zum Gedenken
Bombenhagel auf Leipzig - Luftangriff am 4. Dezember 1943
Nach dem Bombenangriff vom 4. Dezember 1943 brannte der Dachstuhl des Alten Rathauses aus. Nachbargebäude am Leipziger Markt wurden komplett zerstört.
© Richard Kelling / Stadtgeschichtliches Museum

Den schwersten Luftangriff im Zweiten Weltkrieg erlebte Leipzig in den frühen Morgenstunden des 4. Dezember 1943. Zwischen 3:50 und 4:25 Uhr überflogen britische Bomberverbände nach einer Täuschung der deutschen Luftverteidigung Leipzig mit circa 400 Maschinen in drei eng aufgeschlossenen Wellen. Nach dem Setzen der als "Christbäume" bezeichneten Zielmarkierungen fielen innerhalb kürzester Zeit unvorstellbare Mengen an Brand- und Sprengbomben, darunter auch Phosphorbomben, auf das Stadtgebiet.

Feuersturm in Leipzig kostete Tausenden das Leben

Ungefähr zwei Stunden nach den letzten Bombenabwürfen brannte es in der gesamten Innenstadt und in vielen Leipziger Stadtteilen. Es entstand ein gewaltiger Feuersturm, der starke Bäume umknickte, Autos, Menschen und Gegenstände umwarf und im Sog mit riss. Nicht allen Leipzigern gelang es, die Keller oder Bunker wieder lebend zu verlassen, denn viele Gebäude stürzten ein und begruben Personen unter den Trümmern.

Unter den 1.815 Toten und fast 4.000 Verletzten waren neben Leipziger Einwohnern auch Fremd- und Zwangsarbeiter, Angehörige der Wehrmacht oder Evakuierte aus anderen Städten zu beklagen. Die städtischen Behörden erfassten ungefähr 140.000 Menschen als "Bombengeschädigte", die teilweise neben ihren Wohnungen auch die gesamte persönliche Habe verloren hatten. Jede fünfte Wohnung ging verloren

Innerhalb weniger Stunden zerstörten die schwer einzudämmenden Brände sowie die direkten Einschläge der Sprengbomben fast zehn Prozent der etwa 35.000 Gebäude im Stadtgebiet. Dabei gingen mit 43.100 Wohnungen fast 20 Prozent des Bestandes verloren. Ruinen prägten das Bild auf den Straßen und Plätzen, Tausende Gebäude wiesen Schäden unterschiedlichen Grades auf. Dies betraf öffentliche Verwaltungsgebäude, Verkehrs- und Versorgungsbetriebe, Schulen, Krankenhäuser, Arztpraxen und Apotheken ebenso wie Büchereien, wissenschaftliche Sammlungen und Verlagsbestände, Produktionsfirmen sowie Messe- und Handelseinrichtungen.

Zeitweilige Ausfälle in der Wasser-, Strom- und Gasversorgung sowie im Straßenbahnverkehr führten darüber hinaus zu erheblichen Einschränkungen im Alltag der Bevölkerung. Die nachfolgenden alliierten Luftangriffe verwandelten Leipzig bis zum Kriegsende in eine Trümmerlandschaft.

Autorin: Birgit Horn-Kolditz


Quelle: Leipzig.de