Willkommen in Sachsen, am 16.01.2026
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16. Januar
Namenstag
Honorat, Marcel, Theobald, Tillman,

Kalenderblatt

2016 - Nach Atomabkommen: EU und USA heben Wirtschafts- und Finanzsanktionen gegenüber Iran auf.


2015 - US-Präsident Barack Obama setzt zahlreiche Erleichterungen des seit mehr als 50 Jahren bestehenden Wirtschaftsembargos gegen Kuba in Kraft. Wesentliche Teile, zu deren Aufhebung die Zustimmung des US-Kongresses notwendig ist, bleiben jedoch weiterhin bestehen.


2003 - Das Space Shuttle Columbia startet zum letzten Mal ins All. Bei der Landung 16 Tage später verglüht die Raumführe in der Atmosphäre, die sieben Astronauten an Bord sterben.


1998 - Der Bundestag beschließt die umstrittene Grundgesetzänderung zur Einführung des Großen Lauschangriffs. Künftig ist der Einsatz von Richtmikrofonen und Minisendern in Wohnungen möglich.


1969 - Erfolgreiches Kopplungsmanöver zweier bemannter Raumschiff der UdSSR, »Sojus 4« und »Sojus 5«.


1950 - Ein Bestechungsskandal im Zusammenhang mit der Entnazifizierung wird in Stuttgart aufgedeckt: gegen Zahlung von hohen Geldsummen wurden etwa 1.200 so genannte »Persilscheine« ausgestellt.


1945 - Adolf Hitler verlegt das Führer­hauptquartier auf Grund der immer prekärer werdenden Lage im Zweiten Weltkrieg in den kurz zuvor fertiggestellten Führerbunker.


1945 - Durch einen Luftangriff der Alliierten wird Magdeburg fast vollständig zerstört.


1756 - Preußen und Großbritannien schließen die »Westminsterkonvention«. Damit verpflich­ten sie sich zur Abwehr jeder fremden Einmischung in Deutschland. Frankreich wech­selt daraufhin seinen Bündnispartner und schließt ein Verteidigungsbündnis mit Öster­reich, dem sich auch Russland anschließt. Der preußische König Friedrich II., der Große, marschiert angesichts dieser Bedrohung am 29. August 1756 in Sachsen ein und löst damit den »Siebenjährigen Krieg« aus.


1362 - Schwere Sturmflut an der Nordseeküste 1. Grote Mandränke oder auch Zweite Marcellusflut genannt. Große Landverluste, Rungholt geht unter, es sterben etwa 7.600 Menschen.


1219 - Schwere Sturmflut an der Nordsee­küste (Erste Marcellusflut), nach Schätzungen kommen etwa 36.000 Menschen um, Westfriesland ist am schwersten betroffen.


Handwerker aus Sachsen-Anhalt verlangen Ende der Russland-Sanktionen
In einem Brief an Olaf Scholz fordert ein ostdeutscher Handwerksverband das Ende aller Russland-Sanktionen. "Die breite Mehrheit ist nicht gewillt, für die Ukraine ihren schwer erarbeiteten Lebensstandard zu opfern." Quelle: Spiegel vom 19.08.2022)

Wegen Preisexplosion: Vogtländer schicken Wut-Brief an Habeck:
Im Brief heißt es dazu: "Konkret haben wir den Eindruck, dass aus der emotionalen Empörung über den Angriffskrieg der Russischen Föderation auf die Ukraine politische Entscheidungen resultieren, deren Auswirkungen gravierende Folgen für die Bevölkerung in unserem Land haben werden (...)" Quelle: Tag24 vom 01.08.2022)

Bürgermeister sprechen sich für Nutzung von Nord Stream 2 aus. Quelle: Brief an die Bundesregierung (welt.de vom 28.07.2022)

Eine starke Wirtschaftsleistung ist die Grundlage für Deutschland, überhaupt reagieren zu können, egal in welcher Dimension. (...) Wir helfen der Ukraine nicht, wenn wir uns selbst schwächen. Genau das würde aber passieren bei einem sofortigen Energie-Stopp. Mercedes-Benz-Chef Ola Källenius

"Ich möchte dazu ermutigen, auch zukünftig die Welt immer auch mit den Augen des Anderen zu sehen, also auch die manchmal unbequemen und gegensätzlichen Perspektiven des Gegenüber wahrzunehmen, sich für den Ausgleich der Interessen einzusetzen". Angela Merkel. Großer Zapfenstreich 02.12.2021

Alarmstufe Gas gilt

Erst im Mai 2022 billigte der Bundestag eine Änderung des Energiesicherheitsgesetzes (EnSiG), das den Energielieferanten erlaubt, im Fall einer ausgerufenen Alarmstufe die Preise direkt an die Verbraucher weiterzugeben.

Dabei ist es völlig egal, ob Kundinnen und Kunden eine Preisgarantie unterschrieben haben. Die Unternehmen können die Preise anheben - und Betroffene können nichts dagegen tun.

Zu den Artikeln aus Focus und Tagesspiegel

Anderer Blick der Woche


Trump kann Deutschland ausknipsen

Von Florian Harms

Aktualisiert am 09.01.2026 - 08:49 Uhr Lesedauer: 7 Min.

Was ist eine Meinung?
Die subjektive Sicht des Autors auf das Thema. Niemand muss diese Meinung übernehmen, aber sie kann zum Nachdenken anregen. Was Meinungen von Nachrichten unterscheidet.

Guten Morgen, liebe Leserin, lieber Leser, Heute möchte ich Ihnen ein tolles Wort vorstellen: "geostrategisch". Es ist ein Adjektiv, das ordentlich was hermacht. Erstens klingt es wichtig. Wer es im Munde führt, hat die Weltlage augenscheinlich im Blick - anders als die Provinznasen, die bloß strategisch denken, so ganz ohne "geo". Zweitens ist man damit sofort bei der ganz großen Politik, bei Allianzen, Mächten, Poker um Einfluss, Gipfeltreffen bis tief in die Nacht: ein Drama, das spannend zu beobachten ist und für Hunderte Millionen Menschen die Weichen stellt. Drittens, und das ist der größte Verdienst des kleinen Wörtchens, ist alles, was geostrategisch genannt werden darf, erfreulich weit weg. Hier unser Alltag, dort die nervenaufreibenden Winkelzüge auf der Weltbühne, dazwischen ganz viel Platz. Das entspannt. Wem es im Nachrichtengewitter mal wieder zu viel wird, der knipst halt die Glotze aus und klickt die Nachrichten-Websites weg. Dafür danke an alle Geostrategen!

US-Präsident Trump setzt Europa unter Druck.
(Quelle: Kevin Lamarque/REUTERS)

Dass man zwischendurch mal abschalten kann, ist schon okay, denn geostrategisch ist an diesem Jahresbeginn ganz schön was los. Szenarien, die selbst in der ersten Amtszeit Donald Trumps als Hirngespinste von Schwarzmalern abgetan werden durften, eignen sich jetzt als Planungsgrundlage. Auf dieser Seite des Atlantiks von besonderem Belang ist der Albtraum, zu dem Grönland werden könnte: Trump will es haben und alle Mittel scheinen ihm dabei recht zu sein - selbst militärische, wie das Weiße Haus ausdrücklich nicht ausgeschlossen hat. Ein amerikanischer Angriff auf das Territorium eines Nato-Partners ist also tatsächlich eine Option. Mindestens muss man damit rechnen, dass die USA in näherer Zukunft auf vollen Konfrontationskurs zu Europa gehen. Das wäre eine politische Katastrophe. Aber zum Glück keine private. Die Verwerfungen in den internationalen Beziehungen sind von unserem Alltagsleben weit entfernt. Stimmt doch, oder?

An dieser Stelle habe ich leider eine schlechte Nachricht für Sie. All die geostrategischen Belange ähneln nämlich dem Gang zum Zahnarzt: Da passiert schon nichts, denkt man, während man zur Routinekontrolle im Wartezimmer Platz nimmt - aber hinterher hat man die unaufschiebbare Wurzelbehandlung am Hals. Haben Trumps Eskapaden mit unserem eigenen Leben wirklich nichts zu tun, oder muss ich Ihnen diesen Zahn heute ziehen? Nehmen Sie Platz, entspannen Sie sich. Möchten Sie vorab noch einen Schluck Wasser trinken? Ich hole inzwischen den Bohrer.

Der Flugzeugträger "USS Gerald R. Ford" ist das mächtigste Kriegsschiff der Welt.
(Quelle: imago images)

Ein hypothetisches, aber leider ganz und gar nicht weltfremdes Krisenszenario verschafft uns einen Einblick. Nehmen wir an, Trump und seine Riege entscheiden sich, den Europäern ordentlich Dampf zu machen. Vielleicht wegen Grönland oder vielleicht wegen etwas Anderem, Gründe für Spannungen gibt es mittlerweile genug. Immerhin sind die Strategen im Weißen Haus, Entschuldigung, die Geostrategen natürlich, in unserem fiktiven Planspiel klug genug, nicht gleich zum letzten Mittel zu greifen und ihre Flugzeugträger in der Nordsee aufkreuzen zu lassen. Die militärische Option erscheint ihnen vielleicht unnötig riskant, zumal es darüber mit der eigenen Partei im Kongress zum Streit käme. Trumps Mannschaft entscheidet sich stattdessen für das naheliegende, erprobte Mittel wirtschaftlicher Zwangsmaßnahmen: Sanktionen, um genau zu sein. Die tun nämlich auch ganz schön weh. Wie weh genau, das bemerken wir, als wir in unser E-Mail-Postfach schauen wollen.

Dort gibt es nämlich nichts zu sehen. "Log-in fehlgeschlagen", begrüßt uns unser Gmail-Konto, darunter ein rot umrandeter Infokasten: "Gemäß regulatorischer Vorgaben der Regierung der Vereinigten Staaten, die den Export digitaler Dienstleistungen beschränken, sind wir zurzeit nicht in der Lage, unsere Services in Ihrem Land anzubieten." Wie bitte? Wie kann das sein?, fragen wir uns. Sind das die Sanktionen, von denen alle reden? Lieber kurz mal googeln ... oh, geht nicht, "Suche nicht verfügbar" steht dort, darunter derselbe Kasten. Google ist in Europa blockiert. Okay, wenn die nicht wollen, dann suchen wir eben bei Bing. Geht auch nicht. Natürlich nicht, ist ja von Microsoft, auch ein US-Unternehmen. Das ist alles gar nicht gut.

Das Telefon klingelt, eine Kollegin ist dran und klagt: Der ganze "Office"-Kram im Büro läuft nicht, Word, Excel, PowerPoint und so weiter, auch all die in der Cloud gespeicherten Dokumente sind nicht mehr zugänglich. Die Firma ist faktisch lahmgelegt, wie bei einer Cyberattacke! Jetzt sind wir wirklich nervös. Wir wollten uns ja längst diese Krisen-Warn-App aufs Handy holen, haben es zwar nie geschafft, aber das holen wir nun auf der Stelle nach. Eine gute Idee eigentlich - doch auf unseren iPhones hat Apple dazu Folgendes zu sagen: "Der App Store ist in dem Land oder der Region, in der du dich befindest, nicht verfügbar". Das darf ja wohl nicht wahr sein. Das ist exakt derselbe Text, den die Iraner zu sehen bekamen, als die USA Sanktionen gegen ihr Land verhängten.

Von dem übrigen Chaos um uns herum bekommen wir gar nicht so viel mit. Freunde und Bekannte, die auf Instagram oder X ihre Stories über die globale, aber plötzlich auch sehr persönliche Krise posten würden, sind verstummt. Ältere Verwandte, die eher auf Facebook unterwegs sind, schweigen ebenfalls. Die US-dominierten sozialen Medien sind in Europa lahmgelegt, Messenger wie WhatsApp und iMessage ebenso, das halbe Internet übrigens auch. Denn bei zahllosen Websites mischen die großen Server- und Cloud-Anbieter im Hintergrund mit, und die heißen Amazon, Google und Microsoft. Allein diese drei Firmen haben 70 Prozent des europäischen Marktes in der Tasche. Wenn es nur bei einem von ihnen kurz hakelt, merken wir das sofort. Pannen bei US-Anbietern haben schon Krankenhäuser auf Notbetrieb schalten lassen und Flughäfen lahmgelegt. Das kennt man, es kommt gelegentlich vor und verursacht riesige Schäden nicht nur bei den direkt betroffenen Firmen und Institutionen, sondern in der gesamten Volkswirtschaft. Aber sobald es geostrategisch wird, ist so etwas Kinderkram. Sanktionen spielen in einer ganz anderen Liga.

Amazon-Datencenter im Bundesstaat Indiana.
(Quelle: imago images)

Sie merken also: Das mögliche Krisenszenario, dessen Auftakt wir hier durchgespielt haben, ist keine Science-Fiction mehr, sondern etwas, worauf man sich einstellen muss. Denn Weltpolitik von diesem Schlag spielt sich nicht irgendwo in der Ferne ab, sondern kommt in unseren eigenen vier Wänden und an unserem eigenen Arbeitsplatz an. Diese Erkenntnis mag beunruhigend sein, hilft aber beim Aufwachen: Auf die gravierenden Veränderungen zu reagieren, die sich gegenwärtig auf der Weltbühne vollziehen, ist nicht länger nur eine Aufgabe für Politiker und den Staat. Eine umfassende Entflechtung von den USA ist zwar weder wünschenswert noch machbar, aber Risiken verringern kann man durchaus - im Betrieb und auch zuhause.

Das erfordert einigen Aufwand. Firmen müssen angesichts der geostrategischen Gefahrenlage darauf achten, dass sie ihre Daten möglichst auf Servern auf dieser Seite des Atlantiks unterbringen und die Nutzung amerikanischer Dienste eher drei- als zweimal abwägen, damit im Fall zunehmender Spannungen die Website nicht schwarz wird und die Telefonanlage noch funktioniert. Aber auch jeder einzelne Bürger ist für sich selbst verantwortlich. Restlose Entflechtung von den amerikanischen Konzernen muss gar nicht sein und funktioniert auch nicht. Aber ein bisschen aufräumen kann man schon. Hilfe dazu gibt es hier im Internet - am besten, solange es noch funktioniert.


Quelle:


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