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13. Juni
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Anton, Bernhard

Kalenderblatt

1994 - Nordkorea erklärt seinen Austritt aus der Internationalen Atomenergie-Kommission.


1990 - In Berlin wird mit dem endgültigen Abriss der 155 Kilometer langen Mauer zwischen West-Berlin und der DDR begonnen.


1971 - Die New York Times beginnt mit der Veröffentlichung geheimer »Pentagon-Pa­pie­re«, die eine jahrelange Täuschung der Öffentlichkeit über wesentliche Aspekte des Vietnamkriegs durch die US-Regierung belegen.


1959 - Die ersten Arbeiterfestspiele in der DDR finden in Halle/Saale statt.


1952 - Sowjetische Jagdflugzeuge schießen über der Ostsee eine schwedische Militärmaschine ab – gemeinsam mit einem weiteren Abschuss am 16. Juni geht der Vorfall als Catalina-Affäre in die Geschichte ein.


1950 - Der Bundestag lehnt die Anerkennung der Oder-Neiße-Linie als Grenze zwischen DDR und Polen ab.


1949 - George Orwells Roman 1984 wird in den USA als Buch des Jahres ausgezeichnet. Orwell, der für den Observer über den Krieg berichtet hatte, entwirft in 1984 das Horrorszenario einer totalitären Welt.


1944 - Wenige Tage nach der erfolgreichen Invasion der Alliierten in der Normandie feuert Deutschland von Calais die ersten V1-Raketen auf London ab. Bis zum Ende des Krieges schlagen 2300 dieser von Hitler als »Wunderwaffe« angekündigten Geschosse in der britischen Hauptstadt ein.


1933 - Volkszählung in Deutschland ergibt 65,3 Millionen Einwohner.


1878 - Auf dem Berliner Kongress wird der osmanisch-russische Vorfrieden von San Stefano revidiert. Die beginnende Konferenz unter der Leitung von Otto von Bismarck sucht nach Lösungen in Konflikten der Großmächte.


1525 - Der deutsche Reformator Martin Luther (1483-1546) heiratet die ehemalige Nonne Katharina von Bora (1499-1552).


Handwerker aus Sachsen-Anhalt verlangen Ende der Russland-Sanktionen
In einem Brief an Olaf Scholz fordert ein ostdeutscher Handwerksverband das Ende aller Russland-Sanktionen. "Die breite Mehrheit ist nicht gewillt, für die Ukraine ihren schwer erarbeiteten Lebensstandard zu opfern." Quelle: Spiegel vom 19.08.2022)

Wegen Preisexplosion: Vogtländer schicken Wut-Brief an Habeck:
Im Brief heißt es dazu: "Konkret haben wir den Eindruck, dass aus der emotionalen Empörung über den Angriffskrieg der Russischen Föderation auf die Ukraine politische Entscheidungen resultieren, deren Auswirkungen gravierende Folgen für die Bevölkerung in unserem Land haben werden (...)" Quelle: Tag24 vom 01.08.2022)

Bürgermeister sprechen sich für Nutzung von Nord Stream 2 aus. Quelle: Brief an die Bundesregierung (welt.de vom 28.07.2022)

Eine starke Wirtschaftsleistung ist die Grundlage für Deutschland, überhaupt reagieren zu können, egal in welcher Dimension. (...) Wir helfen der Ukraine nicht, wenn wir uns selbst schwächen. Genau das würde aber passieren bei einem sofortigen Energie-Stopp. Mercedes-Benz-Chef Ola Källenius

"Ich möchte dazu ermutigen, auch zukünftig die Welt immer auch mit den Augen des Anderen zu sehen, also auch die manchmal unbequemen und gegensätzlichen Perspektiven des Gegenüber wahrzunehmen, sich für den Ausgleich der Interessen einzusetzen". Angela Merkel. Großer Zapfenstreich 02.12.2021

Alarmstufe Gas gilt

Erst im Mai 2022 billigte der Bundestag eine Änderung des Energiesicherheitsgesetzes (EnSiG), das den Energielieferanten erlaubt, im Fall einer ausgerufenen Alarmstufe die Preise direkt an die Verbraucher weiterzugeben.

Dabei ist es völlig egal, ob Kundinnen und Kunden eine Preisgarantie unterschrieben haben. Die Unternehmen können die Preise anheben - und Betroffene können nichts dagegen tun.

Zu den Artikeln aus Focus und Tagesspiegel

Anderer Blick der Woche


Arbeiten bis 70? Für das Kanzleramt sind Millionen da, der normale Bürger muss schuften

Artikel von Ricardo Lange

03.08.2025, 17:37 Uhr

3 Minuten Lesezeit

Sie hat es wieder getan. Die CDU fordert erneut, dass wir alle länger arbeiten. Diesmal ist es die Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche, die allen Ernstes vorschlägt, das Renteneintrittsalter auf 70 Jahre anzuheben. Ein Vorschlag, der nur eins zeigt: völlige Entfremdung von der Lebensrealität der arbeitenden Menschen in diesem Land.

Ein Mann rückt seine Brille zurecht: Das Rentenentrittsalter soll auf 70 Jahre angehoben werden, wenn es nach der CDU geht.
© Gabriel Trujillo/imago

Ich frage mich: Warum kommen solche Forderungen immer aus den schicken Amtsstuben der Berliner Oberschicht? Von Leuten, die vermutlich noch nie körperlich gearbeitet haben, nie eine Nachtschicht geschoben und auch nie erlebt haben, wie es ist, nach 40 Jahren in der Pflege, auf dem Bau oder am Fließband mit kaputtem Rücken und müden Knochen in den Ruhestand zu gehen? Dass der Arbeitgeberverband bei solchen Forderungen jubelnd Beifall klatscht, wundert mich nicht. Wer seine Mitarbeiter am liebsten bis zum Umfallen schuften lässt, hat natürlich nichts gegen ein paar Jahre extra.

Worüber Frau Reiche lieber schweigt: In welchen Jobs steigt denn die Lebenserwartung? Sicher nicht im Pflegeheim, auf dem Bau oder im Busfahrersitz. Akademiker mit hohem Einkommen leben im Schnitt bis zu zehn Jahre länger als Menschen in körperlich belastenden Berufen. Aber genau die will man jetzt auch noch dazu zwingen, bis 70 zu schuften? Als wäre das nicht genug, haben Menschen, die im Schichtdienst arbeiten - etwa in der Pflege, in der Industrie oder im öffentlichen Nahverkehr - statistisch gesehen eine um bis zu acht Jahre kürzere Lebenserwartung. Das sind keine Einzelfälle, sondern seit Jahren bekannte Fakten. Und trotzdem soll ausgerechnet diese Gruppe noch länger arbeiten - im Namen der "Gerechtigkeit"?

Reiche steht mit dieser Forderung nicht alleine da. Auch Kanzler Merz ließ kürzlich in bekannter Arroganz verlauten: "Wir müssen in diesem Land wieder mehr und effizienter arbeiten. Mit Vier-Tage-Woche und Work-Life-Balance werden wir den Wohlstand nicht erhalten können."

Ach wirklich, Herr Merz? Vielleicht sollten Sie einmal einen Blick auf die Zahlen werfen: Alleine im Jahr 2024 haben die Menschen in Deutschland rund 1,19 Milliarden Überstunden geleistet, davon 638 Millionen unbezahlt. Und da wollen Sie uns ernsthaft erzählen, wir würden zu wenig arbeiten?

Ich frage Sie: Wer genau soll denn mehr arbeiten? Die alleinerziehende Mutter, die nur Teilzeit arbeiten kann, weil sie keine Kinderbetreuung findet? Der Pflegehelfer, der nach der Schicht noch seinen dementen Vater versorgt? Die Millionen Ehrenamtlichen, ohne die in diesem Land kein Tierheim, keine Tafel und keine Katastrophenhilfe mehr funktionieren würde?

Carsten Linnemann, CDU-Generalsekretär, wird da schon etwas konkreter. In der ARD-Sendung "Caren Miosga" erklärte er, Rentner würden zu wenig arbeiten. Ausgerechnet die Generation, die jahrzehntelang dieses Land aufgebaut, Kinder großgezogen, Angehörige gepflegt und Steuern gezahlt hat, soll nun also auch noch für die Defizite der Politik den Kopf hinhalten?

Manche von ihnen sammeln heute Flaschen, weil ihre Rente nicht reicht. Sie stehen an den Ausgabestellen der Bahnhofsmission, während die Politik von Wohlstand schwafelt und sich gleichzeitig die Diäten erhöht. Denn während die Bürger immer mehr leisten und immer weniger zurückbekommen, gönnen sich Bundestagsabgeordnete eine Diätenerhöhung nach der anderen. Wenn dann Milliarden an Steuergeldern verschwendet werden, interessiert das niemanden. Jens Spahn etwa versenkte mit dubiosen Maskendeals ein Vermögen. Konsequenzen? Fehlanzeige. Stattdessen wird beschwichtigt, vertuscht und ausgesessen.

Dabei sind die öffentlichen Kassen scheinbar alles andere als leer: Allein der völlig überdimensionierte Neubau des Kanzleramts, größer als das Weiße Haus und mindestens doppelt so teuer wie geplant, verschlingt mehr als 800 Millionen Euro. Geld ist da, es wird nur immer bei den Falschen ausgegeben. Und dann wird immer bei denen gespart, die am wenigsten haben und am meisten leisten. Warum nicht mal bei denen anfangen, die sich Jahr für Jahr mit vollen Händen bedienen - und Verantwortung nur dann kennen, wenn sie sich gut verkaufen lässt?

Wir brauchen keine Vorschläge von oben herab. Wir brauchen keine Realitätsferne von Leuten, die sich nie die Hände schmutzig gemacht haben. Was wir brauchen, ist Respekt. Für Arbeit. Für Lebensleistung. Für Menschen, die nicht nur über das Land reden, sondern es tagtäglich am Laufen halten.

Und nein, Frau Reiche - damit sind nicht Sie gemeint.


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© infos-sachsen / letzte Änderung: - 09.08.2025 - 18:17