Namenstag
Pascal Walter,
Kalenderblatt
2019 - Der Bundesrat billigte die Zulassung von E-Scootern.
2003 - In einem zweitägigen Referendum in der Slowakei votieren mehr als 90 % der Abstimmenden für den EU-Beitritt des Landes.
2002 - Der Bundestag beschließt gegen die Stimmen von CDU/CSU und FDP die Aufhebung von nationalsozialistischen Unrechtsurteilen gegen Deserteure und Homosexuelle. Das Gesetz tritt am 27. Juli 2002 in Kraft.
1972 - Nach heftigen Debatten beschließt der deutsche Bundestag die Ostverträge mit der Sowjetunion und Polen. Sie treten am 3. Juni in Kraft.
1950 - Die DDR-Volkskammer setzt das Volljährigkeitsalter von 21 auf 18 Jahre herab. Das Gesetz tritt am 22. Mai 1950 in Kraft. In der Bundesrepublik wird die Volljährigkeit mit 18 erst 1974 eingeführt.
1946 - In Potsdam-Babelsberg wird die Deutsche Film AG (DEFA) gegründet.
1943 - Nach der Zerstörung der Möhne-Talsperre durch eine neu entwickelte britische «Rotationsbombe» («bouncing bomb») sterben über 1300 Menschen in den Fluten.
1942 - In der Zweiten Schlacht bei Charkow trifft die deutsche Wehrmacht mit verbündeten rumänischen Truppen zusammen und beginnt mit einer Gegenoffensive gegen die Rote Armee. Die Schlacht dauert bis zum 28. Mai und wird eine der letzten erfolgreichen Kesselschlachten der Wehrmacht sein.
1940 - Brüssel wird während des Westfeldzugs des Zweiten Weltkriegs kampflos den Deutschen übergeben. Ein Angriff der 4. französischen Panzerdivision unter Charles de Gaulle auf Montcornet muss nach anfänglichen Erfolgen wegen massiver Angriffe deutscher Sturzkampfbomber abgebrochen werden.
1849 - Der Iserlohner Aufstand, einer der Maiaufstände im Deutschen Bund, wird nach einer Woche von preußischen Linientruppen niedergeschlagen.
Von
30. August 2025
(Bild: Oleksandr Polonskyi/Shutterstock.com)
Nicht nur sollten front-erfahrene ukrainische Soldaten berichten, sondern es war auch angedacht, dass man sich vor Ort sich ihren "Reihen anschließen" könne.
Die Brigade Asow ist nicht irgendeine Einheit, sondern eine immer stärker werdende, historisch gewachsene Neonazi-Truppe in den offiziellen ukrainischen Streitkräften.
Proteste verhinderten dieses Schauspiel.
Trotzdem wachsen Einfluss und Freundeskreis: Der ehemalige Bundeswehrsoldat Peter R. konnte im Februar - angeblich ohne Kenntnis und Zuständigkeit der Bundesregierung - ungeniert auf Schloss Diedersdorf in Brandenburg für das Asow-Bataillon werben.
Was aber steckt hinter den Kriegern, deren Symbol die Wolfsangel ist, ein Emblem, das schon durch die 2. SS-Panzerdivision "Das Reich" verwendet wurde?
Im Zuge der militärischen Auseinandersetzungen um die Donbass-Region entstanden 2014 dutzende ukrainische Freiwilligenverbände. Eines davon ist Asow. Doch deren Gründung, durch Andrij Biletzki, Oleg Ljaschko und Dmytro Kortschynsky, fußte nicht auf Zufall: Ihre Gründer sind überzeugte langjährige Faschisten.
Insbesondere Biletsky ist kein Unbekannter: Er war Gründer und Führungsfigur der neonazistischen Gruppen "Social-National Assembly" und "Patriot of Ukraine", Abgeordneter der Rada und Kommandant von Asow. Auch Ljaschko saß im Parlament, zunächst für die Partei Timoschenkos, dann für seine eigene.
Er kandidierte 2014 gar für das Präsidentenamt und fiel mit extremen Aktionen auf: Er ließ einen prorussischen Politiker festnehmen und rechtfertigte einen gewalttätigen Sturm auf ein Verwaltungsgebäude, bei dem zwei Personen ums Leben kamen.
Kortschynskyj vertritt wiederrum die Verbindung zum orthodoxen Christentum: Er ist Leiter der Bewegung "Bratstwo" ("Bruderschaft"), die sich als christlich-orthodox-national versteht. Und hat Kampferfahrung: Er beteiligte sich im Tschetschenien-Krieg auf der Seite der Separatisten.
Folgt man der geopolitisch gefärbten Erzählung der bundesdeutschen Politik gibt es kein Problem.
Bundeskanzler Merz trieb es, aus Anlass des ukrainischen Unabhängigkeitstages letzte Woche, auf die Spitze: Die gesamte Ukraine kämpfe für "unsere Freiheitsordnung in Europa".
In diesem Kampf scheinen alle Mittel Recht, sofern sie dem Zweck - der Ruinierung der Russischen Föderation - zuträglich sind. Schwerlich lassen sich Zweck und Mittel mit dem proklamierten Werte-Kanon in Einklang bringen.
Doch damit nicht genug: im 2023 erschienenen Buch des heutigen Asow-Chefideologen Olexij Reins mit dem Titel "What Is Azov from Ukraine?" nennt der Autor Jaroslaw Stezko als Vorbild der Einheiten. Laut der Publizistin Susanne Witt-Stahl war dieser "Stellvertreter von Stepan Bandera, Führer des radikalen Flügels der Organisation Ukrainischer Nationalisten und wurde (...) sein Nachfolger."
Die OUN stand für einen mit dem faschistischen Deutschen Reich kollaborierenden ethnisch-ukrainischen Führerstaat. Der US-Historiker Per A. Rudling geht in seinen Forschungen davon aus, dass die OUN die "nationalsozialistische Weltanschauung" und die Idee einer faschistischen Neuordnung Europas, der sklavischen Unterwerfung der übrigen Sowjetvölker sowie eines glühenden Antisemitismus geteilt habe.
Nicht nur, dass das Regiment selten mit faschistischer Emblematik geizt, auch dessen Gründer äußerte sich 2010 eindeutig:
Neben dem Weißen Haus fällt die Verbindung zu anderen nicht-ukrainischen faschistischen Gruppen ins Auge.
In Deutschland gibt es offenkundig Kontakte zur neonazistischen Partei "Der Dritte Weg". Während die deutsche extreme Rechte in manchen Teilen zu Russland steht, ist die Kleinstpartei "Dritter Weg" konsequent solidarisch mit Kiew. So wird beim "Dritten Weg" für Asow geworben und das faschistische Musikfestival "Asgardsrei" in der Ukraine unterstützt.
Laut dem Combating Terrorism Center wurde Ausrüstung an asow-bewegte Kräfte im Osten der Ukraine geliefert und zudem wurden Flüchtlingsfamilien von Kämpfern untergebracht. Zudem versuchten dutzende Neonazis mit dem Ziel, sich der Asow-Bewegung anzuschließen, in die Ukraine auszureisen.
Doch spätestens ab 2015 wurden, insbesondere im Westen, die ideologischen Bedenken über Bord geworfen. Das Asow-Bataillon erfuhr eine Phase der Professionalisierung. Zwar verbot ein Gesetz ab 2016 politische Agitation unter Soldaten, löste jedoch nur einen enormen militärischen Fokus aus.
Die Jahre wurden genutzt, 2022 schlug die große Stunde. Die Asow-Männer errangen einen Heldenstatus aufgrund ihrer militärisch starken Verteidigung der Stadt Mariupol, ihrer erbitterten und teilweise den anderen Teilen der ukrainischen Armee deutlich überlegenen militärischen Erfolge und schließlich mit der medial ausgeschlachteten Episode um das Asow-Stahlwerk.
Unter dem Kommando von Denys Prokopenko (seit 2017) lag der Fokus auf Militarisierung: Training, Waffenbeschaffung, moderne Einsatzführung. Eine vermeintliche Loslösung von faschistischer Rhetorik machte auch die Kooperation mit US-Militärausbildern möglich. Laut "Le Monde" orientiert sich das Regiment in Taktik, Strategie, Waffentechnik und Motivation an Nato-Anforderungen
Dies treibt aktuell immer wildere Blüten: Ehemalige Azov-Einheiten bilden eine neue Special-Operations-Forces-(SSO)-Brigade.
Diese wurde im Januar 2023 zu einer hochmobilen Kampfeinheit innerhalb der regulären ukrainischen Landstreitkräfte zusammengeführt. Für das Jahr 2025 strebt man die Rekrutierung internationaler, englischsprachiger Kämpfer mit militärischer Erfahrung auf Basis eines strengen Auswahlverfahrens an.
Trotz Nazi-Ausrichtung: USA heben Sanktionen gegen Asow-Brigade in der Ukraine auf - Telepolis
Russlands Rechtsextreme: Wird der Westen Putin noch vermissen? - Telepolis
Asow oder die wandlungsfähigen Nazis - Telepolis
Sicher, die hochmotivierten und leistungsstarken Asow-Krieger stellen in manchen Teilen das Rückgrat der ukrainischen Armee dar.
Vorsicht ist geboten: Die Gründungsväter und ihre Ideen sind keineswegs marginalisiert. Wie die neuesten Publikationen belegen, scheut man sich inzwischen nicht einmal mehr, sich öffentlich zu ihnen zu bekennen.
Nie saßen die braunen Spielgesellen fester im Sattel als heute. Das militärische Kiew und durch die Asow-Bewegung auch die Selenskyj-Administration erscheinen als schwache Getriebene. Ihre Frontsoldaten werden Mitsprache und Pfründe fordern.
Eine brandgefährliche Situation: Ist ein Waffenstillstand mit den hochideologisierten und mittlerweile professionalisierten Asow-Kämpfern erreichbar? Der Staat im Staate könnte, wie die letzten Angriffe auf russische AKW-Anlagen belegen, über ein massives Eskalationspotenzial verfügen.
Quelle: Telepolis
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