Technikseite

Die Zeitschrift "radio fernsehen elektronik" begann im 1. Jahrgang 1952 als "Deutsche Funktechnik".
Herausgeber war der "Fachbuchverlag GmbH" in Leipzig. Anfang 1954 wechselte der Titel zum Verlag "Die Wirtschaft" in Berlin und wurde mit der Ausgabe 4/1954 umbenannt in "Radio und Fernsehen".
1960 wurde der Titel vom "Verlag Technik Berlin" √ľbernommen und im Januar 1968 umbenannt in "radio fernsehen elektronik". Von Januar 1998 bis Dezember 2008 trugt das Blatt den Namen "rfe". Im Januar 2009 mit dem "eh" zusammengelegt, Unterhaltungselektronik spielt nur noch eine untergeordnete Rolle. (Quelle: ADDX-Zeitschriftenarchiv).
Sie ist, oder besser war, bis Anfang der 90-iger Jahre eine wichtige interessante Fachzeitschrift f√ľr alle, die mit Elektronik beruflich oder privat Ber√ľhrung hatten.
In den Aprilausgaben standen öfters Artikel, welche mehr oder weniger offensichtlich die Leser in den April schickten. Diese werden nachfolgend wiedergegeben (keine Garantie auf Vollständigkeit).


Stereozusatzger√§t f√ľr Monotonbandger√§te (1974)

Dr. sc. HERZMANN

Seit einiger Zeit sind die integrierten Schaltkreise der Serie D 10 auch f√ľr den Bastler zug√§nglich und er√∂ffnen ihm v√∂llig neue M√∂glichkeiten. Eine Einsatzm√∂glichkeit, die besonders f√ľr Tonbandfreunde sehr attraktiv ist, ist der Aufbau eines Vorsatzger√§tes, mit dessen Hilfe Stereosignale auf einem normalen Monotonbandger√§t aufgezeichnet und auch als Stereosignale wiedergegeben werden k√∂nnen. Das Verfahren wurde in [1] [2] ausf√ľhrlich beschrieben. Die Prinzipschaltung ist im Bild 1 abgebildet. Die Gatter G7 und G8 bilden zusammen mit der RC-Kombination einen astabilen Multivibrator mit einer Taktfrequenz von 20 kHz: Dessen Signale werden nun auf G1 und G6 (rechter Kanal) geleitet; die negierten Signale liegen an G2 und G5 (linker Kanal). Je nachdem, ob vom astabilen Multivibrator ein Signal kommt oder nicht, leiten die entsprechenden Gatter, d. h., es werden abwechselnd in Takt von 20 kHz der rechte und der linke Kanal auf die Tonbandspur gegeben bzw. bei der Wiedergabe wird auf dieselbe Weise das Tonspursignal auf den rechten bzw. linken Kanal verteilt. Da die Taktfrequenz √ľber der H√∂rschwelle liegt, ist vom st√§ndigen Umschalten nichts zu h√∂ren. F√ľr die Frequenzbestimmung gilt R=1/ωC. Bei C=10¬ĶF ist R=860Ω.
Da die Steuersignale vom Multivibrator gleichzeitig auf die Gatter G1 und G2, die f√ľr die Aufnahmeschaltung verantwortlich sind, und auf die Gatter G5 und G6 gegeben werden, wird die Wiedergabe automatisch synchronisiert.

F√ľr den Aufbau der Schaltung wurden zwei Schaltkreise D 100 C verwendet (Bild 2). Dabei zeigen sich die Vorteile der integrierten Schaltungstechnik; die fertige Schaltung ben√∂tigt so wenig Platz, dass man in jedem handels√ľblichen Tonbandger√§t noch eine Ecke daf√ľr findet. Schwierigkeiten machte lediglich eine ausreichende Entkopplung des rechten und linken Kanals wegen der nahe beieinander liegenden Schaltkreisanschl√ľsse. Bei sorgf√§ltigem Aufbau d√ľrften jedoch 30dB Abstand ohne weiteres zu erreichen sein, was f√ľr die meisten F√§lle ausreicht.

Literatur
[1] King, C.R.: An Interesting Application of TTL. Electronics Monthly 14 (1973) H.7, S.331 bis 334.
[2] Webster, Ch.: King, C.R.: Mono Tape Recorders - Same Special Circuits. Popular Electroacoustics 27 (1974) H.1, S.23-31


Videosignalspeicherung mit Heimbandgeräten (1974)

Bekanntlich werden zur Aufzeichnung von Videosignalen Spezialspeichergeräte (Videorecorder) benötigt. Durch einen Trick lässt sich das jedoch umgehen.
Das Fernsehbild √§ndert den Modulationsinhalt von Zeile zu Zeile - bezogen auf zwei √ľbereinanderliegende Bildpunkte - meist nur geringf√ľgig. Das aber hei√üt, dass immer nur √Ąnderungen aufgezeichnet zu werden brauchen, wenn bei der Wiedergabe eine Vervollst√§ndigung des Videosignals erfolgt.
Von diesem Grundgedanken ausgehend, wurde ein Gerät entwickelt das in Verbindung mit einem herkömmlichen Heimbandgerät Videosignale aufzeichnen kann.
Hauptelement ist eine Verz√∂gerungsleitung, wie sie beim Farbfernsehempf√§nger "Color 20" eingesetzt wird. Sie verz√∂gert um genau 64us - also f√ľr die Dauer einer Zeile. Somit steht am Diskriminator (Bild 1) neben dem direkten Signal das um eine Zeile verz√∂gerte Signal zur Verf√ľgung. Der Zeileninhalt wird nun verglichen, und von dem direkt anliegenden Signal wird nur der Inhalt zum Verst√§rker weitergeleitet, der nicht mit dem verz√∂gerten identisch ist. Der Ausgang des Verst√§rkers wird dem Eingang des Tonbandger√§ts zugef√ľhrt und aufgezeichnet.
Bei der Wiedergabe wird das diskriminierte Signal vom Band durch das verz√∂gerte Signal der VZL zum Videosignal vervollst√§ndigt, indem die VZL das verz√∂gerten Signale auf den Integrator zur√ľckkoppelt. Das integrierte Videosignal wird nun verst√§rkt und dem TV-Empf√§nger zur Wiedergabe zugef√ľhrt.
Die Wiedergabequalität von schwarz-weiß Bildern ist bei diesem Verfahren befriedigend, Farbvideosignale sind jedoch ungeeignet, da dabei große Farbtreueschwankungen und starkes Farbrauschen auftreten.
Eine Bauanleitung f√ľr das Zusatzger√§t werden wir ver√∂ffentlichen, sobald die patentrechtlichen Fragen gekl√§rt sind.
S.-Ch. Elmisch


Herr Scherzmann und Herr Schelmisch?
Vorsicht vor den Beitragen der oben genannten Autoren auf den Seiten 232 und 234 des vorigen Heftes! Beachten Sie bitte das Datum der Kopfleiste (S. 209)! Kanalsalat ist noch kein Stereo, auch wenn ein und dieselbe Information mal von rechts und dann wieder von links kommt (von der √úbertragungsbandbreite mal ganz abgesehen). Die Titel der in der Literatur genannten Zeitschriften wurden von uns frei erfunden, eventuelle √Ąhnlichkeiten waren rein zuf√§llig und nicht beabsichtigt.
Ein Schelm kann mehr Fragen aufwerfen, als alle weisen Techniker beantworten kannen. Das Differenzsignal zwischen einem Bild und seinem Geisterbild wäre allenfalls ein Spuksurrogat, aber keine Videosignalspeicherung.
Wir hoffen, Sie wurden ein wenig am√ľsiert.
Red. rfe

Lichtgekoppelte drahtlose Stereokopfhörer-Kombinatination ohne lR-Dioden (1978)

I. FIERTER






Beim Selbstbau einer drahtlosen stereot√ľchtigen NF-Obertragungsstrecke scheitert der Amateur heute oft noch am Mangel von leistungsf√§higen Infrarot-Dioden. Es ist daher auch nicht das Anliegen dieses Beitrags, etwa die Optimierung solcher IR. Strecken zu diskutieren. Statt dessen soll ein wesentlich billigeres und f√ľr den Amateur einfacheres Verfahren vorgestellt werden.

Stereofone Ton√ľbertragung in AM nach der 2-Farben-Filter-Methode
Bild 1 zeigt das Prinzip der ohne elektronische Spezialbauelemente m√∂glichen Obertragung eines stereofonen Rundfunkprogramms innerhalb von Wohnr√§umen. Es arbeitet sendeseitig mit Amplitudenmodulation, einer im Bild nicht dargestellten, auf Filterd√§mpfung und Senderfrequenzgang abgestimmten Frequenzgangkorrektur und mit einer Rechts-Links-Unterscheidung durch schmalbandige Farbfilter, wie sie im Fotohandel erh√§ltlich sind. Auf der Empfangsseite wird mit den gleichen Filtern wiederum optisch selektiert, bevor die Signale die ihnen durch die Filter zugeordneten Empf√§nger f√ľr links und rechts und damit den jeweiligen Kopfh√∂rer erreichen.

Sender
Die Sender werden unmittelbar aus den Endstufen des Stereo-Leistungsverst√§rkers angesteuert. Dabei gilt die Regel, dass der Signal-Rauschabstand der gesamten √úbertragung der zugef√ľhrten Sendeleistung direkt proportional ist. Welche Mindestenergie gebraucht wird, h√§ngt von den √∂rtlichen Bedingungen ab: moduliertes Fremdlicht von k√ľnstlichen, wechselspannungsbetriebenen Lichtquellen (einschlie√ülich der Skalenbeleuchtung!), Reflexionseigenschaften der W√§nde, geforderte Empfangsbereichsfl√§che usw.

Als Lichtsendek√∂pfe haben sich Autoscheinwerferlampen gut bew√§hrt. Sie k√∂nnen allerdings nicht unmittelbar von der Ausgangswechselspannung des Verst√§rkers betrieben werden, da (s. Bild 2) die Helligkeitsmodulation zu einer Frequenzverdopplung f√ľhrt. Bekanntlich wirkt ja eine von Wechselstrom durchflossene Heizquelle bez√ľglich des "Energieamplitudenverlaufs" wie ein Zweiweggleichrichter; negative "Energieamplituden" im Sinne einer Wirkungsumkehr (vgl. Peltier-Effekt) sind bei Gl√ľhlampen nicht m√∂glich. Man k√∂nnte nun zwar empf√§ngerseitig durch einen 2:1-Frequenzteiler wieder zur gew√ľnschten Frequenz gelangen, doch ist dieses Verfahren schon wegen der dabei auftretenden hohen Klirrfaktoren nicht zu empfehlen, ganz abgesehen von den kennlinienbedingt hohen Verzerrungen bereits auf der Sendeseite im Falle eines solchen B-Betriebes. F√ľr die Sendelampe wird deshalb ein Gleichspannungsarbeitspunkt vorgesehen, so dass sie im Sinne einer A-Endstufe arbeitet (Bild 3).

Die Lampenkennlinie wurde dabei bereits vereinfachend als linear angenommen - eine Voraussetzung, die auf Grund des TKR des Heizfadens ebenfalls nur in einem kleinen Bereich zutrifft. Die dadurch auch bei kleineren Aussteuerungen bereits auftretenden Verzerrungen k√∂nnen - das gilt als Empfehlung - in hochwertigen Anlagen durch eine optische Gegenkopplung auf den Verst√§rkereingang f√ľhlbar verringert werden.
Eine solche Gegenkopplung ist auch einer der m√∂glichen Wege f√ľr die Frequenzgangbeeinflussung der Obertragung. Dabei sind zwei wesentliche Punkte von Bedeutung:

Da dieser Beitrag vor allem zum sch√∂pferischen Weiterdenken zu diesen Problemen anregen soll, w√ľrden detaillierte Ausf√ľhrungen zur Dimensionierung der Senderseite zu weit f√ľhren. Bild 4 gibt daher nur noch einen Hinweis zur Realisierung des Gleichstrom - Arbeitspunktes bei eisenlosen Endstufen. Man beachte die zus√§tzlich erforderliche, gegen√ľber der Ergiebigkeit des vorhandenen Netzteils recht hohe zus√§tzliche Gleichstromleistung!

Da der Arbeitspunkt auch nicht durch Restbrumm moduliert werden darf, werden an die Restwelligkeit dieses Zusatznetzteils hohe Anforderungen gestellt, die den Einsatz einer lS MAA 723 und im L√§ngszweig mindestens einen KD 503 erfordern. Der Vorteil dieser Schaltung einer von mehreren m√∂glichen - liegt darin, das bereits relativ kleine Endstufenleistungen f√ľr die Aussteuerung des Sendekopfes gen√ľgen.

Empfänger
Die vom Empf√§nger aufgenommene Leistung wird u. a. von der Fl√§che und vom Wirkungsgrad des lichtempfindlichen Bauelements bestimmt. Obgleich im Wirkungsgrad anderen Lichtempf√§ngern unterlegen, zeigte sich das Selen-Fotoelement SeG 67 (VEB R√∂hrenwerk Rudolstadt) infolge seiner au√üerordentlich gro√üen Empfangsfl√§che von etwa 30 cm2 f√ľr den vorgesehenen Zweck am besten geeignet (Weitwinkelverhalten )(s. Bild 5). Es √ľbersteigt auch kaum die Ma√üe der √ľblichen Kopfh√∂rer, so dass die Empfangsfl√§che als optimal bezeichnet werden kann. Mit einigen zehn Nanofarad je cm2 ist allerdings sein kapazitiver Nebenschluss zur Sperrschicht (Csp) recht gro√ü, was im Interesse einer hohen Grenzfrequenz des Empf√§ngers zu einem entsprechend niederohmigen Abschluss zwingt (Gr√∂√üenordnung von R2 nur einige Ohm!), s. Bild 6. Aus Bild 6 l√§sst sich nun bei bekannter Farbfilterwellenl√§nge ablesen, wie die Sendeleistungen bzw. die Verst√§rkungsgrade des z. B. mit Operationsverst√§rkern best√ľckten Empf√§ngers f√ľr die beiden Kan√§le einzustellen sind, damit eine ausgewogene √úbertragung zustandekommt, die sich noch mit dem Balanceeinstellbereich der Stereoonlage erfassen l√§sst.

Probleme beim Betrieb
Das Verfahren hat einen grunds√§tzlichen Nachteil gegen√ľber tr√§gerfrequenten IR-√úbertragungsstrecken: Jede. vom Wechselstrom-Lichtnetz betriebene Lichtquelle liefert einen 100-Hz-St√∂rpegel.

Es gibt vier Möglichkeiten, dies auszuschalten:

Literatur
[1] Lightman, J.; Dark, W. P,: Unusual methods in optoelectronics. Kap. 1.4. Innocentia: Spinman & Joke 1978


Nat√ľrlich haben Sie, verehrter Leser, gleich bemerkt, dass sich der Beitrag "Lichtgekoppelte drahtlose Stereokopfh√∂rer-Kombination ohne IR-Dioden" in unserem Heft 4 absolut nicht auf dem Boden der Realit√§t befindet. Man denke nur an die Tr√§gheit des Gl√ľhfadens! Auch die Verwendung "schmalbandiger" Rot- bzw Gr√ľnfilter d√ľrfte nicht ausreichen, zwei Tonkan√§le zu √ľbertragen. Sp√§testens wird Sie der Hinweis auf die verwendete Literatur auf die rechte Spur gebracht haben - f√ľr ein Schmunzeln hat es aber hoffentlich gereicht.

Breitbandantenne f√ľr extreme Empfangsbedingungen (1979)

Die Ausgangssituation zur Entwicklung einer Hochleistungsantenne die einen Abgleich auf maximale R√ľckd√§mpfung bei bester Vorw√§rtsverst√§rkung (G ca. 19 dB) gestattete, war √§u√üerst ung√ľnstig. Die zur Verf√ľgung stehenden Wirkungsprinzipien waren immer nur f√ľr spezielle Anwendungsf√§lle oder als Kompromi√ü zur Anwendung zu bringen. Ausgehend von der Tatsache, dass es Wunderantennen nicht gibt, mu√üte also durch konsequente Ausnutzung bestehender Antennenformen ein Ausweg gefunden werden. In diesem Zusammenhang bot sich eine Beschr√§nkung auf den Empfangsbereich von fu =87 MHz bis fo = 630 MHz speziell f√ľr den tiefen Frequenzbereich an. Der auf den ersten Blick vorhandene Nachteil des fehlenden Band 1 wird durch weniger extreme geometrische Abmessungen bei weitem wieder ausgeglichen.


Antennen mit Breitbandeigenschaften werden in der Fachliteratur in vielf√§ltiger Form angeboten. F√ľr die L√∂sung der gestellten Aufgabe wurde auf drei bew√§hrte Antennenarten zur√ľckgegriffen. Ausgangspunkt der √ľberlegungen war die Long-backfireAntenne, die eine Vereinigung von LangVagi und Backfire-Antenne darstellt. Um den Empfangsbereich erweitern zu k√∂nnen, wurde ein wenig verbreiteter Antennentyp in den Entwurf einbezogen. Die hier genutzte logarithmisch periodische Antenne ist ein extrem breitbandiger Richtstrahler f√ľr den gesamten UKW- und Dezimeterwellenbereich. Diese Antenne erkauft sich den hohen Gewinn bei relativer Breitbandigkeit durch gro√üen Aufwand. F√ľr das Projekt ist daher nur die Grundidee, d. h. die Gestaltung des Dipols genutzt worden.
Bild 1 zeigt die Hochleistungs-Superbreitband-Antenne im Grundaufbau. In der Darstellung wurde bewu√üt auf eventuelle mechanische Bauteile (Unterz√ľge, Befestigungen der Reflektorw√§nde, Versteifungen) verzichtet, um die wesentlichen Merkmale besser zur Geltung bringen zu k√∂nnen. Eventuell vorhandene Elemente einer Super-Color-Antenne (Unterz√ľge, Tr√§germaterial) k√∂nnen zum Aufbau g√ľnstig genutzt werden.


Gestaltung der Reflektorwand
Ein Hauptproblem stellte sich in den geometrischen Abmessungen der Reflektorwand dar. F√ľr das Backfire-Prinzip ist es notwendig, eine relativ gro√üe Reflektorfl√§che zur Verf√ľgung zu stellen. Nur so ist es m√∂glich, dass zwischen den beiden Reflektofl√§chen ein zweimaliges Durchlaufen der ankommenden Welle zustande kommt. Nach l√§ngeren Untersuchungen konnte festgestellt werden, dass durch einen negativen Anstellwinkel der Reflektorwand 1 die Ausdehnung der virtuellen Apertur einem Optimum zustrebte. Das Optimum stellte sich bei einem Winkel β = 160¬į ein. Das hei√üt, bei diesem Winkel wurde die kleinste Reflektorfl√§che, bezogen auf den Gewinn im unteren Frequenzbereich, ben√∂tigt (= λmax). Nach dem Durchlaufen des Optimums ist ein steiler Abfall festzustellen. Die empirisch gefundenen Ergebnisse deuten auf Gesetzm√§√üigkeiten, die noch untersucht werden m√ľssen. F√ľr die Kantenl√§nge des zweiten, quadratischen Reflektors (Empfangsrichtung) ergibt sich, ausgehend von λmax (=fu), die √ľbliche Bemessung
IR2=1,06 λmax/2.
Die Backfire-Wand (Reflektor 1)muss praktisch elektrisch dicht sein. Das erreicht man, indem der Abstand der Teileelemente eines Reflektorgitters kleiner als 0,1 λmin gew√§hlt wird. Al-Streckmaterial ist f√ľr diesen Anwendungsfall gut geeignet.


Kombinationsdipol
Die Dipolgestaltung resultiert aus dem Wirkprinzip der logarithmisch-periodischen-Antenne. Um Frequenzverh√§ltnisse fo/fu>2 zu erzielen, im angestrebten Fall immerhin 7,24, muss eine spezielle Dipolform zur Anwendung gelangen (Bild 2). Die Einzeldipole, g√ľnstig f√ľr die mechanische Befestigung sind Faltdipole, sind durch √ľberkreuzte Leitungen miteinander verbunden. Die theoretisch etwas zu sparsame Gestaltung der Reflektorwand 1 f√ľr den Bereich der tiefen Frequenzen durch die ellenleitereigenschaften der vorderen Teildipole nahezu ausgeglichen. Angaben √ľber die Abmessungen des Dipols k√∂nnen Bild 2 entnommen werden. Der Fu√üpunktwiderstand betr√§gt 240 bis 300 Ω (symmetrisch). Der Anschluss der Antennenableitung erfolgt am k√ľrzesten Faltdipol. Die beste L√∂sung ist der Anschluss von Koaxialkabel √ľber ein Symmetrietransformationsglied. Der Gewinn kann in gewissen Grenzen noch gesteigert werden, wenn der √Ėffnungswinkel α der Dipole verkleinert wird.

Direktoren
Um f√ľr die jeweiligen Empfangsbereiche optimale Bedingungen zu gew√§hrleisten, wurden dem entsprechenden Band Wellenleiter gestaffelt zugeordnet (z.B. BII D11, D21, D31...; BIII D12, D22, D33...).
Die Direktoren erhielten, gleiche L√§nge. Als Nachteil ergibt sich bei normalen Yagi-Anordnungen die geringere Bandbreite. Eine M√∂glichkeit der weiteren Optimierung w√§re an dieser Stelle durch stufenweise Verk√ľrzung der Banddirektoren um 1,5% von der Betriebswellenl√§nge gegeben. Wichtig ist die Festlegung der Direktorenabst√§nde. Besonders kritisch ist die Anordnung des 1.Direktors, des sogenannten Startelements. Die Startdirekzoren werden im Abstand von 0,1 λ, bezogen auf die Betriebswellenl√§nge angebracht. Vorteilhaft ist die bewegliche Anordnung der Startdirektoren, um einen Antennenabgleich vornehmen zu k√∂nnen. Die Abst√§nde der restlichen Elemente der Direktorzeile gestalten sich mit 0,33 λ optimal.
Bild 3 zeigt die Luftaufnahme einer neuartigen Antenne f√ľr Sendezwecke. Im Heft 5(1979) weitere Einzelheiten.

Nach Redaktionsschluss... (1979)

Ein v√∂llig neues Prinzip der Supraleitung entdeckte das Institut f√ľr Sonderwerkstoffe der Universit√§t Klu-ztiw. Dort gelang es an einer f√ľnfkomponentigen Verbindung aus Al, P, Rb, In, Li ein spezielles elektrisches Verhalten nachzuweisen. Bei einer Temperatur unterhalb von 200 K wird dieses Material nicht nur supraleitend, sondern sein elektrischer Widerstand wird sogar schwach negativ. Dies hat zur Folge, dass ein einmal kurzfristig induzierter Strom schnell anw√§chst. Der induzierte Strom muss etwa so gro√ü sein, dass er die statistischen thermodynamischen Schwankungen der Elektronen um etwa das Zehnfache √úbersteigt. Zuweilen treten daher, vor allem an der oberen Temperaturgrenze, auch zuf√§llig solche Effekte auf. Der Strom erzeugt ein Magnetfeld, das auf den Leiter zur√ľckwirkt und so, je nach der Konfiguration des Leiters, einen Grenzwert annimmt. Dieser Grenzwert ist dann √ľber sehr lange Zeit stabil.

Dieser Effekt kann auch so interpretiert werden, dass Materialproben sich spontan wie Dauermagnete besonderer Art verhalten. Ihre "S√§ttigungsmagnetisierung" ist jedoch von der Form des Materials abh√§ngig. Es wird vermutet, dass bei diesem Festk√∂rper nicht zwei Elektronen, wie beim Cooper-Paar, sondern drei Elektronen in spezieller Weise zusammenwirken. Nach dem Entdecker dieses Effektes spricht man hier von Lirpa-Elektronen. F√ľr die Anwendung dieses Effektes werden bereits mehrere Varianten diskutiert. Umgibt man das Material mit einer Spule, so entstehen darin, bei Druck auf das Material infolge einer Verformung betr√§chtliche Spannungsimpulse. Dies k√∂nnte zu speziellen Sensortasten und Druckaufnehmern f√ľhren. Weitere Varianten betreffen die Anwendung des Materials f√ľr die Signalspeicherung. Auf Grund des hohen Energieproduktes ist eine gro√üe Speicherdichte zu erwarten. Insbesondere k√∂nnte das durchsichtige Material erstmals zur Realisierung einer effektiven magnetooptischen Aufzeichnung f√ľhren.


Vorsicht vor Beiträgen von Dr. Schabernak und anderen im rfe-Aprilheft

Die auf Seite 226 beschriebene "Super-Breitband-Hochleistungsantenne" tr√§gt sicher dem weit verbreiteten Bed√ľrfnis nach Rationalisierung Rechnung, ist aber leider nur eine wenig sinnvolle Anh√§ufung von Antennenmaterial. Noch immer ist ein hoher Antennengewinn (G>=20dB) √ľber einen Empfangsbereich von 87...630MHz, bezogen auf den hier vorgestellten Aufwand, recht realit√§tsfremd. Nat√ľrlich sind die entsprechenden Angaben f√ľr die Bemessung der Antenne im wesentlichen richtig, d.h., die angef√ľhrten Antennenwirkprinzipien existieren und lassen die Schaffung von Antennen der angef√ľhrten Art (z.B. Yagi- oder Shortbackfire-Antennen) zu; in ihrem willk√ľrlichen Zusammenbau ergibt sich jedoch nur ein Aprilscherz. Wenn man Bild 1 im Beitrag mit den Angaben im Text vergleicht, wird

ersichtlich, dass der erste Direktor mit 0,1λ Abstand schon in die Dipolzeile hineingebaut werden m√ľsste. Dieser und √§hnliche kleine Fehler in der Darstellung sind wahrscheinlich auf das √§sthetische Empfinden des Entwicklers f√ľr sch√∂ne Antennen zur√ľckzuf√ľhren. Besonders deftig wird es, wenn behauptet wird, dass durch einen negativen Anstellwinkel der Reflektorwand 1 die virtuelle Apertur vergr√∂√üert wird. Das Foto (Bild 3 im Beitrag) ist, wie unser Fotograf nach erfolgter Ausn√ľchterung betreten gestand, keine neue Antennenform, der Gegenstand wird vielmehr als Hilfsmittel zur Entn√ľchterung benutzt. Das Bild zeigt anschaulich, wie schnell ein Korkenzieher, der obendrein h√§ufig benutzt wird, zu einer Hochleistungssendeantenne neuen Typs werden kann.


Auch die Meldung auf Seite 264 war ein Produkt freier Phantasie. Eventuelle M√∂glichkeiten zur Wirklichkeit waren Absicht. Aber bereits die f√ľr Supraleitung extrem niedrige Temperatur von 200K (etwa -75 ¬įC) sollte Experten zum ersten Kopfsch√ľtteln anregen. Anderen sollte die ungew√∂hnliche Verbindung AIPRblInLi allein mit den Gro√übuchstaben ein

Hinweis sein. Weitere Hinweise waren r√ľckw√§rts zu lesende Namen. Der Entdecker der drei wechselwirkenden Lirpa-Elektronen hat ja schon des √∂fteren sein Erfindertalent unter Beweis gestellt. Schlie√ülich w√§re es nur erfreulich, wenn die bedeutsame Universit√§t Klu-Ztiw ihren oft heilsamen Einfluss k√ľnftig erfolgreich erweitern k√∂nnte.

Erweiterte Informationsübertragung (1980)

Die heutige Fernsehtechnik hat trotz allen technischen Fortschrittes in den letzten Jahren wie Farb√ľbertragung, NF-√úbertragung mit HiFi-Qualit√§t, Einf√ľhrung eines zweiten Kanales f√ľr zus√§tzliche Toninformationen u. a. noch entscheidende Nachteile: Erstens bleibt das Bild zweidimensional, da eine Pseudoraumbild-CJbertragung noch zu aufwendig ist, zweitens werden nur zwei der f√ľnf menschlichen Sinne angesprochen, der Gesichtssinn und der Geh√∂rsinn n√§mlich. F√ľr den Menschen ebenso wichtige Sinne wie Tast-, Geruchs- und Geschmackssinn werden von der Technik noch nicht ber√ľcksichtigt.

Wie [1] meldete, ist man jetzt auf diesem Gebiet einen entscheidenden Schritt vorangekommen. Es ist, allerdings einstweilen noch unter Laborbedingungen, m√∂glich, zusammen mit Fernsehbild und -ton eine begrenzte Anzahl von D√ľften zu √ľbertragen. Nach [1] l√§sst sich auch das hierbei angewandte Prinzip erkennen, das interessant und originell ist.

Man ging davon aus, dass bestimmte, vor allem organische Substanzen die Eigenschaft haben, ihre Struktur zu ver√§ndern oder chemische Reaktionen zu zeigen, wenn sie mit anderen Stoffen, vorzugsweise Gasen, in Ber√ľhrung kommen. Bei der automatischen Raucherkennung z. B. wird diese Eigenschaft schon lange genutzt. Die hier genannte Strukturver√§nderung wirkt sich vornehmlich auf den elektrischen Widerstand des Materials aus. Eine Widerstands√§nderung ΔRA ist beispielsweise der Anwesenheit des Gases A zuzuordnen. Dieser Vorgang ist einmalig und irreversibel. Da D√ľfte immer eine Gasphase zur Bedingung haben, konnte man bestimmte starke Aromen in relativ einfacher Weise ihren Tr√§gergasen zuordnen.

Um einen Wechsel der D√ľfte erkennen zu k√∂nnen, werden die Materialien matrixf√∂rmig angeordnet und zeitlich seriell aktiviert. Die registrierten Widerstands√§nderungen werden digital kodiert und k√∂nnen in unkomplizierter Weise gespeichert oder

auch √ľbertragen werden.
Komplizierter ist wiedergabeseitig die technische Darstellung der gespeicherten D√ľfte. Zu diesem Zweck wurde nach [1] ein Paneel geschaffen, das mit mehreren geruchsaktiven Stoffen belegt ist. Dabei musste besonderer Wert darauf gelegt werden, dass die Substanzen ihre stoffeigenen D√ľfte erst nach Aktivierung freisetzen und sich davor und bald danach neutral verhalten. Angeordnet sind die Stoffe in Form eines Pentagrammes ("Drudenfu√ü") √§hnlich der Anordnung der Farbleuchtstoffe bei der Delta-Bildr√∂hre. Aus der Anordnung ist zu erkennen, dass gegenw√§rtig maximal f√ľnf D√ľfte √ľbertragen und freigesetzt werden k√∂nnen. Die Aktivierung der Ger√ľche erfolgt mit Hilfe eines energiereichen Laserstrahles, der den durch die Kodierung vorbestimmten Geruchsfleck verdampft. Die Auswahl des Fleckes wird mit dem √ľbertragenen Geruchskode erm√∂glicht, die genaue Positionierung erfolgt mit Hilfe eines 4-Bit Mikroprozessors.

√úber die Kapazit√§t und Lebensdauer eines duftfreisetzenden Paneels ist noch nichts Genaues bekannt geworden, mit Sicherheit steht jedoch fest, dass es nach einer bestimmten Betriebszeit erneuert werden muss. Nach Aussagen des Entwicklers ist vorgesehen, ein Zusatzger√§t f√ľr Fernsehger√§te zu schaffen. Man errechnet sich besondere Chancen im Bildungsfernsehen, z.B. f√ľr die bessere Veranschaulichung von Kochkursen, Chemielektionen u-√§. Die Verbreitung derartiger Zusatzger√§te wird jedoch stark davon abh√§ngen, wie es gelingen wird, mehr als f√ľnf D√ľfte zu erkennen und freizusetzen. Au√üerdem wird eine entscheidende Rolle die Geschwindigkeit der Freisetzung sowie die Neutralisierung des Duftes nach Bildwechsel spielen. Auch d√ľrfte die Auswahl der D√ľfte und deren Wirkung auf den Menschen von Bedeutung sein.
I. A. Veril

Literatur
[1] Broadcasting of Smell. Sunday Electronics 29(1980) H. 1, S. 4


Wer auf die elektronische Duft√ľbertragung [beschrieben im Heft 4 (1980)] reingefallen ist, ist selbst schuld. Nat√ľrlich ist nichts ausgeschlossen, aber der Raum, in dem die beschriebene Anlage steht und wom√∂glich auch arbeitet, m√ľsste f√ľrchterlich zu

erriechen sein. Und einen Duft in ein Bin√∂rwort umzuwandeln d√ľrfte - bei allem Respekt vor dem menschlichen Erfindungsreichtum - unm√∂glich sein. Versuchen Sie doch nur einmal zu beschreiben, wie ein G√§nsebraten riecht.

Schwarzer Strahler (1982)

In enger Zusammenarbeit des Institutes f√ľr Luminokinese und des Entwicklungsb√ľros f√ľr moderne Leuchten ist die Entwicklung einer nahezu schwarzen Leuchtstoffr√∂hre gelungen, bei der es sich um einen modifizierten Dunkelstrahler handelt. Damit konnte der seit langem bestehenden Forderung nach neuen Leuchtstoffen, die besonders f√ľr Anzeige- und Werbezwecke gebraucht werden, entsprochen werden. Dem Entwicklungskollektiv ist es gelungen, einen Leuchtstoff mit doppelter Extinktion als Patent anzumelden.

Die Abmessungen und Anschlusswerte schwarzer Leuchtstoffr√∂hren entsprechen den bisher benutzten Standards, so dass sie jederzeit ohne Umr√ľstung gegen wei√üe oder farbige Leuchtstoffr√∂hren ausgetauscht werden

k√∂nnen. Auf Grund der intensiven Extinktion kann der Energiebedarf erheblich gegen√ľber der herk√∂mmlichen Technik gesenkt werden. Im roten Bereich erfolgt nur eine geringf√ľgige Abschw√§chung, ihr Maximum ist im gr√ľnen Bereich des Spektrums. Lediglich im blauen ist noch mit fertigungsbedingten Streuungen zu rechnen, die dennoch den optischen Gesamteindruck nur schwach oder gar nicht st√∂ren, da die gesamte Extinktion im umgekehrten Verh√§ltnis zur physiologischen Empfindlichkeit des Auges steht. Auf Grund eines aspezifischen Spannungsabfalls k√∂nnen die Vorschaltger√§te f√ľr Leuchtstoffr√∂hren mit gleichen √§usseren Abmessungen ohne weiteres benutzt werden.
0. Manoman


Nat√ľrlich wissen Sie l√§ngst, dass schwarze Strahler kein "schwarzes Licht" ausstrahlen. Vielmehr handelt es sich um schwarze K√∂rper, die das auf sie fallende Licht verschlucken und nichts davon reflektieren. Dargestellt wird ein schwarzer K√∂rper durch ein

kleines Loch in einem gro√üen Hohlk√∂rper. Wird dieser auf Gl√ľhlampentemperatur erhitzt, so tritt aus dem Loch sog. schwarze Strahlung der betreffenden Gl√ľhtemperatur aus. Dunkles Licht bleibt also ebensolcher Unsinn wie heller Schatten.

Kehren alte Warenzeichen wieder? (1984)


In der fr√ľheren Schallplattentechnik wurde den Schutzzeichen gro√üe Bedeutung beigemessen. Im Jahre 1898 gr√ľndete der neben Edison f√ľr die Schallplatte besonders verdienstvolle Emil Berliner mit seinem j√ľngeren Bruder Joseph in Hannover die "Deutsche Grammophon GmbH". Damals wurden die Schallplatten aus Schellack, Schwerspat, Ru√ü und Kuhhaaren mit nur 17 cm Durchmesser gepre√üt. Etiketten gab es noch nicht. Die Titel wurden mit zus√§tzlichen Angaben und dem Schutzzeichen "Der schreibende Engel" eingraviert (Bild 1). Im Laufe weniger Jahre gelang es dieser Firma, weitere Grammofonbetriebe einzugliedern und sich so zum Gro√üunternehmen zu entwickeln. Ab 1909 wurde ein neues Schutzzeichen "Die Stimme seines Herrn" (Bild 2) eingef√ľhrt. Dies Bild hatte Francis Barraud bereits 1899, allerdings mit einem Edison-Phonographen, gemalt. Er wurde f√ľr das Schutzzeichen durch das Grammofon von Berliner ersetzt. So ging das Bild um die Welt und trug mit zum Erfolg der Firma bei. Noch heute soll das Original im B√ľro der Nachfolgegesellschoft in Hayes in Middlessex (England) h√§ngen. Beim n√§heren Hinsehen sollen auch noch die Spuren des Edisonphonographen zu erkennen sein.

Es sei noch ein drittes Schutzzeichen dieser Zeit erw√§hnt. Es entstand um 1900 in Frankreich und zeigt einen Hahn (Bild 3). Es wurde von der Firma Path√∂ Fr&es benutzt. Da√ü es nicht sehr gl√ľcklich gew√§hlt wurde, zeigen zeitgen√∂ssische satirische Kommentare, die besagten, da√ü die "Stimme" dieses Grammofons so unsauber wie die eines kr√§chzenden Hahnes w√§re. In Wirklichkeit sollte nat√ľrlich einerseits dem gallischen Hahn Tribut gezollt werden, andererseits sollte er zur Werbung genutzt werden.

Es ist unklar, ob √§hnliche Assoziationen beim Entwurf eines neuen Schutzzeichens Pate standen. Die Analogie liegt allerdings bei dem computergenerierten Bild "Des Adlers T√§uschung" (Bild 4) sehr nahe. Es entstand in Japan. Dort wird das 525-Zeilen-Fernsehen nach dem NTSC-Verfahren verwendet, welches erheblich schlechter als das mit 625 Zeilen ist. So ist dort auch der Trend zum Hochzeilenfernsehen mit etwa 1.000 Zeilen viel zwingender. Eine solche Norm stellt dann aber auch weitaus h√∂here Anspr√ľche an die Farbbildr√∂hre. Hier gelang es nun offensichtlich der Firma Mitsaschubi, das Penetrationsprinzip auf drei Farben zu erweitern. Je nach Beschleunigungsspannung werden in einer speziellen Leuchtstoffschicht die drei Grundfarben an derselben Stelle, jedoch in unterschiedlicher Tiefe erzeugt. Die so erreichte Qualit√§t soll betr√§chtlich sein. Sogar der Adler, dessen Augen ein weit h√∂heres Auf l√∂sungsverm√∂gen als menschliche Augen haben, wird get√§uscht. Dies soll das neue Schutzzeichen ausdr√ľcken. Es bleibt abzuwarten, ob sich das neue Bildr√∂hrenprinzip neben den ebenfalls zu erwartenden flachen Bildschirmen durchsetzt und ob dabei dem Schutzzeichen eine √§hnliche Bedeutung wie seinerzeit "der Stimme seines Herrn" zukommen wird. 1. Rilpa


Haben Sie es bemerkt? In unserem Heft 4 (1984) war der Beitrag "Kehren alte Warenzeichen wieder?" nicht v√∂llig korrekt. Alle Fakten zum Grammofon stimmten. Selbst die Kuhhaare sind richtig. Sie wurden erst sp√§ter durch Baumwollflocken ersetzt. Bewusst und f√ľr diesen Zweck aber wurde von unserem Autor und seiner Frau die Textgrafik generiert. Stellen Sie dieses Bild auf den Kopf und lesen den dort enthaltenen Text mit der Lupe: "LASSEN SIE SICH NICHT IN DEN APRIL SCHICKEN". Doch nicht genug damit: Sehen Sie von Anfragen zum 13-bit-Prozessor ab. Er enth√§lt von vorn bis hinten nur Unsinn, den sich Schaltkreisentwickler aus Jux ausgedacht haben.

Lichtorgel mit geringem Aufwand (1985)

PER PLECKS

Mancher Amateur hat bisher auf den Bau einer Lichtorgel verzichtet, da ihn der oft recht gro√üe Aufwand an Bauelementen davon abhielt. Die hier beschriebene Schaltung eignet sich daher besonders f√ľr Anf√§nger, da au√üer den Gl√ľhlampen keine weiteren Bauelemente ben√∂tigt werden. Das Ger√§t wird einfach zwischen Verst√§rkerausgang und Lautsprecher geschaltet. Die Reduzierung des Aufwandes ist haupts√§chlich auf die geschickte Anwendung des Skin-Effektes (benannt nach seinem Entdecker William Skin, 1785) zur√ľckzuf√ľhren. Der Skin-Effekt entsteht in einem mit Wechselstrom durchfiossenen Leiter durch Wirbelstr√∂me und bewirkt, dass die Stromdichte nach innen abnimmt. Dieser Effekt ist frequenzabh√§ngig, bei sehr hohen Frequenzen flie√üt der Strom praktisch nur noch an der Oberfl√§che. Nach [1] getr√§gt die Eindringtiefe.

ω = 2πf
¬Ķ = ¬Ķ0 / ¬Ķr
x = elektrische Leitfähigkeit

F√ľr Aliminium erh√§lt man daraus die zugeschnittene Gr√∂√üengleichung

Damit ergeben sich die Werte entsprechend der Tafel.

Eindringtiefe und Frequenz
f in Hzδ in mm
3004,5
1 0002,5
3 0001,4
Die einfachste Ausf√ľhrung einer solchen Frequenzweiche ist die "Skinrolle". Dazu wird um einen runden Stab Aluminiumfolie gewickelt. Bei den angegebenen Radien wird ein d√ľnner, am Ende etwa 2cm abisolierter Draht mit eingewickelt und seitlich herausgef√ľhrt (s.Bild 1). Die Skinrolle sollte etwa 12..16cm lang sein. Ihre Enden werden kontaktiert und zwischen Lautsprecher und Verst√§rker geschaltet. Der g√ľnstigste Anschluss der Lampen muss erprobt werden (Bild 2).

Falls die Lampen zu schwach leuchten, sollte man eine Gegentaktschaltung aufbaueen. Dazu werden zwei gleich aufgebaute Skinrollen in die beiden Lautsprecherschaltungen geschaltet. Die Lampen werden dann zwischen gleichartige Anschl√ľsse geschaltet.

Literatur
[1] Philipow, E.: Grundlagen der Elektrotechnik. 2.Aufl. Leipzig: Akademische Verlagsgesellschaft Geest & Portig K.-G. 1967


F√ľr alle, die darauf reingefallen sind. Die im Heft 4 (1985) 5. 254, beschriebene Skinrolle ist mit Unsinn so gespickt, dass man perplex ist: den Erfinder William Skin gab es nicht, schon gar nicht vor 200 Jahren, denn damals steckte die Elektrotechnik noch so in den Kinderschuhen, da√ü die Entdeckung eines solchen Effektes v√∂llig unm√∂glich war. Die Gleichung ist zwar richtig, gilt aber nur f√ľr sehr hohe Frequenzen, nicht aber im NF-Bereich. In einzelnen lamellierten bzw. gewickelten Leitern k√∂nnen sich die f√ľr das Zustandekommen des Effektes n√∂tigen Wirbelstr√∂me nicht bilden. Im ganzen ist die Anordnung so niederohmig, dass die f√ľr die Speisung der Lampen erforderliche Spannung nicht erzeugt wird. Aber auch ohne Ber√ľcksichtigung dieser vielen Gr√ľnde ginge diese Schaltung nicht: Nach der Spannungsteilerregel f√ľhren alle vier Abgriffe das gleiche Potential, so dass die Lampen nicht leuchten k√∂nnten.
Red. rfe

Ein modernes Rauschminderungsverfahren (1986)

Dr. sc. H. R. STR√ĄUBENDT

Das Rauschen ist ein allgemein bekannter und meist st√∂rend wirkender physikalischer Effekt bei der Nachrichten√ľbertragung. Seine Ursache hat es in regellosen, nicht determinierten Vorg√§ngen innerhalb der √ľbertragenden Medien, z. B. der Atmosph√§re, der Leitermaterialien, der Widerst√§nde und der aktiven Bauelemente. Sie stellen Rauschquellen dar, die sich auf dem Wege von der Nachrichtenquelle (z. B. Mikrofon, Sender) zur Nachrichtensenke (z. B. Empf√§nger, Lautsprecher, Bildschirm) befinden.

In den vergangenen Jahren wurden deshalb mehrere Rauschminderungsverfohren entwickelt, z. B. das DNL-Verfahren (pegelabhängiges Rauschfilter) und verschiedene Komponder-Expander-Methoden wie Dolby, Telcom, High-Com.

Ein neueres, unkonventionelles Verfahren ergibt sich aus dem Gedanken, analog der Nachrichtensenke eine Rauschsenke vorzusehen (Bild). Es handelt sich dabei um einen Rauschgenerator, der vom Eingangsrauschen synchronisiert wird. Das dabei entstehende Rauschsignal wird gegenphasig in den Signalweg eingespeist und kompensiert so dos Eingangsrouschen. Wegen der hohen Anforderungen an die Symmetrie und geringen Phasen- und Laufzeitunterschiede zwischen den einzelnen Komponenten ist ein integrierte Schaltungsaufbau notwendig.

Ein derartiger Schaltkreis, dessen wichtigster Bestandteil ein nach dem PLL-Prinzip arbeitender Synchronisator ist,

wurde inzwischen unter der Bezeichnung Noisistor auf dem internationalen Markt bekannt. Bei dieser Namensgebung d√ľrfte der Transistor Pate gestanden haben: Transistor = transfer + resistor, Noisistor = noise (Rauschen) + resistor. Berichten zufolge soll die Rauschminderung je nach Frequenzbereich bei 14...20dB liegen, gr√∂√üere Werte werden offenbar auf Grund der unvermeidbaren Regelabeichungen der PLL-Kreise noch nicht erreicht.
Derartige Noisistor-Schaltkreise können ihre Hauptanwendung bei TV- und UKW-Stereo-Fernempfang finden, weiterhin wird das Fernmeldewesen als bedeutender potentieller Abnehmer angesehen.


Nat√ľrlich sind Sie auf Herrn Dr. sc. Haarstr√§ubend nicht hereingefallen. So sch√∂n das Verfahren w√§re (kein Zwischensenderrauschen, perfektes telefonieren, gutes Fernsehbild mit fast ohne Antenne), so unm√∂glich ist es: Wie sollte der Zufall mit dem betragsgleichen, identischen Zufall umgekehrten Vorzeichens aufgehoben werden?

Selbstauslötende Schaltkreise (1987)

Dr. sc. H. ERZKE

Das Auslöten integrierter Schaltungen, besonders solcher im DIL-Gehäuse, ist trotz aller Hilfsmittel noch unbequem und wenig beliebt. In diesem Beitrag wird ein Verfahren vorgestellt, das diese Arbeit drastisch vereinfacht.

Jeder Praktiker kennt die Probleme, die beim Auslöten von IS auftreten können. Gerade im Falle notwendiger Reparaturen kommt es oft dazu, dass sich hinterher nicht mehr eindeutig feststellen lässt, ob ein vielleicht nur auf Verdacht ausgelöteter Schaltkreis wirklich die Fehlerursache war oder ob er erst beim Auslöten beschädigt wurde.

Abhilfe k√∂nnen hier selbstausl√∂tende Schaltkreise schaffen, deren Wirkprinzip mechanische oder thermische Besch√§digungen praktisch ausschlie√üt. Als besonders geeignet erwiesen sich TTL-IS. Die Schaltkreise besitzen einen internen Hochstrombus, an den die Pins bei Bedarf angeschaltet werden k√∂nnen, Es kommt dabei zu einer gleichm√§√üigen Erw√§rmung aller Anschl√ľsse, so dass die L√∂tstellen am Schaltkreis aufgeschmolzen werden. Die Stromaufnahme liegt dabei mit 5 * 1010 nA nur geringf√ľgig √ľber der herk√∂mmlicher TTL-Schaltkreise, in der Low-Power-Version konnte sie sogar auf 3,2 * 1010 nA gesenkt werden, so dass die Stromversorgung mit gebr√§uchlichen Stromversorgungsger√§ten ohne Schwierigkeiten sichergestellt werden kann.

Der Ausl√∂tvorgang l√§sst sich √ľber einen laktiven /RE-Eingang (Resoldering Enable) aktivieren. Die zum Ausl√∂ten ben√∂tigte Zeit betr√§gt etwa 0,5s, so dass die thermische Belastung der Schaltkreise relativ gering bleibt. Um diese weiter zu vermindern, wurden die Geh√§use mit einem internen W√§rmeverteiter (√§hnlich dem von integrierten Leistungsverst√§rkern) ausgestattet.

Wird der /RE-Eingang mit einer Rechtecksignalfolge mit einem Tastverhältnis von Vt> 0,25 und Tp < 10 ms angesteuert, so ist ein Nachlöten kalter Lötstellen möglich. Bei Vt > 0,1 werden bei längerer Betriebszeit Chip und Leiterplatte erwärmt, In dieser Betriebsart ist es möglich, die IS auch bei extrem niedrigen Umgebungstemperaturen zu betreiben. Die direkte Erwärmung der Baugruppen trägt dabei dem Erfordernis nach sparsamsten Energieeinsatz optimal Rechnung.
Die Bonddrähte der Schaltkreise wurden aus einer speziellen Titan-Wolfram-Legierung hergestellt. Um die Temperaturbeständigkeit zu optimieren, sind diese Elemente im eutekischen Verhältnis vorhanden. Die Pins wurden mit einer lötfähigen Spezialbeschichtung versehen, so dass sich ein erhöhter Übergangswiderstand ergibt. Damit wird die Funktion der Bauelemente nicht beeinträchtigt, die Erwärmung jedoch direkt auf die Lötstelle konzentriert.

Das Entfernen

der Bauelemente aus der Leiterplatte gestaltet sich auf Grund einer unter dem Geh√§useboden angebrachten Blattfeder v√∂llig problemlos. Diese Feder ist im Ruhezustand durch zwei L√∂tstellen am W√§rmeverteiler des Geh√§uses befestigt und wird erst nach erreichen der erforderlichen Ausl√∂ttemperatur (VT >0,45 an /RE) freigegeben. Um die Wiederverwendung der IS zu erm√∂glichen, kann die Feder mit einem L√∂tkolben wieder befestigt werden. Sie besteht aus einem Federwerkstoff mit sehr hohem spezifischen Widerstand, so dass ein Kurzschlie√üen von unter dem Schaltkreis evtl. vorhandenen Leiterz√ľgen nicht zu bef√ľrchten ist.

Durch einen speziellen RE-Controller k√∂nnen die /RE-Eing√§nge im Zeitmultiplex aktiviert werden. Damit reduziert sich die thermische Belastung, so dass eine Besch√§digung der Leiterplatte nicht zu bef√ľrchten ist. Jeder RE-Controller kann vier Schaltkreise bedienen, eine Kaskadierung ist m√∂glich. Der Controller-Chip enth√§lt auch den Taktgenerator, der bis auf die frequenzbestimmende Kapazit√§t ohne externe Bauelemente auskommt.

Neben dieser Eigenschaft des selbständigen Entlötens kann bei einer speziellen Bondvariante ein kurzer Impuls von 2Ucc und tp>1ms an /RE einen Interntest auslösen (Aktivieren des Testeinganges des RE-ControUers). Wird dabei ein Fehler erkannt, geht der Ausgang IRR (Resoldering Request) auf 1-Pegel, so daß der RE-Controller den Fehlerzustand auswerten und entsprechend reagieren kann, sofern sein /RA-Eingang (Resoldering Acknowiedge) auf "L" liegt.

Abschließend noch einige Applikationshinweise:

  1. Um Fehlauslötungen zu vermeiden, muß der /RE-Eingang bei anliegender Betriebsspannung auf definiertem Potential liegen.
  2. F√ľr die Betriebsspannung sind die aus der TTL-Technik bekannten Abblockkondensatoren erforderlich. Diese m√ľssen aber, um o.g. Bedingung zu erf√ľllen, etwas vergr√∂√üert werden.
  3. Um bereits vorhandene Schaltungen umstellen zu k√∂nnen, d√ľrfen die Anschl√ľsse /RE und /RR einmalig um 185¬į gebogen werden. Die erforderlichen zus√§tzlichen Verbindungen k√∂nnen dann als Zweckverdrahtung erg√§nzt werden.

F√ľr die IS sind keramische DIL-16-Geh√§use vorgesehen, sie werden bis auf die zus√§tzlichen Anschl√ľsse /RE und /RR zu den entsprechenden Standardtypen pinkompatibel sein. F√ľr die genannten Anschl√ľsse wird ein zus√§tzliches Pinpaar angebracht.


Unser Autor Scherzke hat wieder zugeschlagen. Nat√ľrlich sind Sie sp√§testens bei den Betriebsstr√∂men von 10A stutzig geworden und haben entt√§uscht unsere Meldung √ľber die selbstausl√∂senden Schaltkreise als Aprilscherz abgetan. Schade, sie w√§ren so praktisch...

Diskettenersatz (1988)

Den Umstand, dass die Beschichtung normaler Floppy-Disks im Prinzip aus einfachem magnetisierbarem Material besteht, kann man sich zur behelfsweisen Herstellung solcher Datentr√§ger, deren Verf√ľgbarkeit ja nicht immer und √ľberall in ausreichender Menge gew√§hrleistet ist, zunutze machen. Ein solches Verfahren benutzt als Ausgangsmaterial die magnetisierbare Schicht einfacher Cr02-Audiokassetten, die dazu von der Bandunterlage getrennt werden muss. Gut bew√§hrt hat sich das Aufl√∂sen in Azeton, einfaches mechanisches Zerkleinern wird nicht zu so guten Ergebnissen f√ľhren. Anschlie√üend wird

die magnetisierbare Masse eingedickt und auf einen Träger aufgebracht. Das Bindemittel kann z. B. frisches Duosan o. ä. sein. Das Trägermaterial muss die nötige Torsionsfestigkeit aufweisen und mit dem Bindemittel abgestimmt sein. Gegenwärtig lassen auch nach diesem Verfahren allerdings nur Einfachdisks herstellen. Die Speicherdichte ist entsprechend der Anzahl der aufgebrachten magnetisierbaren Partikel als gut zu bezeichnen.

Literatur
[1] Laughter, L.: Magnetic and other defects in human brain. Silicon hill, California (1986) S.366-368


... f√ľr den, der sich Diskettenersatz aus alten Magnetb√§ndern und Duosan herstellen will. Wenn es so einfach w√§re, eine Magnetschicht aufzutragen, die eine akzeptale und reproduzierbare Speicherdichte erm√∂glichte, w√ľrde das bestimmt jeden Nutzer freuen, aber...
Sicher ließe sich auf einer derart hergestellten "Floppy-Disk" irgendetwas irgendwie speichern, mit Informationsspeicherung hätte das aber nichts zu tun.

Alternative Daten√ľbertragung (1994)

Aus Finnland kommt eine neue Technologie der Daten√ľbertragung, die sich durch relativ geringen Aufwand und universale Verwendbarkeit auszeichnet. Erfolgreich erprobt wurde ein Verfahren, mit dessen Hilfe vorerst noch einfache Steuerinformationen in S√§len und Kongre√ühallen auf ungew√∂hnlichem Wege √ľbermittelt werden.

Auf Kongressen, Parteitagen und √§hnlichen Gro√üveranstaltungen ist, wie man beobachten kann, eine Vielzahl von Informationen zentral zu √ľbermitteln. Meist verf√ľgen derartige S√§le √ľber ein Steuer- und Kommunikationsnetz, f√ľr Fernsteuerungen wird in der Regel lnfrarotstrahlung eingesetzt. Derartige Verbindungen sind problemlos verf√ľgbar, erprobt und geh√∂ren zum internationalen Standard. Dass auch hier noch Verbesserungen und Vereinfachungen m√∂glich sind, stellt die finnische Firma Ensin Huhtikuu Rajoitettu (EHR), ein mittelst√§ndisches Unternehmen aus lvalo, unter Beweis. So erprobt die herk√∂mmliche Kommunikations- und Steuertechnik auch ist, sie muss regelm√§√üig und sorgf√§ltig gewartet werden, und unter ung√ľnstigen Randbedingungen, wie sie im n√∂rdlichsten Europa zu erwarten sind, kann dies zum Problem werden. Die EHR suchte einen Weg, digitale Informationen so innerhalb des Saales zu √ľbertragen, dass das bereits bestehende Beleuchtungsnetz verwendet werden kann. Sie entwickelte ein Zusatzger√§t, das die bereits kodierten Digitalsignale in das Niederspannungsnetz einspeist, das die Halogenstrahler, die zur Raumausleuchtung geh√∂ren, versorgt. Diese 12-V-Spannung wird mit einer Bitfolge beaufschlagt, die sich in Schwankungen der Amplitude √§u√üert. Die Halogenlampen wandeln diese Spannungs√§nderungen in eine vom Auge unbemerkte Helligkeits√§nderung um, die von Empfangsger√§ten, die mit der zu steuernden Einrichtung verbunden sind, ausgewertet werden.

Der Sender
Der ben√∂tigte Sender, der die Steuersignale in das 12-V-Netz einspeist, wird an passender Stelle zwischen die zwei Enden des unterbrochenen spannungsf√ľhrenden Leiterzuges geschaltet, wie Bild 1 verdeutlicht.

Damit wird gew√§hrleistet, dass alle eingeschalteten Halogenlampen die Information nahezu gleichzeitig senden, geringe Laufzeitunterschiede in den Leitungen der Versorgungsspannung k√∂nnen hier unber√ľcksichtigt bleiben. Wegen der hohen Str√∂me, die flie√üen, wenn an einen Wandler mehrere Halogenstrahler angeschlossen sind, wurde der Sender so ausgelegt, dass er bis zu 20 220-V-1 2-V-Transformatoren ansteuern kann. Bild 2 zeigt eine Variante f√ľr drei Trafos mit den jeweils zugelassenen Strahlern.

Der Empfänger
F√ľr den Empfang der digitalisierten Steuersignale hat die EHR f√ľr jeden Endverbraucher einen Empf√§nger vorgesehen. Dessen wichtigster Bestandteil ist eine schnelle Si-Fotodiode, die die Helligkeitsschwankungen des Halogenstrahlers wieder in Spannungs√§nderungen zur√ľckwandelt. Eine Triggerschaltung formt die digitale Botschaft, bevor sie auf den Decoder und ggf. an den D-A-Wandler gegeben wird, um den √ľbertragenen Befehl ausf√ľhren zu lassen. Die Empf√§nger sind generell transportabel und werden aus einer 6-V-Quelle gespeist. Jeder einzelne hat eine Codenummer, die verhindert, dass die f√ľr ihn gesendete Nachricht von einem anderen Ger√§t decodiert wird und so vielleicht den Unrechten erreicht. Spezielle Interfaceschaltungen gestatten, sie mit beliebigen Stelleinrichtungen zu koppeln.

Vor- und Nachteile
Das finnische System zeichnet sich durch einen einfachen und unkomplizierten Aufbau aus, Halogenstrahler sind an der Beleuchtung auch gro√üer S√§le und Hallen heute in der Regel beteiligt, sie lassen sich so zweifach nutzen. Erforderliche Wartungsarbeiten reduzieren sich auf ein Minimum. Schlie√ülich entf√§llt der Aufbau eines zweiten Fernsteuer- und Kommunikationsnetzes auf der Basis modulierter Infrarotstrahlung, was bei Neubauten Kosten sparen hilft. Die unbestreitbaren Vorz√ľge der Halogenlampenkommunikation darf aber nicht dar√ľber hinwegt√§uschen, dass sie nur bei eingeschaltetem Halogenlicht funktionsf√§hig ist, im Dunkeln schweigt alles.

Ausblick
Die finnischen Erfinder hoffen, dass sich die Telekommunikation per Halogenlicht als kosteng√ľnstige Alternative zu den etablierten Kommunikationssystemen durchsetzt. Als besonders zukunftstr√§chtig werden Anwendungen zur √úbertragung von Text und Audiosignalen - vorerst ebenfalls in geschlossenen R√§umen - angesehen. Gegenw√§rtig wird in einer Studie untersucht, unter welchen Bedingungen das System im freien Gel√§nde eingesetzt werden kann. Da hier Halogenstrahler als Medium ungeeignet sind, versuchen die Fachleute der EHR, das Licht von Quecksilber- oder Natriumdampflampen zu modulieren. Sollten diese Bem√ľhungen von Erfolg gekr√∂nt sein, w√§re die Beschallung von Sportstadien und ganzer Stadtteile per Flutlicht oder Stra√üenbeleuchtung auf relativ einfache Weise denkbar, ohne dass zus√§tzliche Verkabelungen oder IR-Sender erforderlich w√§ren.


Sollte wirklich ein RFE-Leser auf unseren Scherz hereingefallen sein? Es ist sicher verlockend, umfangreiche Installationsarbeit einzusparen und statt dessen ganze Texte, Audioinformationen und Steuersignale einfach mit dem √ľberall zu findenden Halogenstrahler zu √ľbermitteln. Die Idee ist nicht schlecht, doch leider undurchf√ľhrbar. Neben Problemen mit der Decodierung der Informationen aus der 12-V-Wechselspannung gibt es einen physikalischen Haken: Der Gl√ľhdraht ist viel zu tr√§ge, um

auf geringe Spannungsschwankungen zu reagieren, er integriert sie einfach. Obendrein heißt die finnische "Erfinderfirma", die es nach unserem Willen am Inarisee geben sollte, in der Übersetzung "1st April Ltd" - aber wer spricht hierzulande schon Finnisch? Wir auch nicht, deshalb bitten wir alle, die diese Sprache beherrschen, uns grammatische Unrichtigkeiten nachzusehen.
Redaktion RFE
(PS: Gewisse √Ąhnlichkeiten aus dem Jahr 1978 sind sicher rein zuf√§llig)

Alternativer Spannungsspeicher

Umweltschutz f√§ngt zu Hause an. M√ľssen immer mehr chemische Spannungsquellen wie Batterien, die in der Regel das gesamte Periodensystem an chemischen Elementen enthalten, immer und √ľberall eingesetzt werden, wenn es eine einfache, aber umweltfreundliche Spannungsquelle auch tun k√∂nnte?

Wir zeigen, wie es geht.

Der Aufbau ist extrem einfach. Man nehme eine m√∂glichst italienische 2-L-Weinflasche (z.B. eine Chiantiflasche) und entleere sie (so oder so), denn im gef√ľllten Originalzustand ist sie f√ľr unsere Zwecke nicht zu gebrauchen. Dann wird die Strohh√ľlle entfernt, die Flasche innen und au√üen gr√ľndlich gereinigt und abgetrocknet. Hier muss sehr sorgf√§ltig gearbeitet werden, denn davon h√§ngt der Erfolg unserer Arbeit ab.

Die Au√üenfl√§che der Flasche wird nun mit einem festen Leim bestrichen, auf den eine d√ľnne Stanniolfolie so geklebt wird, dass die gesamte Flasche bis zum Halsansatz bedeckt ist. Die Folie muss so glatt wie irgend m√∂glich auf dem Glas liegen.

Danach wird die Flasche mit Salz- oder ges√§uertem Wasser soweit gef√ľllt, bis es das Ende der Stanniolummantelung am Hals erreicht. Jetzt wird die Flasche mit einem guten Korken fest verschlossen. Nun nehme man eine 2...3 mm dicke Kupfer- oder besser Aluminiumnadel, steche sie durch den Korken in die Flasche hinein, so dass sie etwa 10 cm tief in das Wasser eintaucht. Befindet sich die Nadel in der gew√ľnschten Position, wird sie mit etwas Siegellack fixiert. Damit ist die Flasche nun auch luftdicht verschlossen. Jetzt muss gewartet werden, bis der Leim richtig getrocknet ist.

Dann wird ein dicker, blanker Kupferdraht um den bauchigsten Teil der Flasche gelegt, ein Ende davon ragt etwa 10 cm hervor. Die Flasche wird nun in eine Glas- oder Porzellanschale gestellt, die sie sowohl h√§lt als auch als Isolator dient. Jetzt kann sie geladen werden, z.B. durch Reibungselektrizit√§t. Nun steht uns eine Gleichspannung f√ľr leistungsarme elektronische Ger√§te zur Verf√ľgung.
WES

rfe 4/95


Ich konnte, wie sonst √ľblich, keine Erl√§uterung zu diesem haarstreubenden Unsinn finden.
Au√üer einen erh√∂hten Weinkonsum d√ľrfte nichts aus dem Experiment herauskommen.
Was der Autor "WES" bedeutet weiß ich nicht.
Und seltsamerweise ist der Artikel im Aprilheft 1995 veröffentlicht worden.

Falls allerdings jemand diese Anordnung nachbaut und es funktioniert, dann lasst es mich wissen. Ich gebe dann eine Saalrunde.


© infos-sachsen / letzte Änderung: - 19.04.2023 - 19:28