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27. März
Namenstag
Frowin, Haimo, Rupert,

Kalenderblatt

27. März: - Der Rupertstag ist dem heiligen Rupertus gewidmet An ihm gilt: »Ist am Rupertstag der Himmel rein, so wird er's auch im Juni sein.«


2020 - Der Balkanstaat Nordmazedonien wird als 30.Mitglied in die Nato aufgenommen.


2009 - Die olympische Flamme geht nicht mehr um die Welt. Nach den teilweise gewalt­tätigen Ausschreitungen vor den Peking-Spielen 2008 schafft das IOC den inter­na­tionalen Teil des olympischen Fackellaufs wieder ab.


2006 - Die Europäische Union beschließt die Einführung einer einheitlichen Fahrerlaubnis für alle Autofahrer in der Europäischen Union.


1998 - Die amerikanische Gesundheitsbehörde FDA genehmigt die Potenzpille »Viagra« des Pharma-Unternehmens Pfizer.


1964 - Eines der weltweit schwersten Erdbeben erschüttert Alaska. Das Beben mit einer Stärke von 9,2 und ein anschließender Tsunami an der amerikanischen Westküste kosten 129 Menschen das Leben.


1955 - In Ost-Berlin findet die erste staatliche Jugendweihe statt - ein Gegen­ent­wurf zu kirchlicher Konfirmation bzw. Firmung.


1940 - Heinrich Himmler befiehlt die Einrichtung des KZ Auschwitz in der Nähe der polnischen Stadt Oswiecim (Auschwitz). Es wird im Mai/Juni 1940 in einer ehemaligen österr. bzw. poln. Artilleriekaserne errichtet. Ab Ende 1943 besteht Auschwitz aus drei selbständigen Lagerbereichen: Auschwitz I (Stammlager), Auschwitz II (Birkenau) und Auschwitz III (Monowitz). Ab dem 3. September 1941 werden die ersten Häftlinge mit Zyklon B. (Giftgas auf Blausäurebasis) umgebracht.


1899 - Der zweite Abschnitt der Brockenbahn, der Schmalspureisenbahnlinie auf den Brocken, wird durch die Nordhausen-Wernigeroder Eisenbahn-Gesellschaft eröffnet.


1899 - Der italienische Physiker Guglielmo Marconi telegrafiert erstmals drahtlos einen Morsebericht von Frankreich über den Kanal nach England.


1849 - Die deutsche Nationalversammlung verabschiedet in der Frankfurter Paulskirche die Reichsverfassung. Am 3. April wird dem Preußenkönig Friedrich Wilhelm IV. feierlich die Kaiserkrone angeboten, die dieser jedoch ablehnt.


Handwerker aus Sachsen-Anhalt verlangen Ende der Russland-Sanktionen
In einem Brief an Olaf Scholz fordert ein ostdeutscher Handwerksverband das Ende aller Russland-Sanktionen. "Die breite Mehrheit ist nicht gewillt, für die Ukraine ihren schwer erarbeiteten Lebensstandard zu opfern." Quelle: Spiegel vom 19.08.2022)

Wegen Preisexplosion: Vogtländer schicken Wut-Brief an Habeck:
Im Brief heißt es dazu: "Konkret haben wir den Eindruck, dass aus der emotionalen Empörung über den Angriffskrieg der Russischen Föderation auf die Ukraine politische Entscheidungen resultieren, deren Auswirkungen gravierende Folgen für die Bevölkerung in unserem Land haben werden (...)" Quelle: Tag24 vom 01.08.2022)

Bürgermeister sprechen sich für Nutzung von Nord Stream 2 aus. Quelle: Brief an die Bundesregierung (welt.de vom 28.07.2022)

Eine starke Wirtschaftsleistung ist die Grundlage für Deutschland, überhaupt reagieren zu können, egal in welcher Dimension. (...) Wir helfen der Ukraine nicht, wenn wir uns selbst schwächen. Genau das würde aber passieren bei einem sofortigen Energie-Stopp. Mercedes-Benz-Chef Ola Källenius

"Ich möchte dazu ermutigen, auch zukünftig die Welt immer auch mit den Augen des Anderen zu sehen, also auch die manchmal unbequemen und gegensätzlichen Perspektiven des Gegenüber wahrzunehmen, sich für den Ausgleich der Interessen einzusetzen". Angela Merkel. Großer Zapfenstreich 02.12.2021

Alarmstufe Gas gilt

Erst im Mai 2022 billigte der Bundestag eine Änderung des Energiesicherheitsgesetzes (EnSiG), das den Energielieferanten erlaubt, im Fall einer ausgerufenen Alarmstufe die Preise direkt an die Verbraucher weiterzugeben.

Dabei ist es völlig egal, ob Kundinnen und Kunden eine Preisgarantie unterschrieben haben. Die Unternehmen können die Preise anheben - und Betroffene können nichts dagegen tun.

Zu den Artikeln aus Focus und Tagesspiegel

Anderer Blick der Woche


Keine Satire? "Ken & Barbie" im Auswärtigen Amt: Warum Baerbock und Habeck Satire austeilen, aber nicht ertragen (sollen)

Harald Neuber

13.01.2026, 09:30 Uhr

Ein satirisches Gedicht im Auswärtigen Amt sorgt für Aufregung - dabei war Undiplomatie unter Baerbock Regierungsprogramm. Eine Analyse über Ken, Barbie und die Kunst der Selbstironie.

Baerbock, Habeck: Schon 2019 machte sie der Gedanke an Macht ernst.
Imago

Es gibt Momente, in denen sich ein Ministerium selbst entlarvt. Nicht durch Skandale, nicht durch Fehlentscheidungen, sondern durch die Art, wie es auf Kritik reagiert. Das Auswärtige Amt hat in dieser Woche einen solchen Moment erlebt - und er ist von einer Ironie, die selbst einem geübten Satiriker die Schamesröte ins Gesicht treiben könnte.

In der Mitarbeiterzeitschrift internAA (Ausgabe 1/26) erschien ein satirisches Gedicht mit dem Titel "Ken & Barbie". Insider lasen es sofort als Anspielung auf die ehemalige Außenministerin Annalena Baerbock und den ehemaligen Vizekanzler Robert Habeck. Was folgte, war bemerkenswert: Das Gedicht wurde gelöscht, aus dem Netz entfernt, ein Sprecher des Hauses erklärte kleinlaut: "Uns ist ein Fehler passiert."

Ein Fehler? Das Auswärtige Amt, jenes Haus, das unter Annalena Baerbock die "wertegeleitete Außenpolitik" zum Markenkern erhob, jenes Ministerium, das auf Twitter republikanische Politiker mit dem Verweis auf "Hunde und Katzen" verspottete, jenes Amt, dessen Chefin den russischen Außenminister öffentlich der Lüge bezichtigte und chinesische Diplomaten mit Vorlesungen über Menschenrechte traktierte - dieses Amt findet ein internes Gedicht über seine ehemalige Führung so unerträglich, dass es zur Zensur greift?

Die Empfindlichkeit der Unempfindlichen

Man muss sich die Chronologie vor Augen führen, um das Ausmaß der Absurdität zu ermessen. Im September 2024 postete das Auswärtige Amt auf X einen Tweet, der Donald Trumps Behauptung über Migranten, die angeblich Haustiere äßen, mit einem Foto von Außenamts-Hund und -Katze kommentierte. "They're safe here in the Foreign Office", hieß es da launig. Die diplomatische Gepflogenheit, sich nicht in den Wahlkampf anderer Länder einzumischen? Offenbar ein Relikt aus der Zeit, als Diplomatie noch etwas mit Zurückhaltung zu tun hatte.

Im September 2023 standen Baerbock und Habeck gemeinsam im Weltsaal des Auswärtigen Amtes vor versammelten deutschen Diplomaten. Der Spiegel schilderte die Szene in einer Ausführlichkeit, die an Realsatire grenzte: Habeck, so der Bericht, habe den Anwesenden erklärt, er wolle ihnen nun etwas sagen, das sie sich merken sollten. Dann habe er innegehalten und angekündigt: "Es ist etwas Großes, was ich hier gerade sage."

Die Reaktion der Diplomaten? Der Spiegel beschrieb sie als eine Mischung aus Höflichkeit und ungläubigem Staunen. Hier stand ein Minister, der sich selbst für so bedeutend hielt, dass er seine eigene Rede vorab als historisch einordnete. Die Beamten, geschult in der Kunst der neutralen Miene, dürften an diesem Tag ihre Ausbildung auf eine harte Probe gestellt gesehen haben.

Austeilen ja, Einstecken nein

Das Gedicht "Ken & Barbie" ist also nicht vom Himmel gefallen. Es ist, wenn man so will, die konsequente Fortführung jener Kommunikationskultur, die Baerbock und Habeck selbst im Auswärtigen Amt etabliert haben. Nur dass diesmal sie die Zielscheibe sind - und nicht mehr die, die den Pfeil abschießen.

Die Statistik spricht eine deutliche Sprache: Bis September 2024 hatte Robert Habeck 805 Strafanträge wegen Beleidigung gestellt, Annalena Baerbock 514. Zum Vergleich: Bundeskanzler Olaf Scholz stellte keinen einzigen. Die FDP-Minister Marco Buschmann und Bettina Stark-Watzinger kamen zusammen auf 50.

Man kann diese Zahlen unterschiedlich interpretieren. Die wohlwollende Lesart: Habeck und Baerbock sind besonders exponiert und werden deshalb besonders oft angefeindet. Die weniger wohlwollende: Hier regieren Politiker, die zwar gerne austeilen, aber das Einstecken nie gelernt haben.

Der Fall des bayerischen Rentners, der Habeck auf X als "Schwachkopf professional" bezeichnete - gestaltet wie das Logo der Kosmetikmarke Schwarzkopf -, wurde zum Symbol dieser Empfindlichkeit. Eine Hausdurchsuchung im Morgengrauen, zwei Polizeibeamte, ein beschlagnahmtes Tablet. Wegen eines Wortspiels, das ein Gericht später als zulässige Meinungsäußerung einstufte.

Der Unternehmer vom Tegernsee

Ähnlich erging es dem Unternehmer Michael Much aus Gmund am Tegernsee. Er hatte zwei Plakate an seinen Zaun gehängt: eines mit Habecks Zitat über Insolvenzen ("Unternehmen werden nicht insolvent, sondern hören nur auf zu produzieren") und der Unterzeile "Kann Robert Habeck überhaupt bis drei zählen?". Das zweite zeigte die Grünen-Spitze in satirischer Überzeichnung - Baerbock als trotziges Kind, Habeck mit leeren Hosentaschen, Ricarda Lang als Dampfwalze.

Die Staatsanwaltschaft beantragte einen Strafbefehl über 6.000 Euro. Die Darstellung Langs sei "entmenschlichend", argumentierte sie. Das Amtsgericht Miesbach sah das anders: Freispruch. Es handele sich um zulässige Meinungsäußerung und "Machtkritik". Politiker müssten mehr hinnehmen als Normalbürger.

Annalena Baerbock soll die Strafanzeige gestellt haben. Dieselbe Baerbock, die in ihrer Amtszeit keine Gelegenheit ausließ, anderen Staatschefs die Leviten zu lesen. Die Wladimir Putin einen Kriegsverbrecher nannte (was er nach Ansicht von Völkerrechtlern ist), die Xi Jinping über Menschenrechte belehrte (was ihr gutes Recht ist), die aber offenbar nicht ertragen kann, wenn ein bayerischer Unternehmer sie als trotziges Kind karikiert.

Helmut Kohl und die Birne

Es gab einmal eine Zeit, in der deutsche Spitzenpolitiker Spott als Berufsrisiko betrachteten. Helmut Kohl wurde 16 Jahre lang als "Birne" verspottet - er ließ die Karikaturen sammeln. Joschka Fischer rief 1984 dem Bundestagspräsidenten "Mit Verlaub, Herr Präsident, Sie sind ein Arschloch" zu - und wurde zum Außenminister. Die Grünen von damals verstanden sich als Partei, die den Mächtigen auf die Füße trat. Die Grünen von heute treten mit der Wucht des repressiven Staates zurück, wenn jemand ihnen auf die Füße tritt.

Der Paragraf 188 StGB, der seit 2021 einen besonderen Schutz für Personen des politischen Lebens vorsieht, sollte laut Gesetzesbegründung eine "Vergiftung des politischen Klimas" verhindern. Das Gegenteil ist eingetreten. Die Flut von Strafanzeigen hat das Klima nicht entgiftet, sondern das Vertrauen in die politische Klasse weiter untergraben. Wer jeden Kritiker verklagt, erweckt nicht den Eindruck von Stärke, sondern von Dünnhäutigkeit.

Die Zerrissenheit der Republik

Das Gedicht im Auswärtigen Amt ist gelöscht, aber die Fragen, die es aufwirft, bleiben. Warum darf ein Ministerium auf Twitter ausländische Politiker verspotten, aber kein internes Gedicht über die eigene Ex-Chefin veröffentlichen? Warum darf eine Außenministerin andere Staatschefs öffentlich der Lüge bezichtigen, aber ein Rentner darf sie nicht als trotziges Kind karikieren?

Die Antwort liegt in einer Asymmetrie, die das politische Deutschland seit Jahren prägt: Es gibt Satire, die als mutig gilt, und Satire, die als Hetze verfolgt wird. Die Unterscheidung verläuft nicht entlang der Frage, ob etwas witzig oder geschmacklos ist, sondern entlang der Frage, wen es trifft.

Jan Böhmermann darf den türkischen Präsidenten in einem Schmähgedicht als "Ziegenficker" bezeichnen - und wird dafür gefeiert. Ein bayerischer Unternehmer darf Ricarda Lang nicht als Dampfwalze zeichnen - und bekommt Besuch von der Polizei. Die Gerichte haben in beiden Fällen am Ende für die Meinungsfreiheit entschieden. Aber der Weg dorthin sagt viel über den Zustand der Debattenkultur.

Ein Ministerium auf der Suche nach sich selbst

Das Auswärtige Amt steht heute vor einem Neuanfang. Unter Minister Johann Wadephul (CDU) wird die "feministische Außenpolitik" zu den Akten gelegt, der Ton gegenüber Verbündeten wird wieder verbindlicher, die Tweets werden wieder langweiliger. Das ist, je nach Perspektive, ein Verlust oder eine Erleichterung.

Das Gedicht "Ken & Barbie" war vielleicht tatsächlich ein Fehler - aber nicht, weil es erschienen ist, sondern weil es gelöscht wurde. Ein Ministerium, das vier Jahre lang die wertegeleitete Außenpolitik gepredigt hat, hätte den Mut haben können, auch interne Satire als Teil dieser Werte zu begreifen. Stattdessen hat es demonstriert, dass die Meinungsfreiheit dort endet, wo die eigene Empfindlichkeit beginnt.

Annalena Baerbock hat einmal gesagt, sie wolle eine Außenpolitik machen, die "nicht nur Interessen, sondern auch Werte" vertritt. Das Gedicht im "internAA" war ein Test, ob diese Werte auch dann gelten, wenn sie unbequem werden. Das Auswärtige Amt hat den Test nicht bestanden.

Redaktionelle Anmerkung 1: In einer ersten Version dieses Artikels wurde die wertegeleitete Außenpolitik von Annalena Baerbock als "satiregeleitete Wertepolitik" bezeichnet. Die Berliner Zeitung entschuldigt sich für diesen Lapsus und bittet Frau Baerbock darum, nicht verklagt zu werden.

Redaktionelle Anmerkung 2: Hier das Gedicht in voller Länge.

Ken & Barbie

Heizung aus,
Pullover an,
selbst gestrickt,
von Mann zu Mann.

Die Außenwelten,
feministisch gedacht,
die Welt zu retten,
doch nicht jeder, hat gelacht.

Ein Kinderschreck im Höhenflug,
Politik, ganz wie ein schlechtes Buch,
ein Land, das sucht, das strebt,
fragt sich, wohin der Weg nun geht.

Mit Hochglanzschminke um die Welt,
das Haar, immer perfekt gewellt,
Hochglanzreden, ohne Geschick,
hatte die Menschen, nicht mehr im Blick.

Die Wurzeln einst so tief im Grund,
doch Wandel kam, die Zeit war bunt,
Ein grüner Baum der Frieden trug,
verlor den Pfad, den einst er schlug.

Sein Schritt eilt voraus,
bloß nicht nach Haus,
der Abstieg zum Schluss,
Philosophie, im Außen Ausschuss.

Und sie, die Heimat verlässt,
auf zum Big Apple, welch ein Fest,
ein Job ergaunert, ganz elegant,
das Volk frohlockt, nun ist sie verbannt.

So ziehen sie weiter,
die beiden, so heiter,
wir winken ihnen zu,
nun haben wir Ruh.


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