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Politik


August Heinrich Hoffmann von Fallersleben (1798-1874)
schrieb das Lied auf Helgoland im August 1841
zu einer Melodie von Joseph Haydn (1732 - 1809)

LIED DER DEUTSCHEN

  1. Deutschland, Deutschland über alles,
    Über alles in der Welt,
    Wenn es stets zu Schutz und Trutze
    Brüderlich zusammenhält,
    Von der Maas bis an die Memel,
    Von der Etsch bis an den Belt -
    Deutschland, Deutschland über alles,
    Über alles in der Welt!

  2. Deutsche Frauen, deutsche Treue,
    Deutscher Wein und deutscher Sang
    Sollen in der Welt behalten
    Ihren alten schönen Klang,
    Uns zu edler Tat begeistern
    Unser ganzes Leben lang -
    Deutsche Frauen, deutsche Treue,
    Deutscher Wein und deutscher Sang!

  3. Einigkeit und Recht und Freiheit
    Für das deutsche Vaterland!
    Danach laßt uns alle streben
    Brüderlich mit Herz und Hand!
    Einigkeit und Recht und Freiheit
    Sind des Glückes Unterpfand -
    Blüh` im Glanze dieses Glückes,
    Blühe, deutsches Vaterland!
Auferstanden aus Ruinen (Nationalhymne der DDR)
Text: Johannes R. Becher (1891 - 1958)
Musik: Hanns Eisler (1898 - 1962)
  1. Auferstanden aus Ruinen
    Und der Zukunft zugewandt,
    Laß uns dir zum Guten dienen,
    Deutschland, einig Vaterland.
    Alte Not gilt es zu zwingen,
    Und wir zwingen sie vereint,
    Denn es muß uns doch gelingen,
    Daß die Sonne schön wie nie
    Über Deutschland scheint,
    Über Deutschland scheint.

  2. Glück und Frieden sei beschieden
    Deutschland, unserm Vaterland.
    Alle Welt sehnt sich nach Frieden,
    Reicht den Völkern eure Hand.
    Wenn wir brüderlich uns einen,
    Schlagen wir des Volkes Feind!
    Laßt das Licht des Friedens scheinen,
    Daß nie eine Mutter mehr
    Ihren Sohn beweint,
    Ihren Sohn beweint.

  3. Laßt uns Pflügen, laßt uns bauen,
    Lernt und schafft wie nie zuvor,
    Und der eignen Kraft vertrauend,
    Steigt ein frei Geschlecht empor.
    Deutsche Jugend, bestes Streben,
    Unsres Volks in dir vereint,
    Wirst Du Deutschlands neues Leben,
    Und die Sonne schön wie nie
    Über Deutschland scheint,
    Über Deutschland scheint.

Bis 1990 waren alle drei Strophen des Liedes der Deutschen die Nationalhymne der Bundesrepublik Deutschland. Bei staatlichen Anlässen wurde jedoch nur die dritte Strophe gesungen. Seit der Wiedervereinigung ist lediglich die dritte Strophe die Nationalhymne.
Umstritten ist im Grunde nur die erste Strophe: Sie wurde im »Dritten Reich« dem Horst-Wessel-Lied vorangestellt und damit im Sinne nationalsozialistischen Expansionsdenkens umgedeutet.

Die Deutsche Demokratische Republik vollzieht auch bei der Wahl ihrer Nationalhymne einen radikalen Bruch mit der Vergangenheit. Wegen des Missbrauchs durch das NS-Regime findet das Deutschlandlied keinerlei Berücksichtigung. Sofort nach der Staatsgründung am 7. Oktober 1949 erteilt das Zentralkommitee der SED dem Dichter und späteren Kulturminister Johannes R. Becher den Auftrag zur Dichtung einer Hymne.

Der Text der Nationalhymne der DDR ist erstaunlich "versmaßkompatibel" mit dem "Lied der Deutschen", also der heutigen deutschen Nationalhymne. Tatsächlich regte auch Lothar de Maisiére an, diesen Text zur Melodie von Haydn als Nationalhyme für das wiedervereinigte Deutschland zu verwenden. Damit wäre man den heute zweifelhaft klingenden Text von Hoffman von Fallersleben los geworden und hätte ein Stück positiver Erinnerung an die DDR bewahrt, denn schließlich war die Zeile "Deutschland, einig Vaterland" wesentliche Aussage während der "Vereinigungsdemonstrationen". Außerdem wurde der Text der Hymne in der DDR kaum gesungen, da er eben diese Zeile enthielt. Wie bekannt, wurde die Deutsche Nationalhymne aber trotz solcher Argumente und Bemühungen nicht geändert.
Entlehnt aus einer Internet-Präsentation der Uni Potsdam.