Namenstag
Florentius, Gereon, Kassius, Viktor,
Kalenderblatt
2003 - Das Wasserstraßenkreuz Magdeburg (Elbe und Mittellandkanal) wird eingeweiht.
1981 - In Bonn demonstrieren über 300.000 Menschen gegen Aufrüstung und Atombewaffnung in Ost und West.
1964 - In Tokio beginnen die XVIII. Olympischen Sommerspiele. Zum letzten Mal tritt eine gemeinsame Mannschaft beider deutscher Staaten an.
1957 - Ein Reaktor im britischen Kernkraftwerk Sellafield brennt und setzt Radioaktivität frei. Es ist einer der schwersten Unfälle in einem Kernreaktor vor dem Atomunglück von Tschernobyl 1986.
1957 - Die DDR und Jugoslawien vereinbaren die Aufnahme diplomatischer Beziehungen; daraufhin bricht die BRD die offiziellen Beziehungen zu Jugoslawien am 18. Oktober gemäß der Hallstein-Doktrin ab.
1949 - Die Sowjetische Kontrollkommission löst nach erfolgter Gründung der DDR die bisher in der Sowjetischen Besatzungszone eingerichtete Sowjetische Militäradministration in Deutschland ab.
1920 - Gemäß dem »Friedensvertrag von Saint-Germain-en-Laye« wird im südlichen Teil von Kärnten eine Volksabstimmung durchgeführt. Die Einwohner des vom Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen (Jugoslawien) beanspruchten Gebietes stimmen darin für den Verbleib bei Deutsch-Österreich (59,04 %).
1911 - Mit einem Aufstand in Wuhan beginnt das Ende des mehr als 2.000 Jahre alten kaiserlichen Chinas. Nach dem Sturz der Qing-Dynastie wird die erste chinesische Republik gegründet.
1794 - Russland und Preußen schlagen den von dem polnischen General Kosciuszko angeführten Aufstand nieder, der sich gegen die Teilung Polens richtet. Nach der dritten Teilung Polens am 24. Oktober 1795 verschwindet Polen für 123 Jahre von der Landkarte und wird erst 1918/1919 als Staat wiederhergestellt.
1789 - In Frankreich verstaatlicht die revolutionäre Nationalversammlung das gesamte Kirchengut.
(stark gekürzt - ganzer Artikel hier.)
Helmut W. Ganser
Brigadegeneral a. D.
14. Januar 2024, 15:29 Uhr
© Ignacio Marin/Anadolu/Getty Images
Die Erzählung, dass die Ukraine für das existenzielle westliche Sicherheitsinteresse kämpft, reflektiert jedoch einen Mythos, der diskussionsbedürftig ist. Denn das Narrativ impliziert, dass Deutschland und die anderen Unterstützerstaaten einen Stellvertreterkrieg führen, um die russische Armee nachhaltig zu schwächen, ohne sich selbst der Gefahr auszusetzen, dass ihre Soldaten in Kämpfe verwickelt werden und sterben.
Zehntausende ukrainische Soldaten, viele Familienväter, haben in den Kämpfen bereits ihr Leben verloren, sind verbrannt, zerschmettert worden, verblutet. Sie sind nicht für westliche Sicherheitsinteressen in den Kampf gegangen, sondern für das Überleben ihres eigenen Landes, ihrer Heimat. Hier zeigt sich die ethische Krux der "Sie kämpfen für uns"-Rhetorik.
Das Argument, dass Russland in wenigen Jahren sogar die baltischen Nato-Staaten angreifen wird, wenn die Ukraine den Krieg nicht "gewinnt", ist weit hergeholt. Wie immer man öffentliche Aussagen von Wladimir Putin interpretieren will, seine realen Intentionen bleiben im Dunkeln und sind vermutlich auch wandelbar.
Allein für diese Zielsetzung und die dazu erforderlichen Verteidigungsoperationen braucht die Ukraine weitere umfangreiche Waffen- und Munitionslieferungen aus dem Westen und eine neue Mobilisierungswelle. Mehrere Hunderttausend in die Europäische Union geflüchtete ukrainische Männer, die sich der Wehrpflicht entzogen haben, erschweren die personelle Auffüllung der Verbände.
Alle darüber hinausgehenden Vorstellungen und Forderungen eines ukrainischen Siegfriedens mit einem aus der Pokersprache entlehnten "all in" westlichen Militärmaterials sind militärisch und politisch-strategisch unrealistisch und im Blick auf damit verbundene erhebliche weitere Opferzahlen und materielle Verluste verantwortungslos. Der personelle und materielle Kräftebedarf für eine neue große Offensive mit dem Ziel der Wiederherstellung der Grenzen von 1991 übersteigt ganz und gar die militärischen Möglichkeiten der ukrainischen Streitkräfte, wie die Möglichkeiten der Nato-Staaten im Hinblick auf den erforderlichen Umfang von Waffenlieferungen zu diesem Zweck.
Unter den europäischen Bündnispartnern ragen in absoluten Zahlen nur noch Deutschland und deutlich dahinter Großbritannien als größere Geber von Finanzmitteln und militärischer Ausrüstung heraus. Andere wichtige Nato-Staaten wie Frankreich, Italien, Spanien und Polen haben sich bei der bilateralen Hilfe für die Ukraine längst weit zurückfallen lassen.
Vermutlich wird der Status der Ukraine innerhalb der europäischen Sicherheitsarchitektur (Neutralität versus Nato-Mitgliedschaft) bei späteren Friedensverhandlungen eine zentrale Rolle spielen, wie schon bei dem Istanbuler (ad referendum) Verhandlungsergebnis im März 2022. Damit wird deutlich, dass die Art und Weise der Beendigung dieses furchtbaren Kriegs im Zusammenhang mit dem Modus Vivendi der künftigen Koexistenz zwischen der Nato und Russland gestaltet werden muss. Es liegt im vitalen und existenziellen deutschen und europäischen Sicherheitsinteresse, dass der mit dem russischen Angriff auf die Ukraine ausgebrochene tiefe Kalte Krieg nicht in einen heißen Konflikt umschlägt.
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