luther, Melanchthon, Spalatin und anderen namhaften Reformatoren bekannt war. So diente Heinrich Hildebrand von Einsiedel in seinem Leben nacheinander f├╝nf s├Ąchsischen Kurf├╝rsten als Rat: den Ernestinern Friedrich dem Weisen, Johann und Johann Friedrich und den Albertinern Moritz und August. Unterstrichen wird die Rolle Heinrich Hildebrands von Einsiedel im politischen Geschehen dieser Jahre auch dadurch, dass die Gegner "seines" Kurf├╝rsten, an der Spitze Kaiser Karl V., am 18. April 1547 mit ihren Heeren in Gnandstein und Umgebung weilten, ja der Kaiser als Gegner der im Schmalkaldischen Bund zusammengeschlossenen protestantischen F├╝rsten, bei einem Anh├Ąnger Luthers ├╝bernachtete.

Der bereits im Jahre 1522 verstorbene Haugold bzw. Haubold von Einsiedel war Rat am Hofe Friedrichs des Weisen und machte sich dort vor allem in den Jahren 1521/22 um die Sache der Reformation verdient, zu einem Zeitpunkt als Luther auf der Wartburg verborgen war. Martin Luther w├╝rdigte diese Haltung durch die Widmung von Schriften und mit pers├Ânlichen Kontakten, so z.B. in Eilenburg bei einem Treffen einiger kurf├╝rstlicher R├Ąte mit Luther und Melanchthon am 13. November 1520. Dieses fr├╝he Bekenntnis des humanistisch gebildeten Haugold von Einsiedel zu Luther und zu einer Erneuerung der Kirche wurde seinen wesentlich j├╝ngeren Halbbr├╝dern, Heinrich Hildebrand und Heinrich Abraham, zum Vorbild.

So geh├Âren alle drei Einsiedel zu den ersten adligen Vertrauten der Reformatoren in Sachsen und f├Ârderten mit den ihnen m├Âglichen Mitteln auch Reformbestrebungen ├╝ber theologische Fragen hinaus. Eine weitere Besonderheit sei noch angedeutet: Das fr├╝he Bekenntnis der Einsiedel zur Lehre Luthers war vor dem Jahre 1539 insofern mit Gefahr f├╝r Besitz und Eink├╝nfte verbunden, als etwa die H├Ąlfte ihrer Schl├Âsser, G├╝ter und D├Ârfer im herzoglich-albertinischen Teil Sachsens gelegen war. Herzog Georg, strenger Gegner der Reformation, war deshalb im Jahre 1523 nur widerwillig zur Belehnung der zwei j├╝ngeren Br├╝der mit deren auf seinem Territorium gelegenen G├╝tern bereit, hatte er doch von ihrem Bekenntnis zu Luther, ja mehrfachen freundschaftlichen Kontakten erfahren.

Die Differenzen spitzen sich 1527/28 derartig zu, dass Herzog Georg 18 D├Ârfern verbot, weiterhin den Einsiedels Dienste und Abgaben zu leisten; diese hatten die Bauern nun

direkt an landesherrliche ├ämter abzuf├╝hren. Die Einsiedelschen Br├╝der werden aufgefordert, ihre im herzoglichen Gebiet liegenden Besitzungen bis zum 24. August 1528 zu verkaufen, wenn sie weiterhin der "ketzerischen Lehre" anh├Ąngen wollen.

Mit einigen der sich hierdurch ergebenden Konflikten wurden Spalatin und Luther - durch Briefwechsel Ende 1527/Anfang 1528 nachweisbar - konfrontiert und Luther riet den Einsiedel dabei, nicht ihre Besitzungen aufs Spiel zu setzen. Die lutherischen Prediger sollte man aus dem Gebiet Herzog Georgs fortziehen lassen, unter Umst├Ąnden auch Pfarrstellen zun├Ąchst gar nicht besetzen.

Im allgemeinen verstanden es die Einsiedelschen Br├╝der aber auch in der Folgezeit, sich durch ein geschicktes Lavieren zwischen den jeweiligen Kurf├╝rsten und den Herz├Âgen von Sachsen, ihren Landesherren, sich diesen politisch und ├Âkonomisch nutzbar zu machen, obwohl oder vielleicht auch gerade weil ihr pers├Ânlicher Kontakt zu Luther, Melanchthon, Spalatin und anderen namhaften Reformatoren bekannt war. So diente Heinrich Hildebrand von Einsiedel in seinem Leben nacheinander f├╝nf s├Ąchsischen Kurf├╝rsten als Rat: den Ernestinern Friedrich dem Weisen, Johann und Johann Friedrich und den Albertinern Moritz und August. Unterstrichen wird die Rolle Heinrich Hildebrands von Einsiedel im politischen Geschehen dieser Jahre auch dadurch, dass die Gegner "seines" Kurf├╝rsten, an der Spitze Kaiser Karl V., am 18. April 1547 mit ihren Heeren in Gnandstein und Umgebung weilten, ja der Kaiser als Gegner der im Schmalkaldischen Bund zusammengeschlossenen protestantischen F├╝rsten, bei einem Anh├Ąnger Luthers ├╝bernachtete.

Ein Einsiedel stand in Worms neben Luther

Mit den f├╝hrenden Reformatoren sind die Einsiedelschen Br├╝der mehrfach, vor allem in Wittenberg und Altenburg, zusammengetroffen. Zu Spalatin in Altenburg bestanden herzliche pers├Ânliche, freundschaftlich-famili├Ąre und auch durch Geldverleih Spalatins an Einsiedel unterstrichene vertrauensvolle Kontakte. Mit Martin Luther sollen die Einsiedel zur Leipziger Disputation 1519 zusammengetroffen sein. Beim Wormser Reichstag 1521 war Heinrich Abraham von Einsiedel im Gefolge Friedrichs des Weisen anwesend, und die Familiengeschichte ├╝berlieferte, er h├Ątte als 3. neben Martin Luther gestanden. Sein Bruder Heinrich Hildebrand traf 1522 in Borna mit Luther zusammen, als dieser nach seiner R├╝ckkehr von der Wartburg f├╝r zwei Tage dort beim befreundeten kurf├╝rstlichen Geleitsmann, Michael von der Stra├čen, weilte.

Dagegen gibt es ├╝ber einen Aufenthalt Luthers in Gnandstein keinen Nachweis, diese Legende ist wohl erst Ende des 19./ Anfang des 20. Jahrhunderts entstanden, als auf der Burg ein "Lutherzimmer" eingerichtet worden war. Vor 1519 w├Ąre das herzogliche

Gebiet, in dem, wie gesagt, Gnandstein damals lag, zu gef├Ąhrlich f├╝r Luther gewesen, und nach 1539 hatte Luther kaum die Zeit zu solchem Besuch, zumal die Reiseorte in der N├Ąhe auch als Treffpunkte ├╝berliefert sind; die Einsiedels weilten mehrfach in Altenburg und wohl auch im Gut Z├Âllsdorf (heute nur noch Gedenkstein bei Neukieritzsch). Das ehemalige Vorwerk hatte Luther 1540 als Leibgedinge f├╝r seine Frau K├Ąthe gekauft, hier weilte er auch gern in seinen letzten Lebensjahren. ├ťber ein gutes Verh├Ąltnis des Heinrich Hildebrand von Einsiedel zu Luthers Witwe und deren Verwandten gibt uns ein Briefwechsel aus den Jahren 1546 - 1547 Auskunft, in dem sich ersterer f├╝r die Gew├Ąhrung eines Stipendiums f├╝r K├Ąthes Neffen, Florian von Bora, zwecks Studiums an der Universit├Ąt Wittenberg einsetzen soll und mit Erfolg eingesetzt hat.

Nehmen wir aus dem umfangreichen Briefwechsel der Einsiedels mit bekannten Reformatoren eine Frage heraus, die als Besonderheit in die Geschichte der fr├╝hb├╝rgerlichen Revolution eingegangen ist:

Die Frage nach der "Rechtmäßigkeit" der Frondienste

Wir erhalten durch die Anfragen des Heinrich Hildebrand von Einsiedel bei Luther, Spalatin und Melanchthon und deren daraufhin gegebenen Antworten Einblick

in deren Ansichten dar├╝ber.

Bekannt ist uns der Inhalt von 24 Briefen zu dieser Thematik aus den Jahren 1539 bis 1549.

Konsequenzen sollten gezogen werden


Martin Luther war der Mann, der geistig die Bewegung ausl├Âste, die wir heute unter dem Begriff der Fr├╝hb├╝rgerlichen Revolution zusammenfassen. Am Beginn der ├ťbergangsperiode vom Feudalismus zum Kapitalismus stand eine zugespitzte gesellschaftliche Situation. In dieser Zeit wirkte Luther, seine Ideen wurden vom Volk aufgegriffen sowie in weiterf├╝hrende Aktionen umgesetzt.

Doch auch ein Feudalherr, wie Heinrich Hildebrand von Einsiedel, war von Luthers reformatorischem Werk ergriffen. Die lutherische Bibel├╝bersetzung, in jener Zeit erstmals ver├Âffentlicht, gab auch diesem Einsiedel die M├Âglichkeit, das Werk gr├╝ndlich zu studieren und offensichtlich seine eigene Haltung am Inhalt zu messen. Er meinte wohl, dass es nicht bei einer blo├čen Kenntnisnahme oder Zustimmung bleiben k├Ânne, sondern dass er im Rahmen seiner M├Âglichkeiten im Sinne christlicher Ideen handeln m├╝sse.

F├╝r diesen Feudalherren hatte also ebenso wie f├╝r die Bauern die Tat Luthers pers├Ânliche Konsequenzen ausgel├Âst. Bereits Valentin K├Ânig, einst Pfarrer zu Kohren, schreibt in seiner "Adelshistorie. . ." (Leipzig, 1729) ├╝ber das Legat des Heinrich Hildebrand von Einsiedel von 3765 Gulden im Jahre 1544:

"Die Ursache zu solchem Gestiffte war meistens der vorgefallene Bauer-Krieg darinnen die Unterthanen, besonders der Bauern der vielen Fr├Âhnen und Dienste wegen, einen Aufstand gemacht, dahero er sich ein gar schwer Gewissen gemacht; Ob man einen freyen Menschen mit gutem Fuge Frohne und Dienste zumuthen, abzwingen und ohne Bezahlung begehren k├Ânnte?"

Die Furcht vor einem neuen Aufstand hielt auch noch lange nach dem Bauernkrieg an und wurde, wie zum Beispiel durch die Frondienstverweigerungen der Altm├Ârbitzer Bauern, auch in den folgenden Jahren durch neue Konfliktstoffe beeinflusst. Es ist nun nur zu verst├Ąndlich, dass sowohl die Herrschenden als auch die Bauern durch ihre Advokaten rechtliche Mittel zu finden suchten, mit denen die Konflikte entsch├Ąrft oder gel├Âst werden sollten.

In dieser Situation befand sich auch Einsiedel, als er versuchte, Luthers Rat zu erhalten. Doch Luther reagierte sowohl auf die Aktionen der Bauern 1524/25 als auch auf die ├ťberlegungen Einsiedels nur im Rahmen seiner zeit- und klassenbedingten Grenzen.

Bibel belegt sowohl Bedenken als auch Antworten

Luther blieb bei seinen Antworten an Einsiedel im Prinzip bei dem, was er schon in seiner "Ermahnung zum Frieden" auf die 12 Artikel der Bauernschaft wollte: Er wandte sich gegen die ├╝bertriebene Ausbeutung durch die Feudalherren, lehnte aber die Ausbeutung nicht ab. Das entsprach Luthers Auffassung, die weltlichen Herrschaftsverh├Ąltnisse nicht zu ver├Ąndern.

Diese Einstellung unterstreicht aber auch einmal mehr Luthers soziales Empfinden f├╝r verarmte Menschen. Er wollte keine Verschlechterung der Lage der Bauern und empfahl, den Unverm├Âgenden "Linderung" zu gew├Ąhren.

Luther entlastet Heinrich Hildebrand von Einsiedel auf Gnandstein von dessen religi├Âser Furcht, mit Fronforderungen, vor allem den erst vor nicht allzulanger Zeit eingef├╝hrten, ein Unrecht zu tun, das er einst vor Gott zu verantworten habe. Interessanterweise f├╝hren sowohl die Reformatoren als auch Einsiedel f├╝r ihre "Bedenken" und Antworten Bibelstellen an.

Frondienste noch bis in das 19. Jahrhundert

Martin Luther und die anderen Reformatoren, die mit der Frage der Frondienste befasst wurden, lieferten Heinrich Hildebrand von Einsiedel um seinen Nachfolgern eine Art reformatorisches Alibi, um nach wie vor Frondienste zu fordern, die auf den gro├čen Ritterg├╝tern des heutigen Kreises Geithain meist erst um 1840 durch Geldzahlungen der Bauern abgel├Âst worden sind.

Zur Zeit des 16. Jh. als die Hoffnungen der Bauern auf freiz├╝gige Entscheidung ├╝ber ihren Arbeitstag in Spitzenzeiten der Landwirtschaft f├╝r weitere Jahrhunderte zunichte gemacht wurden, waren die Frondienste in verschiedenen deutschen Territorien, auch in Westeuropa teilweise schon seit dem Mittelalter aufgegeben und durch "Dienstgeld" ersetzt worden, so wie es die Altm├Ârbitzer Bauern bis Ende des 15. Jh. auch nur gezahlt hatten, allerdings an ihre fr├╝heren Herrn.

Brief Martin Luthers an Heinrich Hildebrand von Einsiedel auf Gnandstein, Wittenberg den 30. April 1545

Dem gestrengen und vhesten Er Heinrich von Einsidel zum Gnanstein, meinem besondern gunstigen herrn und freunde.

GNade und Friede ym Herrn! Gestrenger, Vhester, lieber herr und freund! Auff ewr angezeigte fragen hab ich kurz an den rand meine meinung verzeichent. Aber wol hat mirs gefallen, das yhr ein solch zart gewissen habt', niemand gern wollen wissentlich unrecht zu thun. Gleichwol ist die weit bose, und der baur hat seer diebische negel an den fingern', und ist nicht beunisch, sondern Doctorisch gnug, das seine zu suchen', Wo man nicht vleissig drauff sihet. Denselben mus man scharf auf die schantze sehen.' Aber wo es arme, gute leute sind, da werden sich E. G. wol wissen Christlich mit nachlassen etc. zu halten. Das mehren teil, sonderlich die nicht so arm sind, geitzen so getrost, das wir uns auf unserm marckt mussen schinden und schaben' lassen, wie alle weht klagt. Hie mit dem lieben Gott befohlen, der euch behute fur allem ubel, Amen. Am letzten Apnilis 1545.

Martinus LutheR D.

Die Gemeinde Altm├Ârbitz - ein Beispiel des b├Ąuerlichen Widerstandes gegen erh├Âhte Ausbeutung im 16. Jahrhundert.

F├╝r Altm├Ârbitz sind im Fr├╝hjahr 1525 Bauernversammlungen belegt, in denen die "12 Artikel" beraten worden sind. Aus der H├Âhe der Strafgelder f├╝r alle 25 Besitzer von Bauernh├Âfen nach der Niederlage im deutschen Bauernkrieg ist zuschlie├čen, dass sich die gesamte Gemeinde an den revolution├Ąren Aktionen im Altenburg-Bornaer Gebiet beteiligt hat. Dieser Ort und andere D├Ârfer der Grundherrschaft Gnandstein (Bocka, Eschefeld, Flemmingen, Jahnshain, Linda, Meusdorf und Neuenm├Ârbitz) stehen an der Spitze der Strafgeldliste im Amt Altenburg.

Die 25 Bauern von Altm├Ârbitz sind aber auch diejenigen, die sich nachweislich jahrzehntelang gegen eine Erh├Âhung der Frondienste, ja gegen die Frondienste ├╝berhaupt, wehrten und dabei Prozesse gegen die Gnandsteiner Familie von Einsiedel bis vor das kurf├╝rstliche Hofgericht in Wittenberg gef├╝hrt haben. So verweigerten sie z. B. die nach dem Tod Haugolds von Einsiedel 1522 seinen Br├╝dern neuerlich zu erweisende "Erbhuldigung" und leisteten in den Jahren 1523 bis 1525 die von ihnen geforderten Frondienste nicht oder jedenfalls nicht im verlangten Umfang. Als Begr├╝ndung gaben sie an, fr├╝her keine Frondienstverpflichtungen, sondern nur ein "Dienstgeld" von 6 Schock und 19 Groschen an ihre damaligen geistlichen Herren in Altenburg gezahlt zu haben, und der im Jahre 1457 erfolgte Tausch ihres Dorfes gegen andere D├Ârfer k├Ânnte ihre Bedingungen nicht verschlechtern. Sie berufen sich ausdr├╝cklich auf ihre alten "Gewohnheiten und Gebrauch". Weiterhin hei├čt es in einer Beschwerde der Gemeinde vom 16. August 1525, also wenige Monate nach der blutigen Niederschlagung des Bauernkrieges, dass sie jetzt den Einsiedels als ihren neuen Herren nicht nur das Dienstgeld weiterzahlen

m├╝ssten, sondern au├čerdem noch alle Fronen zu leisten haben, "wie man sie erdenken kann, mit Holzhauen, alles Getreide, Erbsen, Hafer, Gerste pfl├╝gen, eggen, s├Ąen, Gras und Grummet hauen, machen und einfahren, Korn schneiden und das bei eigener Kost". Die Bauern beschweren sich au├čerdem noch ├╝ber die Frondienste des Schafescherens und die wegen der verst├Ąrkten Schafhaltung des Rittergutes Gnandstein auf ihren Feldern ausge├╝bte Trift. "Das alles ist neben dem Frongeld mit Gewalt und Zwang eine Zeitlang gemacht worden, ungef├Ąhr l├Ąnger als ein Jahr, was aber vorher nie gewesen ist; . . . seyndt oberzcaltte beschwerunge fronne vnd dynste mith der zceyt cyntzeln, eynnes nach dem andern vif vns mith schwindigkeyt getribe(n), die wyr armme leutte nicht lenger ertragen(n) mogen(n)"...

In der gleichen Beschwerde lehnen die Altm├Ârbitzer Bauern auch das grundherrliche Gnandsteiner Gericht ab, bei dem Einsiedel "Kl├Ąger und Richter sein will".

Hier haben wir organisierte Formen des Klassenkampfes, unterst├╝tzt von durch Bauern bezahlte Advokaten vor uns, entschlossene Formen der Abwehr feudaler Willk├╝r. Trotz eines sogenannten Vertrages vom Jahre 1534 gehen die Streitigkeiten um einzelne Frondienste, vor allem auch die geforderten Baudienste f├╝r Burg und Rittergutsgeb├Ąude in Gnandstein und Wolftitz, bis 1549 weiter. Da Heinrich Hildebrand von Einsiedel in seinen "Bedenken" an Melanchthon im Jahre 1549 ausdr├╝cklich neben Niedergr├Ąfenhain auch Altm├Ârbitz erw├Ąhnt, k├Ânnen diese Orte unseres Kreises mit Fug und Recht f├╝r sich in Anspruch nehmen, den Ansto├č zu derartigem Schriftwechsel eines Feudalherren mit den Reformatoren gegeben zu haben.

Vor welchem ├Âkonomischen Hintergrund vollzogen sich diese Entwicklungen, was bewegte letztlich Denken und Handeln des damaligen Gnandsteiner Feudalherrn?

Der Kern des umfangreichen Besitzes der Einsiedel in Sachsen befand sich in der Zeit der Fr├╝hb├╝rgerlichen Revolution im Territorium des heutigen Kreises Geithain. Etwa ein Drittel seiner jetzigen Fl├Ąche war damals in der Hand der Einsiedel. Gnandstcin mit umliegenden D├Ârfern war der Mittelpunkt; Prie├čnitz geh├Ârte bis zum Jahre 1534 einer Nebenlinie. Obwohl die Familie von Einsiedel mit Gnandstein und Zubeh├Âr erst Anfang des 15. Jahrhunderts beliehen worden war, verstanden es die jeweiligen Besitzer im Laufe von etwa 100 Jahren, ihren Einflu├č erheblich zu erweitern.

Schlie├člich wurden 16 D├Ârfer im heutigen Kreis Geithain mit ihrem ihrem Boden, mit bebautem und unbebautem Grund und vor allem ihren Menschen feudal abh├Ąngig, damit ihre Untertanen. Von weiteren mehr als zehn D├Ârfern unseres Territoriums besa├čen die Einsiedel kleinere oder gr├Â├čere Anteile an Grund und Boden, und damit an der Arbeitskraft von Menschen, die zu Frondiensten, zu Geld- und Naturalabgaben verpflichtet waren. Diese Anteile waren meist Pfandbesitz f├╝r vorgestrecktes Kapital und von Schuldnern dann verkauft. In einigen D├Ârfern hatten die Einsiedel die H├Âfe kleinerer Feudalherren mit dazugeh├Ârigen Rechten aufgekauft oder auch Bauernstellen an sich gezogen, Bauern gelegt. Aus diesen G├╝tern waren etwa 12 Einsiedelsche Vorwerke entstanden, meist mit einer f├╝r damalige Zeit schon beachtlichen Viehwirtschaft.

Zum Einsiedelschen Feudalbesitz geh├Ârten auch D├Ârfer oder Dorfanteile in den heutigen Kreisen Altenburg und Rochlitz.


Die bedeutendste Besitzerweiterung gelang aber Ritter Heinrich von Einsiedel im Jahre 1492 mit dem Erwerb der Herrschaft Scharfenstein im Erzgebirge, zu der weitere zehn D├Ârfer und au├čerdem ein Schlo├č mit zwei Vorwerken geh├Ârte.

Im Jahre 1495 wurden Haus und Hof in Dresden erworben, und seit 1455 geh├Ârten den Einsiedel zwei Weinberge bei Lobeda/Jena. Gut verwahrt auf dem Gnandstein lagen schlie├člich 9 Anteilscheine - Kuxen - an Bergwerken in Geyer und Annaberg, so da├č nach Gnandstein schon seit vielen Jahren der Gewinn von den Ertr├Ągnissen des erzgebirgischen Bergbaus in reichen Str├Âmen floss.

Auf Anh├Ąufung von Reichtum bedacht

Diese Bergbauverbindungen der Einsiedel wurden wohl auch gef├Ârdert durch Verheiratung des Ritter Heinrich mit T├Âchtern aus dem Hause Sch├Ânberg (Stollberg/Sachsenburg) - seiner ersten und seiner dritten Frau. Die zweite - kinderlos verstorbene Frau - war eine geborene von Schleinitz, stammt somit aus einem der reichsten s├Ąchsischen Geschlechter. Schlie├člich heiratete der 20j├Ąhrige Heinrich Hildebrand von Einsiedel im Jahre 1517 Elisabeth von Haugwitz aus einem um Markkleeberg und M├Âlbis beg├╝terten Geschlecht, ├╝brigens auch fr├╝hen Anh├Ąngern der Reformation. Insgesamt eine kluge und wirtschaftlich sicher Nutzen bringende Heiratspolitik der Einsiedelgenerationen im 15. und 16. Jahrhundert. Erbschaften und Heiratsgut waren schon gute Grundlagen f├╝r die Entscheidungen dessen, der auf der Burg Gnandstein sa├č, und von dem der Biograph Kurt Krebs schreibt: ┬äHeinrich von Einsiedel war wacker auf die Vermehrung seines pers├Ânlichen Gutes bedacht."

Ein Verm├Âgen, f├╝r dessen Umfang auch die an die Landesherren zu zahlenden Steuern einen Anhaltspunkt bieten:

Bei etwa 200 gr├Â├čeren Feudalherren - "Schrifts├Ąssigen" - gab es 1488 im albertinischen Sachsen zehn mit einem Steueraufkommen ├╝ber 100 Schock, sie waren meist zugleich R├Ąte des Landesherrn, und unter ihnen nahmen die Einsiedel nach den Schleinitz, Sch├Ânberg und Miltitz den vierten Platz ein! Im Jahre 1522, als die "T├╝rkensteuer" erhoben wurde, standen die Einsiedel als dritth├Âchste Steuerzahler des Landes.

Da ihre L├Ąndereien in zwei unterschiedlichen wettinischen Machtbereichen lagen, ist wohl die ├Âkonomische Stellung zeitweilig noch h├Âher anzuschlagen. Da aber die Erbteilung der Br├╝der Heinrich Hildebrand und Heinrich Abraham im Jahre 1534 das Verm├Âgen halbierte, wollen wir es bei der vorgenannten Einstufung belassen. Die Herrschaften Sahlis und Scharfenstein geh├Ârten bis 1568 nicht mehr der Familie des Gnandsteiner Feudalherren, sollen also in der nachfolgenden Betrachtung ausgeklammert werden.

Das Gewissen wird beruhigt

Wohl bis an sein Lebensende war Heinrich Hildebrand von Einsiedel von Glaubenskonflikten und Gewissensn├Âten, orientiert am Evangelium, bewegt. Das ist auch aus einem Briefwechsel zu erkennen, den er noch kurz vor seinem Tode, in den Jahren 1556 und 1557 mit dem zu dieser Zeit in G├Â├čnitz wirkenden namhaften Theologen Martin Wolf f├╝hrte. Auch hier wurden Fragen nach dem rechten Verh├Ąltnis zur Bauernschaft, zu Frondiensten f├╝r gelegte Bauernstellen und dem Gewinn aus Geldverleih und Holzverkauf aufgeworfen. "So saget auch die Heilige Schrift: Wehe denen, die ein Haus an das andere ziehen und einen Acker zum anderen bringen", zitiert Wolf die Bibel und damit wandte er sich gegen das Bauernlegen. Zugleich aber wollte er, wie auch die anderen Reformatoren, den Bauern nicht eine zu gro├če Freiheit zubilligen, denn Einsiedel "tut nicht Unrecht", wenn er die "ungehorsamen Bauern

rechtlich zum Gehorsam zwinge...". Als Heinrich Hildebrand sein Testament verfasste, da konnte er ein Verm├Âgen von 120 bis 150 Tausend Gulden vererben, darunter etwa 30 bis 40 Tausend Gulden Bargeld und vier Ritterg├╝ter (Gnandstein, Prie├čnitz, Wolftitz und Syhra/Hopfgarten). Dieser Besitz wurde unter seinen noch lebenden f├╝nf S├Âhnen ausgelost, ein Sohn erhielt dabei ein "Geldlos". Au├čer der Witwe wurden auch die f├╝nf verheirateten T├Âchter nochmals reichlich bedacht. Bei diesen Betr├Ągen lie├čen sich zur "Gewissensberuhigung" leicht jene 3765 Gulden f├╝r die Einsiedelschen D├Ârfer zur j├Ąhrlichen Nutznie├čung der davon abfallenden Zinsen aussetzen, auch die 1000 Gulden f├╝r das Hospital in Kohren (1534 noch von beiden Einsiedelschen Linien gegr├╝ndet) und die 200 Gulden zur Unterst├╝tzung von Witwen und Waisen der Pfarrer in verschiedenen D├Ârfern.

Tendenzen frühkapitalistischer Entwicklung auf dem Lande

Deshalb muss zu den Beweggr├╝nden, die Einsiedel zum Briefwechsel mit den Reformatoren veranlassten, bei allem Respekt vor solchen Gewissensbissen eines Feudalherren, hinzugef├╝gt werden: Die Familie Einsiedel besa├č eine ├Âkonomische Basis, durch die sie ohne weiteres auf Ertr├Ągnisse aus den Frondiensten verzichten konnte, zumal deren Umwandlung in Geldrenten den Ausfall ersetzt h├Ątte.

Damals waren schon erste Zeichen einer fr├╝hkapitalistischen Entwicklung (z. B. Ausbau der "Vorwerke") zu erkennen, bei der auch auf dem Lande Feudalherren begannen, den Glauben an den Wert der Arbeitsrente zu verlieren und bei reichlich vorhandenen eigenen Betriebsmitteln Geldrente und Lohnarbeit vorzogen. Die Zahl der G├Ąrtner und H├Ąusler, der nicht- oder kleinstb├Ąuerlichen, minderberechtigten Schichten ├╝berwog sowieso in den Einsiedelschen D├Ârfern die Anzahl der Pferdncr, der Gespannbauern. In Gnandstein selbst,

leicht "greifbar" f├╝r das Rittergut, vollzog sich dann bis 1745 folgende Entwicklung: 36 H├Ąusler ohne das Produktionsmittel Boden, standen 13 Kleinh├╝fnern und zwei Spannbauern gegen├╝ber. F├╝r das 16. Jahrhundert gibt es noch eine interessante Feststellung ├╝ber die Sozialstruktur in den ehemals Einsiedelschen D├Ârfern: Im Vergleich mit benachbarten Orten des platten Landes konzentrieren sich hier auch die sogenannten Inwohner, das sind haus- und grundbesitzlose Hausgenossen (Mieter) und Dienstboten (Knechte und M├Ągde). Dazu gez├Ąhlt werden auch die mitarbeitenden Familienangeh├Ârigen (nicht erbberechtigte Geschwister, Ausz├╝gler u. a.). Die verst├Ąrkte Konzentration all dieser landlosen Schichten in dem Herrschaftsbereich der Einsiedel, deren Anteil an der Entwicklung der Vorwerke zeigt: die potentiellen Arbeitskr├Ąfte eines k├╝nftigen Agrarkapitalismus waren bereitgestellt.

Die Zeit war noch nicht reif

Doch f├╝r solche grundlegenden ├Âkonomischen Ver├Ąnderungen war die Zeit in der Mitte des 16. Jahrhunderts noch nicht reif. Auch die Reformatoren wussten es nicht so genau, ob es wirklich "Gottes Wille" war, die "Untertanen" in den D├Ârfern ganz aus den feudalen Bindungen zu entlassen, ihnen mehr Rechte und Freiheiten zu geben. Die aktive Rolle des "gemeinen Mannes" zur Zeit des deutschen Bauernkrieges war nicht in ihrem Sinne, deshalb sollten die Bauern weiterhin "mit b├╝rdenn beladen sein".

Es kam noch einmal zu einer Stabilisierung des Feudalsystems, auch in den D├Ârfern um Gnandstein.

Heinrich Hildebrand von Einsiedel folgte dem Rat Luthers und hob nur einige, besonders strittige Fronen, auf, im wesentlichen blieben sie

aber mit 15 Tagen Spanndiensten und 12 Tagen Handdiensten f├╝r Pferdner und 18 Tagen Handdiensten f├╝r Hinters├Ąsser (G├Ąrtner) im Jahr bestehen; wurden allerdings z.B. bei G├╝terteilungen bis zur Gr├Â├če einer Viertelhufe auch geringer angesetzt.

Die Frondienste des Rittergutes Gnandstein, ├╝berliefert im Register von 1599, zeigen 66 Punkte ├╝ber den Erntedienst, 16 Baufronen, 6 Wach-, 5 Woll-, 4 Jagd-, 4 Holz-, 3 Tafel- und 3 Flachsdienste.

Den Bauern gegen├╝ber konnte sich Einsiedel auf Luthers Empfehlung berufen, seinen Klassengenossen gegen├╝ber hatte er sich nicht mehr zu rechtfertigen, denn sie hatten ihn wegen seiner ┬äBauernfreundlichkeit" schon lange beargw├Âhnt (Wolf von Ossa z.B. im Jahre 1550).

Interessant und widersprüchlich

Heinrich Hildebrand von Einsiedel wurde so zu einer der interessanten, aber auch widerspr├╝chlichen Pers├Ânlichkeiten im Zeitalter der Fr├╝hb├╝rgerlichen Revolution. Seine ├Âkonomisch richtigen und dem sozialen Fortschritt dienenden Gedanken blieben

damit in Ans├Ątzen stecken. Mit einigen Entscheidungen ├╝ber Frondiensterleichterungen und soziale Stiftungen konnten die sozialen Gegens├Ątze in seinen und seiner Nachfahren D├Ârfern auf die Dauer nicht entsch├Ąrft werden.

Zum Schluß soll noch die vielgestellte Frage nach dem Verbleib der Originalbriefe Luthers und der anderen Reformatoren,

die sich bis zur Demokratischen Bodenreform im Privatbesitz der letzten Einsiedels auf der Burg Gnandstein befanden, beantwortet werden.
Diese kitten auf Grund der Verordnung ├╝ber das nichtlandwirtschaftliche Inventar in Ritterg├╝tern und Schl├Âssern vom Dezember 1945 als zum Kulturbesitz unseres Volkes geh├Ârig, in ein staatliches Archiv ├╝berf├╝hrt werden m├╝ssen. Der letzte Einsiedel sah aber diese wertvollen St├╝cke auch weiterhin als sein Privateigentum an, und obwohl er bis zu seinem Tode auf dem Territorium der DDR wohnte, wurden die Reformatorenbriefe nach

und nach an einen Westberliner Autographenh├Ąndler verkauft.
Im dortigen Auktionshaus Gerd Rosen sind die unersetzlichen Kulturg├╝ter in den Jahren 1954 bis 1961 zu hohen Preisen versteigert worden und wohl meist an unbekannte private Sammler gelangt.

Wir verdanken den Inhalt der Briefe vor allem den seit dem 18. Jahrhundert besorgten Drucken, die gr├Â├čtenteils auch zur Grundlage der Aufnahme in Luthers Briefwechsel in "D. Martin Luthers Werke, Kritische Gesamtausgabe" (WA)" geworden sind - ein Werk, das erst in unserer Zeit beendet wurde.



Kanzel in der Jacubskirche Tautenhain, entstanden um 1560.
Der dreiseitige Kanzelkorb, 1903 in Holz erneuert, zeigt die Brustbilder von Luther und Melanchthon

Der Inhalt st├╝tzt sich auf Quellen aus den Staatsarchiven Dresden, Leipzig und Weimar und folgende Literatur:

Albert, F. R. Der Briefwechsel Heinrichs von Einsiedel mit Luther, Melanchthon, Spalatin u. a.
Grimma 1908
Czok, K.Der Widerhall des deutschen Bauernkrieges in Leipzig 5524/5525, in: Der Bauer im Klassenkampf. Studien zur Geschichte des deutschen Bauernkrieges und der b├Ąuerlichen Klassenk├Ąmpfe im Sp├Ątfeudalismus,
Berlin 5975, S. 111 ff.
Straube, M.├ťber Teilnehmer und Folgen b├Ąuerlicher Unruhen im kurs├Ąchsischen Amt Altenburg w├Ąhrend des Bauernkrieges, in: ebenda S. 255 ff.
Heitz, G.
Reich, H.
Unger, M.
Dokumente zur Geschichte des b├Ąuerlichen Klassenkampfes 1525-1790 im Staatsarchiv Leipzig, in: Wiss. Zeitschrift der Wilhelm-Pieck-Universit├Ąt Rostock, Jg. XXVII 1978, S. 595 ff.
Kapp, J. E.Kleine Nachlese einiger gr├Â├čtenteils noch ungedruckter und sonderlich zur Erl├Ąuterung der Reformationsgeschichte n├╝tzlicher Urkunden, Bd.I Leipzig 1727
Krebs, K.Haugold von Einsiedel auf Gnandstein, der erste Lutheraner seines Geschlechts, Leipzig 1895
ders. Heinrich von Einsiedel auf Gnandstcin und Herzog Georg der B├Ąrtige von Sachsen vor dem Jahre 1528, Leipzig 1896
Weimarer Lutherausgabe, Briefe
Mehlhose, Ph. Beitr├Ąge zur Reformationsgeschichte Ephorie Borna, Leipzig 1935
Werl, E.Die Familie von Einsiedel auf Gnandstein w├Ąhrend der Reformationszeit in ihren Beziehungen zu Luther, Spalatin und Melanchthon, in: Herbergen der Christenheit - Jahrbuch f├╝r deutsche Kirchengeschichte, Leipzig/Berlin Jg. 1973/74 S. 41 ff.

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