Namenstag
Ruth, Verena, Ägidius,
Kalenderblatt
1.September: - Der zwischen 720 und 725 in der Provence in Südfrankreich geborene heilige Agidius ist einer der 14 Nothelfer. Er lebte nahe der Rhönemündung als Einsiedler und gründete ein Kloster. Agidlus wird gern mit einer Hirschkuh dargestellt.
2011 - Ausgeglüht: Die alte 60-Watt-Glühbirne darf nicht mehr hergestellt und vertrieben werden - wie zuvor schon die 75- und 100-Watt-Birnen. Damit wird eine EU-Verordnung umgesetzt, mit der Strom gespart werden soll.
2009 - Das Insolvenzverfahren für den Handels- und Touristikkonzern Arcandor (KarstadtQuelle, Thomas Cook) wird eröffnet.
2008 - Der neue bundeseinheitliche Einbürgerungstest wird durchgeführt.
2006 - Dresden: Das historische Grüne Gewölbe wird nach langer Restaurierung wieder eröffnet.
2006 - Mit der Föderalismusreform tritt die größte Verfassungsänderung seit 1949 in Kraft.
2004 - 30 bewaffnete Männer und Frauen stürmen eine Schule in Beslan in der russischen Kaukasusrebublik Nordossetien und bringen sie in ihre Gewalt. Bei den Befreiungsversuchen am 3. September sterben 335 Kinder, Eltern und Lehrer. Über 700 Menschen werden verletzt.
1985 - Das Wrack des 1912 gesunkenen Luxusliners "Titanic" wird in fast 4000 m Tiefe im Atlantik entdeckt.
1983 - Sowjetische Mig-Abfangjäger schießen eine Boeing 747 der »Korean Airlines« ab, die sich, angeblich irrtümlich, im Luftraum über der russischen Insel Sachalin befindet und nicht auf Funkkontakt reagiert. Nach Angaben der Sowjets war ein Spionageauftrag vermutet worden.
1964 - Volkskammer der DDR beschließt: keine Verjährung bei NS-Verbrechen.
1961 - In Belgrad treffen sich 25 Staats- und Regierungschefs zur Gründung der Blockfreien-Bewegung. So unterschiedliche Staaten wie Jugoslawien, Indien, Kuba, Ghana, Irak und Ägypten suchen außerhalb der sich gegenüberstehenden Bündnissysteme Warschauer Pakt und Nato einen »dritten Weg« und schreiben sich den Kampf gegen Imperialismus, Rassismus und Aufrüstung auf die Fahnen.
1948 - In Bonn tritt der »Parlamentarische Rat« mit Delegierten aus den elf westdeutschen Landtagen zusammen. Die Verfassung der BRD wird erarbeitet. Am 08.05.1949 wird der endgültige Verfassungsentwurf verabschiedet und bis zum 21. Mai von allen Ländern (außer Bayern) angenommen. Am 23. Mai 1949 wird schließlich das Grundgesetz verkündet.
1941 - Laut »Polizeiverordnung über die Kennzeichnung der Juden« werden in Deutschland alle Juden dazu verpflichtet, in der Öffentlichkeit einen so genannten »Judenstern« zu tragen.
1939 - Mit dem Angriff auf Polen beginnt der Zweite Weltkrieg. Das deutsche Linienschiff »Schleswig-Holstein« beschießt um 4:45 Uhr morgens polnische Befestigungen auf der Westerplatte vor Danzig. Am 3. September reagieren Großbritannien und Frankreich mit Kriegserklärungen.
1939 - Adolf Hitler setzt den »Euthanasie-Erlass« in Kraft. Nach diesem Gesetz soll »nach menschlichem Ermessen unheilbaren Kranken bei kritischer Beurteilung ihres Krankheitszustandes der Gnadentod gewährt werden.«.
(Anm.: Das war 2015!!)
Arnulf Scriba
© Deutsches Historisches Museum, Berlin
19. Mai 2015
Text: CC BY NC SA 4.0
Quelle: dhm.de
Der Überfall auf Polen 1939
Einmarsch eines deutschen Schützenregimentes in Polen, 1939
Stand: 15.11.2019 12:55 Uhr | Archiv
von Andrej Reisin
Der 1. September 1939 ist in Norddeutschland ein herrlicher Spätsommertag mit Temperaturen um die 27 Grad und einem lauen Wind aus nordwestlichen Richtungen. Wer es sich leisten kann, fährt übers Wochenende an die Küste oder besucht die Parks und Schwimmbäder der Städte. Selbstverständlich gilt dies nur für diejenigen Einwohner, die laut der Nürnberger Rassegesetze der Nazis "arischer Abstammung" sind: Juden wurde der Besuch von Bädern und Kurorten bereits 1937 verboten.
Im Seebad Swinemünde auf Usedom brüstet man sich damit, bereits in den 20er-Jahren Hakenkreuzfahnen gehisst und den Ort nach und nach "judenrein" gemacht zu haben. Aus dem dortigen Hafen läuft am 24. August 1939 das deutsche Kriegs- und Schulschiff "Schleswig-Holstein" aus - offiziell, um der freien Stadt Danzig einen "Freundschaftsbesuch" abzustatten. Inoffiziell nimmt das Schiff in der Nacht vom 24. auf den 25. August auf hoher See 225 ostpreußische Marineinfanteristen an Bord. Kapitän Gustav Kleikamp war bereits am 16. August zum Oberkommando der Marine nach Berlin gerufen und dort in die Angriffspläne gegen Polen eingeweiht worden.
Danzig mit seiner mehrheitlich deutschen Bevölkerung ist nach dem Ersten Weltkrieg zum Freistaat unter dem Schutz des Völkerbundes erklärt worden und liegt seitdem eingeschlossen vom polnischen Staatsgebiet zwischen den zum Deutschen Reich gehörenden Provinzen Ostpreußen und Pommern. Der Status der Stadt ist den Nationalsozialisten schon lange ein Dorn im Auge und Zentrum einer von Joseph Goebbels betriebenen Propagandaschlacht, die lautstark die Forderung erhebt, Danzig müsse "heim ins Reich". Dass dies nur als Vorwand für einen Angriff dient, hat Adolf Hitler gegenüber führenden Offizieren bereits am 23. Mai 1939 auf dem Obersalzberg deutlich gemacht: "Danzig ist nicht das Objekt, um das es geht. Es handelt sich um die Erweiterung des Lebensraumes im Osten."
Am Vormittag des 25. August 1939 erreicht die "Schleswig-Holstein" den Danziger Hafen. Hans Lots aus Edemissen bei Peine, damals als Maschinist mit an Bord, erinnerte sich später: "Es durfte keiner an Land, die Marineinfanteristen sowieso nicht. Wenn sie auch nur an Deck wollten, mussten sie sich zur Tarnung Kleidung von uns leihen. Nach ein paar Tagen hieß es dann: 'Alle Mann raus, wir sind zur Befreiung Danzigs eingesetzt!'" Um 4.45 Uhr am 1. September 1939 beginnt der Angriff auf die Westerplatte, eine Halbinsel vor Danzig, auf der die polnische Armee ein befestigtes Munitionslager mit etwa 218 Mann Besatzung unterhält. Die Schüsse der "Schleswig-Holstein" gelten bis heute als Beginn des Zweiten Weltkriegs.
In Deutschland wird die Bevölkerung über den Rundfunk dazu aufgefordert, sich für eine Ansprache des Führers vor den Radioempfängern einzufinden. Gegen zehn Uhr morgens lässt Adolf Hitler sich in Berlin zum Reichstag fahren. Dann spricht er die mittlerweile berühmt-berüchtigten Sätze, die eine völlige Umkehrung der realen Geschehnisse bedeuten und die Deutschen glauben machen sollen, man führe einen gerechten Verteidigungskrieg: "Ich will nicht den Kampf gegen Frauen und Kinder führen. Ich habe meiner Luftwaffe den Auftrag gegeben, sich auf militärische Objekte bei ihren Angriffen zu beschränken. Wenn aber der Gegner daraus einen Freibrief ablesen zu können glaubt, seinerseits mit umgekehrten Methoden kämpfen zu können, dann wird er eine Antwort erhalten, dass ihm Hören und Sehen vergeht! Polen hat heute Nacht zum ersten Mal auf unserem eigenen Territorium auch mit bereits regulären Soldaten geschossen. Seit 5.45 Uhr wird jetzt zurückgeschossen!"
Auch wenn Hitler sich aus ungeklärten Gründen um eine Stunde vertut, verfehlt die Rede ihre Wirkung vor allem bei der jüngeren Generation nicht. Der Hamburger Ralph Brauer, Jahrgang 1927, berichtet von seiner Stimmung: "Als meine Mutter mir im Sommer 1939 erzählte, dass es wohl Krieg geben würde, freute ich mich. Es war ja keiner da, der sagte, das gibt eine Katastrophe." Allgemeine Kriegsbegeisterung wie teilweise zu Beginn des Ersten Weltkrieges herrscht dagegen vor allem bei den Älteren nicht. Werner Mork ist damals Angestellter in einem Radiogeschäft und bereitet den sogenannten Gemeinschaftsempfang der Führerrede vor. Er erzählt: "Alle standen ruhig auf, als das verklungen war, es war ein betretenes Schweigen. Ganz ehrlich: Mir erschien das damals zu wenig. Ich ging also auf den Dachboden, um die schwarz-weiß-rote und die Hakenkreuzfahne zu holen, weil ich dachte, jetzt müsse man doch die Fahnen hissen."
Quelle: NDR
Wie das Grauen des Zweiten Weltkriegs begann
1. September 2019, 12:07 Uhr
"Seit 5.45 Uhr wird jetzt zurückgeschossen!" Mit diesen Worten verkündet Adolf Hitler am 1. September 1939 im Reichstag den Angriff auf Polen. Die Begründung ist eine Lüge, der angebliche Überfall auf einen Rundfunksender im oberschlesischen Gleiwitz fingiert von Nazi-Schergen in polnischen Uniformen.
Frühmorgens beschießt das deutsche Kriegsschiff Schleswig-Holstein die polnischen Befestigungen auf der Westerplatte. Dort, auf der Halbinsel vor Danzig, befinden sich Munitionslager der polnischen Armee. Mit den Schüssen in Danzig und, wenige Minuten zuvor, dem verheerenden deutschen Luftangriff auf die polnische Stadt Wielu? setzt sich die deutsche Militärmaschinerie in Gang.
Bei seiner Rede, die im Radio übertragen wird, vermeidet Hitler das Wort "Krieg" - in der Hoffnung, dass die Westmächte Frankreich und Großbritannien stillhalten. Der Öffentlichkeit im In- und Ausland soll glaubhaft gemacht werden, dass der deutsche Angriff sei reine Selbstverteidigung sei. Mit dem "Feldzug" gegen Polen beginnt der Zweite Weltkrieg.
Der Überfall auf Polen erfolgt entlang der gesamten Grenze von Oberschlesien bis Ostpreußen. Überall marschieren deutsche Truppen auf, rattern Panzer über die Grenze, werden Schlagbäume beseitigt - wie hier in diesem berühmten ikonischen, aber inszenierten Foto aus Danzig.
Eine Kriegserklärung der Deutschen gibt es nicht. Hitler verstößt damit gegen das Völkerrecht - ein skrupelloser Zug, den er immer wieder anwenden wird. So auch später in Skandinavien, bei der Offensive gegen die Benelux-Staaten und beim Einmarsch in die Sowjetunion.
Die Außenminister der beiden Staaten, Joachim von Ribbentrop (sitzend) und Wjatscheslaw Molotow (stehend dahinter, zweiter von rechts), hatten den deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakt am 24. August 1939 in Moskau unterzeichnet - und in einem geheimen Zusatzprotokoll zusätzlich die Teilung Polens vereinbart. Am 17. September lässt Machthaber Stalin (im Bild rechts stehend) die Rote Armee in Ostpolen einmarschieren.
Möglich macht den Angriff auf Polen der Hitler-Stalin-Pakt. Der Vertrag garantiert dem Deutschen Reich die Neutralität der Sowjetunion im Falle eines Krieges mit Polen.
Dieses Foto zeigt den Beobachter und Bombenschützen eines Heinkel He 111 Bombers zu Beginn des Krieges. Gegen die hochgerüsteten Staffeln der deutschen Luftwaffe sind die veralteten polnischen Flugzeuge chancenlos.
Die deutschen Soldaten dringen rasch nach Polen vor. Auf diesem Foto ist eine Infanteriekolonne in den ersten Tagen des Krieges zu sehen. Zwar erklären England und Frankreich Deutschland den Krieg, doch die Polen sind in ihrem Kampf weitgehend auf sich gestellt.
Adolf Hitler begibt sich an die Front. Hier beobachtet er die Bombardierung der polnischen Hauptstadt Warschau, die von deutschen Truppen eingeschlossen ist. Rechts neben dem Diktator: General Walter von Reichenau.
Große Teile Warschaus werden von der deutschen Artillerie in Schutt und Asche gelegt, wie diese Luftbilder von zerstörten Straßenzügen zeigen.
Die polnischen Soldaten wehren sich verzweifelt, doch die modern ausgerüstete deutsche Armee dringt immer weiter vor. Dieses Foto zeigt Wehrmachtssoldaten, die in Warschau Trambahnen als Panzersperren benutzten.
Die Belagerung Warschaus endet mit der Kapitulation der polnischen Truppen. Am 1. Oktober rückt die Wehrmacht kampflos ins Zentrum vor. Wenig später veranstaltet Adolf Hitler eine Siegesparade.
Ein deutscher und ein sowjetischer Offizier schütteln sich an der deutsch-sowjetischen Demarkationslinie nach der Besetzung Polens die Hände. Offizielle Begründung für den Einmarsch der Roten Armee war die Sorge um das Schicksal der dort lebenden Weißrussen und Ukrainer.
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© infos-sachsen / letzte Änderung: - 09.08.2025 - 18:17
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