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Audio und Beschallung

  1. Allgemeine Informationen über Heimkino Beschallung

  2. Was bedeutet stereo?

  3. Dolby, DTS, SDDS, THX - Was ist das?

  4. Stichwort THX

  5. Wo soll ich meinen Subwoofer hinstellen?

  6. Sind unterschiedliche Abstände der Boxen zum Sitzplatz ein Problem?

  7. Benötige ich für alle Boxen die gleiche Kabellänge?

  8. Was soll ich nehmen? Fernsehlautsprecher, Stereo-Anlage oder doch lieber ein Surround-System?

Allgemeine Informationen über Heimkino Beschallung

Das Thema Audio sollte bei der Planung ihres Heimkinos nicht vernachlässigt werden. Ziel ist es ja, neben einer hohen Bildqualität und einfacher Bedienung auch eine angemessene Audioqualität zu schaffen. Leider wird der Bereich der Beschallung oft vernachlässigt wenn nicht sogar völlig vergessen, so dass dann zum Ende nur einfache PC-Lautsprecher ein Kinofeeling vermitteln müssen. Zur Vermeidung solcher - sicherlich nicht optimalen - Lösungen möchten wir Ihnen einige Hilfestellungen zur Audioplanung geben.

In einem abgedunkelten Raum ermüdet der Mensch sehr schnell, da sich das Auge stärker als normal anstrengen muss.
Mit dem Gehör ist es nicht anders:
Wird die Sprache unverständlich so wird der Zuhörer entsprechend unaufmerksamer und hat schließlich keine Freude mehr daran, zuzuhören. Eine deutliche und gleichmäßige Beschallung sollte deshalb bei einem Heimkino Pflicht sein.
Ein weiteres wesentliches Kriterium für die Güte einer Beschallung ist der Richtungsbezug zur Quelle: Sie möchten den Sound auch von dort hören, wo er laut Bild herkommen müsste. Hierzu wurden Verfahren wie der schon lange bekannte Stereo-Ton sowie der sogenannte Surround-Sound entwickelt, bei denen Ihnen als Zuschauer und Zuhörer das Gefühl vermittelt wird, als befänden Sie sich mitten im Geschehen des Films.

So einfach das auch alles klingen mag, welches System ist nun das richtige für Ihren Raum? Diese Entscheidung ist immer eine subjektive; je nachdem welche Anforderungen an den Klang und die Erlebnisqualität Sie haben, desto umfangreicher wird die Beschallungslösung. Angefangen bei einer einfachen Stereo-Anlage mit zwei Boxen links und rechts der Leinwand bis hin zum 5.1-Surround-Sound mit fünf um die Sitzplätze verteilten Lautsprechern und zusätzlicher Tiefbassunterstützung ist alles möglich.

Was bedeutet stereo?

Stereo ist die zur Zeit wohl am weitesten verbreitete Art der analogen Tonwiedergabe bei HiFi-Anlagen. Hierbei wird der Ton über zwei getrennt geschaltete Lautsprecher wiedergegeben, wodurch ein 2-dimensionales Klangbild entsteht, das sich aus dem rechten und dem linken Kanal aufbaut.
Das Gegenteil von Stereo ist Mono: die Wiedergabe des Tons über nur einen Lautsprecher, wodurch kein Raumklang vermittelt werden kann.

Dolby, DTS, SDDS, THX - Was ist das?

Gerade im Bereich des Digital-Tons gibt es sehr viele verschiedene Verfahren, die oft mit kryptischen Abkürzungen benannt sind. Zudem verändern die Hersteller ständig die Namen an sich identischer Verfahren: Dolby Digital ist zum Beispiel der aktuelle Name für das, was vorher Dolby AC-3, (D)SR-D oder Dolby Stereo Digital hieß. Um Ihnen einen kleinen überblick zu verschaffen haben wir die wichtigsten Verfahren zusammengestellt und mit kleinen Erläuterungen versehen.

Dolby Digital
Dolby Digital ermöglicht bis zu 6 einzelne Tonkanäle (Front links/rechts, Center, Surround links/rechts und Subwoofer/ Effekt), die per AC-3-Verfahren komprimiert werden. Bei Kinofilmen dient eine analoge Dolby SR-Spur als Sicherheit bei Ausfall der Digitalspur.
Front-, Surround- und Centerkanal bieten einen Frequenzbereich von 20 Hz bis 20 kHz, der Subwoofer-Kanal von 20 bis 120 Hz, die Dynamik des Systems liegt bei über 90 dB. Das AC-3 System wird auch auf DVDs oftmals genutzt und von den meisten Heimkinosystemen unterstützt.

aktuelle Dolby-Digitalformate:

Digital Theatre System (DTS)
DTS ist ein eigentlich nur im professionellen Kino-Bereich eingesetztes Verfahren, das wie Dolby Digital mit sechs komprimierten Tonkanälen arbeitet. Der Ton kommt hierbei während der Vorführung nicht wie üblich direkt vom Filmstreifen, sondern wird von einer gesonderten CD eingespielt. Somit ist ein Austausch z.B. der Sprachversion leicht möglich, indem einfach die CD getauscht wird. Auch DTS hat zur Sicherheit eine Analog-Tonspur vorgesehen.

aktuelle DTS-Definitionen:

Sony Dynamic Digital Sound (SDDS)
Mit dem SDDS-System bietet Sony ein Surround-System mit insgesamt 8 einzelnen Tonkanälen. Die Lautsprecher werden im Front-Bereich noch durch einen Halb-Links- bzw. einen Halb-Rechts-Kanal ergänzt. Die Komprimierung der Daten erfolgt mit dem von Sony auch bei MiniDiscs eingesetzten ATRAC-Verfahren. Dieses Verfahren hat sich allerdings bisher noch nicht durchsetzen können und ist von daher für den Heimkinobereich relativ unbekannt.

Stichwort THX

Auch wenn THX gerne als Tonsystem angesehen wird, so ist diese Annahme falsch. Bei THX handelt es sich vielmehr um einen Qualitätsstandard, der 1982 im Rahmen der Produktion von "Return of the Jedi" entwickelt wurde. Tomlinson Holman - damaliger technischer Leiter von Lucasfilm - wollte damals die akustische Probleme in Kinos eingrenzen. Mit THX (Tomlinson Holman eXperiment) soll garantiert werden, dass jeder Film in jedem Kino gleich klingt und akustische Effekte wie z.B. Hall nicht im Raum selbst sondern nur im Film entstehen.
Einige Hauptmaßnahmen sind hierbei:

THX nimmt aber natürlich auch Eingriffe in den Tonweg vor: Mit Hilfe spezieller Messmikrofone im Zuschauerraum und eines für jeden Kinosaal speziell programmierten Prozessors findet eine Angleichung (Re-Equilization) der Ton-Spuren an den vorhandenen Raum statt.

Im Heimkinobereich hat THX eine etwas andere Bedeutung. Hier handelt es sich vielmehr um eine Zertifizierungsfrage von Geräten. Die Erteilung des Zertifikats erfolgt durch Lucasfilm/THX Division anhand einer Prüfung, ob alle technischen Vorschriften eingehalten wurden. Aber auch die für den Heimkinobereich produzierten THX-zertifizierten Geräte greifen aktiv in den Tonweg ein und es erfolgt eine Anpassung des Tons an das eigene Heimkino: So werden zum Beispiel die Höhen etwas abgeregelt, da sich im Heimkino meist keine dämpfende Leinwand vor den Lautsprechern befindet. Ihre Vorteile mit THX-Systemen:

Wo soll ich meinen Subwoofer hinstellen?

Generelle Empfehlungen über die ideale Position des Subwoofers kann man leider nicht geben, da der Raum sowie dessen Einrichtung eine große Rolle spielen. Hier geht also probieren über studieren. Stellen Sie Ihren Subwoofer an verschiedene mögliche Positionen im Raum auf, und entscheiden Sie sich dann für die, wo der Klang am besten ist. Hier kann auch das Rücken um 20 cm Wunder bewirken oder katastrophalen Klang bedeuten. Zum Beispiel hat auch die Nähe zu Wänden oder Position in Ecken einen großen Einfluß auf tieffrequente Töne.
Die wohl genaueste Möglichkeit, den Subwoofer zu positionieren, ist das Einmessen mit Hilfe von Messgerät und entsprechender CD. Hierbei muss man allerdings genau wissen, auf was zu achten ist. Ausserdem ist die entsprechende technische Ausrüstung auch nicht völlig billig.

Sind unterschiedliche Abstände der Boxen zum Sitzplatz ein Problem?

Da die Abmischung von Filmen anhand des Geschehens geschieht und somit Stereo-Effekte in ihrer Breite dementsprechend angepasst werden, sollte man darauf achten, diese Abmischung auch möglichst originalgetreu wiederzugeben. Wenn nun die Lautsprecher nicht mehr im gleichen Abstand vom Zuhörer entfernt aufgestellt sind, so verschiebt sich das Stereo-Klang-Bild in die Richtung, wo der naheste Lautsprecher steht. Beim Surround-Sound macht sich diese Verschiebung dann nicht nur in die Richtung Links/Rechts bemerkbar, sondern auch in der Raumtiefe von vorne nach hinten.
Sollte es baulich nicht möglich sein, eine gleichmäßige Aufstellung zu realisieren, so gibt es bei einigen Audiosystemen die Möglichkeit, jeden Lautsprecher getrennt in seiner Lautstärke zu regeln. Hierdurch kann das Klangbild virtuell im Raum verschoben werden - eine individuelle Anpassung auf die Lautsprecherpositionen erfolgt.

Benötige ich für alle Boxen die gleiche Kabellänge?

Hörbare klangliche Beeinflussung gibt es erfahrungsgemäß erst ab einer Kabellänge von 15 Metern. Wenn Sie also längere Kabel verwenden müssen, dann achten Sie darauf, dass die Kabel gleichartig (Material, Querschnitt) sowie gleichlang sind. Anderenfalls können Laufzeitunterschiede der Signale auftreten, bis dahin, dass der Ton schließlich nicht mehr synchron zum Bild läuft. Wenn Sie solche Probleme in Ihrer Anlage bemerken, dann gibt es immer noch eine Lösung über hochwertige elektronische Signalverzögerungssysteme, die die zu kurzen Kabel künstlich verlängern, indem das Ton-Signal um Millisekunden verzögert wird. Vor dem Einsatz eines solchen Systems sollten Sie jedoch ihren Fachhändler konsultieren.

Was soll ich nehmen? Fernsehlautsprecher, Stereo-Anlage oder doch lieber ein Surround-System?

Sicherlich können Sie die eingebauten Lautsprecher Ihres Fernsehgerätes oder Ihres Beamers verwenden. Jedoch dürfen Sie hierbei nicht erwarten, ein breites Stereo-Klangbild zu erreichen. Allein aufgrund der engen Anordnung der Lautsprecher nebeneinander ist dies physikalisch schwer möglich.
Der nächste Schritt ist deshalb der Einsatz einer Stereoanlage, bei der die Boxen einige Meter auseinander stehen können. Ein wesentlich naturgetreuerer Raumklang wird erreicht.
Die nächsten Schritte gehen dann zu größeren Systemen über: Dolby Surround mit der einfachen aus dem Stereosignal zusammengesetzten Rückunterstützung bis hin zu Dolby 5.1 und DTS-Systemen mit echten fünf oder sechs einzelnen (diskreten) Tonkanälen.


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© infos-sachsen / letzte Änderung: - 31.10.2016 - 16:30