Namenstag
Hilda, Pius, Qurin, Wolfhard
Kalenderblatt
30. April: - In der Walpurgisnacht, der Nacht vor dem 1. Mai, tanzen der Sage nach die Hexen auf dem Blocksberg auf Besen, Katzen oder Ziegenböcken mit dem Teufel. In dieser Nacht kann man angeblich Menschen verzaubern, das Wachstum der Pflanzen beeinflussen, Vieh Unheil zufügen sowie Wasser in Wein verwandeln. Die heilige Walpurga ist die Beschützerin von Bauersfrauen und Mägden.
2015 - Nach zehnjähriger Reise geht Sonde "Messenger" auf dem Merkur nieder / 250.000 Fotos gesendet.
2004 - Die Bundesluftwaffe stellt auf dem Fliegerhorst Laage bei Rostock die ersten fünf Jagdflugzeuge vom Typ Eurofighter offiziell in Dienst. Deutschland erhält bis 2014 insgesamt 180 Maschinen.
2003 - Gut 14 Jahre nach dem Lockerbie-Anschlag übernimmt Libyen als Staat die Verantwortung für den Tod von 270 Menschen.
1995 - Greenpeace-Aktivisten verhindern die Versenkung der Ölplattform Brent Spar in der Nordsee.
1993 - Die neue Technologie für den Zugang zu Internet-Inhalten wird vom europäischen Kernforschungszentrum Cern in der Schweiz zur allgemeinen Nutzung freigegeben. Der Brite Tim Berners-Lee hat das «World Wide Web» entwickelt.
1991 - Nach rund 33 Jahren und der Herstellung von über 3 Millionen Autos schließt Sachsenring das Trabant-Werk in Zwickau. Der letzte Trabant rollt in Zwickau vom Band direkt ins Automobilmuseum der Stadt.
1975 - Der Vietnamkrieg endet mit der Eroberung der südvietnamesischen Hauptstadt Saigon (heute Ho-Chi-Minh-Stadt) durch nordvietnamesische Truppen.
1963 - Die 963,4 Meter lange Fehmarnsund-Hochbrücke (Vogelfluglinie) wird eröffnet. Sie verbindet die Insel Fehmarn mit dem schleswig-holsteinischen Festland.
1960 - In Rostock wird der neue Überseehafen, gebaut als zentraler Umschlagplatz des Seehandels der DDR, eröffnet.
1945 - Adolf Hitler nimmt sich im Berliner Führerbunker das Leben. Die US-Armee marschiert in München ein.
1942 - Der Leiter des SS-Wirtschafts- und Verwaltungshauptamtes, Oswald Pohl, formuliert in einem Befehl das Prinzip der "Vernichtung durch Arbeit". Der Befehl führt zu einer gewaltigen Expansion von Nebenlagern, verschlechtert die Lebensbedingungen der KZ-Häftlinge noch weiter und erhöht ihre Sterberate.
1939 - Im Deutschen Reich tritt das "Gesetz über Mietverhältnisse mit Juden" in Kraft. Es hebt den Mieterschutz für Juden auf und leitet den Ghettoisierungsprozess ein. Deutsche Juden müssen ihre Wohnungen verlassen und werden in "Judenhäusern" konzentriert.
1815 - Friedrich Wilhelm III. verfügt auf dem Wiener Kongress die Einteilung Preußens in zehn Provinzen, darunter unter anderem die Provinzen Westfalen, Brandenburg und Posen.
1803 - Durch den Ankauf des Louisiana-Gebiets von Frankreich für 15 Millionen Dollar verdoppeln die Vereinigten Staaten von Amerika ihre Fläche.
Die Walpurgisnacht findet immer in der Nacht vom 30. April auf den 1. Mai statt. Da der Tag nach der Nacht stets auf den gesetzlichen Maifeiertag fällt, bleibt auch den hartnäckigen Feierbiestern morgens in jedem Jahr eine Chance aufs Ausschlafen.
Die Walpurgisnacht ist ein traditionelles nord- und mitteleuropäisches Fest am 30. April, das sich üblicherweise weit über Mitternacht hinaus in den 1. Mai zieht. Der Name des Festes leitet sich von der heiligen Walburga ab, das bis ins Mittelalter am 1. Mai, dem Tag ihrer Heiligsprechung, begangen wurde. Als "Tanz in den Mai" hat die letzte Aprilnacht wegen der Gelegenheit zu Tanz und Geselligkeit am Vorabend des arbeitsfreien Maifeiertags auch als urbanes, weltliches Festereignis Eingang in private und kommerzielle Veranstaltungen gefunden.
Traditionell gilt die Nacht vom 30. April auf den 1. Mai als die Nacht, in der die Hexen der Legende nach vor allem auf dem Blocksberg - das ist eigentlich der Brocken im Harz - ein großen Fest abhielten. Doch auch an anderen erhöhten Orten fanden derartige Rituale (in der Literatur des 15. und 16. Jahrhunderts "Hexensabbat") angeblich statt. Im Rahmen der Aufklärung verlor das Treiben viel von seinem heidnischen Eifer und wurde einfach als fröhliches Fest zur Verabschiedung des Winters und zur Begrüßung des Frühlings angesehen. Gleichwohl wurde die Walpurgisnacht noch lange von Kirche und Staat misstrauisch beäugt und zeitweise sogar verboten.
Johann Wolfgang von Goethe hat den Begriff "Walpurgisnacht" populär gemacht - nicht nur im "Faust", sondern auch durch seine Ballade "Die erste Walpurgisnacht". Das Werk dreht sich um den nächtlichen Kampf zwischen heidnischen Druiden und christlichen Priestern, den der Dichterfürst mit deutlicher Sympathie für die Anhänger der vorchristlichen Naturreligion erzählt. Auch Felix Mendelssohn Bartholdy macht in seiner Vertonung augenzwinkernd deutlich, auf wessen Seite er steht - mit Sicherheit sind es nicht Goethes ängstliche und abergläubische "Pfaffenchristen".
Die Nacht vom 30. April auf den 1. Mai wird, wie bereits erwähnt, in vielen Orten für einen "Tanz in den Mai" genutzt, der mit Religion - sei sie nun heidnisch oder christlich - nicht das Geringste zu tun hat. Dies gilt auch für die Gepflogenheiten meist jüngerer Männer, die in der sogenannten Rau- oder Freinacht allerlei Unfug treiben - manchmal harmlos bis albern, nicht selten aber auch gefährlich und strafbar.
Die echten Walpurgisnächte dagegen erlebt man am besten im Harz, wo unzählige Orte das Feiern und das Anzünden von Freudenfeuern zu einer touristischen Attraktion gemacht haben. Die Harzer Walpurgisnächte werden in mehr als 20 Orten der Region gefeiert. Dabei befindet sich das Zentrum des sprudelnden Hexenkessels in den Ortschaften Bad Grund, Braunlage, Hahnenklee, Sankt Andreasberg, Schierke und Thale.
Knorrige Alte, schaurig schöne Hexen und dämonenhafte Wesen sind rund um die lodernden Flammen des Harzes untrennbar miteinander verbunden. Es wird getanzt, gelacht, gefeiert. Ein Festprogramm mit Gauklern, Geistern und all dem Hexenvolk begeistert die von überall angereisten Gäste. Wer nicht auf seinem Reisigbesen den Weg zum Brocken zurücklegen möchte, dem sei die dampfende Brockenbahn empfohlen, die sich unter Hexengeschrei und Teufelsgeheul den Berg hinauf schiebt. (AZ)
Quelle: Augsburger Allgemeine
Von Ingrid Strobl
Schätzungsweise 50.000 Menschen fielen den Hexenverfolgungen der frühen Neuzeit zum Opfer, davon etwa 80 Prozent Frauen. Die katholische und die protestantische Kirche verfolgten angebliche Hexen gleichermaßen, aber auch die weltliche Gerichtsbarkeit ließ Frauen unter dieser Anklage foltern und töten.
Die Scheiterhaufen brannten in Deutschland, Frankreich, der Schweiz, Spanien, Italien und Nordamerika. In Großbritannien wurden Hexen gehängt, während es in Irland interessanterweise keine Hexenverfolgung gab.
In Deutschland wurde erst 1775 die letzte "Hexe" verbrannt. Und 1978 ergab eine Umfrage, dass in den USA damals noch jeder Zehnte an Hexen glaubte.
Die Frauen, die in den frühen 1970er-Jahren die neue Frauenbewegung ins Leben riefen, interessierten sich sehr für diese angeblichen Hexen. Die Feministinnen vermuteten: Die Frauen, die so heftig verfolgt, so grausam gefoltert und gnadenlos ermordet wurden, hatten etwas getan oder vermocht, das die Männerwelt ängstigte oder neidisch machte.
Sie nahmen an, dass die angeblichen Hexen vor allem Anhängerinnen des alten Göttinnenglaubens, weise Frauen, Heilerinnen und Hebammen waren, die von der männlichen Medizin und Religion verteufelt wurden – im wahrsten Sinne des Wortes.
Sie hofften, dass diese Frauen vielleicht auch wirklich zaubern konnten und über ein machtvolles Wissen verfügten, das sie auf ihren Treffen in der Walpurgisnacht miteinander teilten, und das die Frauenbewegung wiederbeleben und nutzen wollte.
Und so riefen zum Beispiel die Teilnehmerinnen der ersten Frauen-Demonstration in Rom: "Tornate, tornate, le streghe son tornate!" – "Zittert, zittert, die Hexen sind zurückgekehrt!"
Und seit Mitte der 1970er-Jahre, als die Frauenbewegung sich erstmals mit dem Thema Gewalt gegen Frauen auseinandersetzte, fanden viele Jahre lang bunte und lautstarke Demonstrationen in der Walpurgisnacht statt, also der Nacht vom 30. April auf den 1. Mai.
Die Frauen verkleideten sich als Hexen, trommelten, bliesen Trillerpfeifen und hielten potenziellen Vergewaltigern entgegen: "Wir erobern uns die Nacht zurück!"
Inzwischen haben frauenbewegte Wissenschaftlerinnen die Geschichte der Hexenverfolgung und die Sozialgeschichte der Frauen in früheren Jahrhunderten erforscht. Und so wissen wir heute, dass sehr unterschiedliche Frauen aus sehr unterschiedlichen Gründen als Hexen verfolgt wurden.
Unter ihnen waren tatsächlich Heilerinnen und Hebammen, Frauen, die nicht der damals herrschenden Norm entsprachen, Frauen, die unabhängig und selbständig lebten und mit ihrer Meinung nicht hinterm Berg hielten.
Es gab aber auch reiche Unternehmerinnen und Witwen, deren Vermögen sich – nachdem sie auf dem Scheiterhaufen verbrannt worden waren – der örtliche Landesherr oder ein männlicher Verwandter aneignete.
Und umgekehrt wurden zum Beispiel in England viele sehr arme Frauen verbrannt, einfach nur, weil sie Bettlerinnen und Landstreicherinnen waren.
Die meisten Frauen allerdings, die als Hexen ihr Leben lassen mussten, wurden von Nachbarn oder Familienangehörigen denunziert. Aus höchst privaten und oft habgierigen Gründen. Wer seine Ehefrau oder die Erbtante los werden wollte, der musste nur das Gerücht streuen, er habe sie auf dem Besen durch die Lüfte reiten sehen.
Von Tobias Aufmkolk
In der frühen Neuzeit begannen regelrechte Hetzjagden auf vermeintliche Hexen. Tausende von Menschen – vor allem Frauen – starben dabei auf dem Scheiterhaufen.
Der Glaube an Wesen, die wir heute als Hexen bezeichnen und die mit ihrem Zauber Schaden anrichten können, zieht sich weltübergreifend durch alle Kulturkreise und Zeiten hindurch.
Schon in den antiken Hochkulturen Ägyptens, Babyloniens oder Assyriens ist man von der Existenz sogenannter Zwischenwesen (Dämonen) überzeugt. Vermeintliche Zauberer werden auch zu dieser Zeit schon mit dem Tod bestraft, zu gezielten Verfolgungen kommt es aber nicht.
Auch im römischen Imperium glaubt die Mehrheit der Bevölkerung an Zauberei, allerdings wird nur ihr Missbrauch unter Strafe gestellt. Sogenannte Schadenszauberer werden seit dem 3. Jahrhundert nach Christus lebendig verbrannt, während wohltätige Zauberei ungestraft bleibt.
Erst mit dem Erstarken der christlichen Religion im 4. Jahrhundert nach Christus wird auf jede Art der Zauberei die Todesstrafe verhängt. Erstaunlich dabei ist, dass die frühen Christen an die Wirksamkeit der Zauberei gar nicht glauben, den bloßen Versuch jedoch schon als teuflisch ansehen.
Der große Kirchengelehrte Augustinus (354-430) setzt sich in seinen Schriften als erster ausführlich mit Magie und Zauberei auseinander. Seiner Ansicht nach sind magische Handlungen zwar prinzipiell wirkungslos, setzen aber einen stillschweigenden Pakt mit dem Teufel voraus. Eine Anleitung zur Bestrafung von Zauberern gibt er nicht.
Die Lehren des Augustinus beeinflussen im gesamten Früh- und Hochmittelalter (etwa 500-1250) maßgeblich den Umgang mit vermeintlichen Zauberern und Hexen. Zwar kommt es zu vereinzelten Prozessen wegen Zauberei, die im schlimmsten Falle auch mit einer Todesstrafe enden können, doch von gezielten Verfolgungen kann man dabei nicht sprechen.
Die Kirche wendet sich sogar ausdrücklich gegen Lynchjustiz und Pogrome, die von Teilen der Bevölkerung manchmal verübt werden.
Die Menschen glauben zwar an Magie, leben aber im Großen und Ganzen in friedlicher Koexistenz mit den vermeintlichen Zauberern. Verurteilungen gibt es nur sehr selten. Die Geschädigten sind in der Regel lediglich darauf erpicht, dass der Zauber wieder aufgehoben wird. Auch die Kirche hat in diesem Zeitraum kein besonderes Interesse an der Verfolgung und Bestrafung von Zauberern.
Im "Canon episcopi", einer kirchenrechtlichen Vorschrift aus dem Jahre 906, werden Frauen beschrieben, die während ihrer nächtlichen, ekstatischen Flüge einen Pakt mit dem Teufel schließen.
Aus Sicht der Kirche sind die Flüge jedoch lediglich Wahnvorstellungen der Frauen. Man hält sie für Leute, die einem irrtümlichen Glauben anhängen und deshalb mit Bußen belegt werden müssen. Im schlimmsten Fall bedeutet dies für die Frauen den Ausschluss aus der Gemeinde, was einer sozialen Ächtung gleichkommt.
Ab dem 13. Jahrhundert dann wird von der Kirche ein deutlich schärferer Ton gegenüber vermeintlichen Hexen angeschlagen. Thomas von Aquin (um 1225-1274), einer der bedeutendsten Kirchentheoretiker des Mittelalters, geht in seinen Schriften davon aus, dass Hexentaten mit Hilfe des Teufels tatsächlich ausgeführt werden können.
Er beschreibt zudem detailliert die magischen Praktiken der Hexen, zum Beispiel den Pakt mit dem Teufel, die Hexenluftfahrt, die Tierverwandlung oder das Wettermachen. In seinen Augen sind Hexen schadensbringende Weiber. Als renommierter Denker legt er damit den theoretischen Grundstein für die späteren massenhaften Hexenverbrennungen.
In seinem Gefolge veröffentlichen zahlreiche kirchliche Gelehrte Traktate, die vermeintliche Hexensekten beschreiben und deren Verbrechen klassifizieren. Allmählich wandelt sich das Hexenbild: Angestachelt von Predigern und Autoren empfindet die Bevölkerung die Anwesenheit von Hexen als zunehmend bedrohlich.
Eines der Kerngebiete ist die heutige Schweiz. Hier machen Anfang des 15. Jahrhunderts Inquisitoren vermeintliche neue Sekten aus, die stark vom jüdischen und vom Hexenglauben beeinflusst seien.
In einem Prozess gegen solch ein Sektenmitglied taucht 1419 in der Schweizer Stadt Luzern auch zum ersten Mal das deutsche Wort "hexerye" zur Bestimmung der Praktiken auf.
Die katholische Kirche sieht sich zum Handeln gezwungen. Da scheinbar immer mehr Menschen der Magie verfallen, definiert sie auf dem Konzil in Basel (1431-1449) den Hexenglauben neu. Abhandlungen werden geschrieben, die nicht mehr von Einzelpersonen ausgehen, sondern von einer großen Hexensekte. Die Inquisitoren sollten die Augen offen halten und gegen diese Sekten vorgehen.
Die Bevölkerung nimmt schon kurze Zeit nach Veröffentlichung der Abhandlungen den Glauben an die Hexensekten an. In den Kirchen entstehen um 1450 zunehmend Malereien, die Hexenflüge darstellen. Es gibt erste gezielte Verfolgungen seitens aufgewiegelter Bauern, hauptsächlich in den Tälern der Schweizer Alpen.
Von der römischen Kurie ernannte Inquisitoren wandern in den Bistümern umher, um gezielt Hexenverfolgungen zu organisieren. Der berüchtigtste unter ihnen ist Heinrich Kramer (um 1430-1505): 1478 zum Inquisitor für ganz Oberdeutschland ernannt, lässt er innerhalb weniger Jahre zahlreiche angebliche Hexen zum Tode verurteilen.
Da es sowohl in der Kirche als auch in der weltlichen Politik noch viele Gegner der Verfolgungen gibt, verfasst er 1484 ein Papier, das er den amtierenden Papst Innozenz VIII. (1432-1492) unterschreiben lässt. Mit der sogenannten "Hexenbulle" des Papstes legalisiert die katholische Kirche zum ersten Mal die Hexenverfolgungen der Inquisitoren.
Trotz der "Hexenbulle" hat Kramer 1485 bei einem von ihm initiierten Hexenprozess in Innsbruck keinen Erfolg. Der ortsansässige Bischof ist von der Rechtmäßigkeit nicht überzeugt, lässt den Prozess platzen und Kramer aus Tirol hinauswerfen.
Dieses Scheitern veranlasst ihn zur Abfassung seines berühmten Buches "Hexenhammer", in dem er detailliert die Verbrechen der Hexen beschreibt und Regeln für Prozesse gegen sie aufstellt. Schon bald nach seiner Veröffentlichung im Jahre 1487 findet das Buch großen Anklang in ganz Europa.
Der "Hexenhammer" trifft auf fruchtbaren Boden. Ende des 15. Jahrhunderts verschlechtern sich die Lebensbedingungen der Bevölkerung dramatisch. Lange und harte Winter sind verantwortlich für drastische Ernteeinbußen, Epidemien breiten sich aus und raffen große Teile der Bevölkerung hin. Vor allem Hexen werden für die Übel verantwortlich gemacht.
Schätzungen zufolge sterben in den ersten 30 Jahren nach Veröffentlichung des "Hexenhammers" mehrere Tausend Menschen in ganz Europa auf dem Scheiterhaufen.
Um 1520 ebbt die erste Welle der Verfolgungen ab. Manche weltlichen Herrscher, die reformierten Gebiete in Deutschland sowie die spanische Inquisition lehnen die Hexenverbrennungen ab und stellen sie sogar unter Strafe.
Doch die Schonzeit für angebliche Hexen hält nicht lange an. Mitte des 16. Jahrhunderts verschlechtern sich die Lebensbedingungen erneut. Eine neue Kältewelle bricht über Europa herein. Lebensmittel werden so teuer, dass große Teile der Bevölkerung Hunger leiden müssen.
Durch Predigten von Hexengegnern angestachelt, beginnen die Hexenjagden quer durch alle Konfessionen erneut. In vielen Ländern Europas erleben die Prozesse in den Jahren zwischen 1570 und 1590 ihren Höhepunkt.
Während sich in West- und Südeuropa die Versorgungslage um 1600 allmählich stabilisiert und die Verfolgungen abnehmen, ist in Zentraleuropa nochmals ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen, der seinen Höhepunkt im Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) findet.
Zwischen 1626 und 1630 kommt es zu einer Konzentration ungünstiger Verhältnisse: Durch die Wirren des Krieges liegen viele Felder brach, andere Felder können wegen schlechter Witterungsverhältnisse keinen Ertrag hervorbringen.
1626 herrscht noch bis Ende Mai so starker Frost, dass sogar Teiche zufrieren. Wiederum werden Hexen für die Wetterschäden zur Verantwortung gezogen. In einer beispiellosen Hetzjagd werden Tausende von Menschen in Schnellverfahren getötet. Allein im Kurfürstentum Köln finden zwischen 1626 und 1635 mehr als 2000 Hinrichtungen statt.
Diesmal trifft es jedoch nicht nur ältere, arme Frauen, sondern auch Geistliche und Mitglieder des Adels, die sich den Verbrennungen entgegenstellen wollen. Ganz Zentraleuropa ist von einer Art Endzeitstimmung befallen. Auf Drängen der Bauern lassen auch Herrscher, die den Hetzjagden skeptisch gegenüberstehen, massenweise Scheiterhaufen errichten.
Erst Ende des 17. Jahrhunderts stabilisieren sich die ökonomischen, klimatischen und politischen Verhältnisse. Die Verfolgungen werden für die herrschenden Eliten zunehmend zum Störfaktor. Im Zeitalter der Aufklärung wird wissenschaftlichen Erkenntnissen mehr Bedeutung zugemessen als Magie und Aberglaube.
Während des gesamten 18. Jahrhunderts sind Hexenprozesse eher eine Seltenheit. Nur in entlegenen Gebieten auf dem Land kommt es noch zu vereinzelten Hinrichtungen. Die Aufklärer gewinnen mit ihren Schriften gegen die Hexenverfolgungen langsam Oberhand über die konservativen Kleriker.
Als 1782 in der Schweiz die letzte Hexe hingerichtet wird, entfacht dies eine empörte öffentliche Debatte über die rechtlich zweifelhaften Grundlagen des Prozesses.
Die Rechtsprechung wird fast überall reformiert, um 1800 sind alle Magiedelikte aus den Gesetzestexten verschwunden. Ein dunkles Kapitel der europäischen Geschichte findet sein Ende. Schätzungsweise 50.000 Menschen sind den Hexenverfolgungen der frühen Neuzeit zum Opfer gefallen, davon etwa 80 Prozent Frauen.
Finden Sie weitere Artikel zu Politik
- Energie-Irrsinn - Wir zahlen dem Ausland jetzt dicke Strom-Prämien (zuletzt geändert: 29.04.2026)
mehr zum Thema: Energiekrise - Bis zu 14,6 Prozent mehr! - Beamten-Pensionen steigen dreimal so stark wie Rente (zuletzt geändert: 29.04.2026)
mehr zum Thema: Rente - Arche-Sprecher - Schüler werden gedrängt, zum Islam zu konvertieren (zuletzt geändert: 29.04.2026)
mehr zum Thema: Schulen - Grünen-Chef sieht alle Männer als Gefahr - Das geht zu weit! (zuletzt geändert: 28.04.2026)
mehr zum Thema: die Grünen - Ukraine-Krieg - Respektlos - Selenskyj verurteilt US-Besuche in Moskau (zuletzt geändert: 27.04.2026)
mehr zum Thema: Ukraine - Kiew entlässt Kommandeure wegen verfälschter Lageberichte - Kämpfer werden vor Hunger ohnmächtig (zuletzt geändert: 27.04.2026)
mehr zum Thema: Ukraine - Ulrich Reitz - Und dann sagt Merkel zwei Sätze, die Merz als Leberhaken verstehen sollte (zuletzt geändert: 26.04.2026)
mehr zum Thema: Demokratie - Kubicki - Diskutieren Brandmauer, als sei sie Teil der Verfassung. Ist sie aber nicht (zuletzt geändert: 26.04.2026)
mehr zum Thema: FDP - Preisexplosionen - Diese Branchen planen Stellenabbau - Gibt der Irankrieg der Wirtschaft den Rest (zuletzt geändert: 25.04.2026)
mehr zum Thema: Wirtschaft - Erster Politiker fühlt sich getäuscht - Waren Hunderttausende wegen einer falschen Story auf der Straße (zuletzt geändert: 25.04.2026)
mehr zum Thema: Medien - TV-Kritik - Gebühren kassieren, Menschen zerlegen - Donnerstags ist im ZDF Hinrichtung mit Pointe (zuletzt geändert: 23.04.2026)
mehr zum Thema: Medien - Haupt neigen und entschuldigen - Israelischer Minister weist Merz-Kritik mit scharfen Worten zurück (zuletzt geändert: 23.04.2026)
mehr zum Thema: Ideologie - Einflussnahme von Politik - Böser Verdacht- Das steckt hinter dem Streit einer Grünen mit den ARD-Tagesthemen (zuletzt geändert: 23.04.2026)
mehr zum Thema: Medien / die Grünen - Staatlich finanzierter Irrtum - Das Märchen von der Energiewende (zuletzt geändert: 22.04.2026)
mehr zum Thema: Energiekrise - Neue Jugendstudie veröffentlicht - Deutschland verliert seine Zukunft (zuletzt geändert: 22.04.2026)
mehr zum Thema: Deutschland - Familien in Deutschland - Kindergeldzahlungen auf Rekordhoch (zuletzt geändert: 22.04.2026)
mehr zum Thema: Deutschland - XXL-Gehaltsplus für Beamte - Wie konnte das passieren - Regierung sucht die Schuldigen (zuletzt geändert: 21.04.2026)
mehr zum Thema: Korruption_Betrug - Wirtschaft - Trotz Lichtblicks in Ostdeutschland - Staatsschulden erreichen knapp 2,7 Billionen Euro (zuletzt geändert: 20.04.2026)
mehr zum Thema: Wirtschaft - Betrug bei Einbürgerungstests - Kunden schicken Stellvertreter zur Prüfung (zuletzt geändert: 20.04.2026)
mehr zum Thema: Korruption_Betrug - Reform bei Besoldung - Dobrindt will Beamte besser bezahlen (zuletzt geändert: 19.04.2026)
mehr zum Thema: Ideologie - Vermisstenserie - Die Nacht ohne Sterne. Was bleibt, wenn Amerikas klügste Köpfe verschwinden (zuletzt geändert: 18.04.2026)
mehr zum Thema: USA - Altkanzler Schröder - Ukrainer durften keinen Frieden vereinbaren (zuletzt geändert: 18.04.2026)
mehr zum Thema: USA / Ukraine
- Altenheim-Leiterin über eine Generation im Dauer-Lockdown ( zuletzt geändert: 28.04.2026 )
- Darum machen Schnelltests schnell reich ( zuletzt geändert: 19.04.2026 )
- Kleine Kinder mit großen Virusmengen ( zuletzt geändert: 28.04.2026 )
- Wenn die Wissenschaft der verlängerte Arm der Politik ist, läuft was schief ( zuletzt geändert: 19.04.2026 )
- Woher die meisten Infizierten einreisen ( zuletzt geändert: 19.04.2026 )
- Bevölkerung wurde laut Hendrik Streeck in der Pandemie Unrecht angetan ( zuletzt geändert: 28.04.2026 )
- Abschied ist ein leises Wort ( zuletzt geändert: 25.04.2026 )
- Die letzten Monate des Zweiten Weltkriegs in Mitteldeutschland ( zuletzt geändert: 27.04.2026 )
- Atomkatastrophe von Tschernobyl ( zuletzt geändert: 26.04.2026 )
© infos-sachsen / letzte Änderung: - 09.08.2025 - 18:17
- Impressum
- Kontaktformular
- Musiksammlung
- FTP - Server