Namenstag
Eberhard, Rudolf
Kalenderblatt
2013 - Der Opel-Aufsichtsrat beschließt, das Werk in Bochum Ende 2014 zu schließen.
2003 - Wracktaucher entdecken das seit 1945 verschollene Flüchtlingsschiff «Goya» bei Dreharbeiten in der Ostsee.
1998 - Die chilenische Polizei nimmt die Führungsspitze der deutschen Sekte Colonia Dignidad in Chile fest. Ihr wird Beihilfe zur Flucht des Sektenführers Paul Schäfer sowie Behinderung der polizeilichen Arbeit vorgeworfen.
1998 - Die »Errichtungsanordnung« für die Gen-Datei beim Bundeskriminalamt tritt in Kraft. In der Datei werden die genetischen Profile von Tätern gespeichert.
1975 - Die Roten Khmer erobern Kambodschas Hauptstadt Phnom Penh: Der fünfjährige Bürgerkrieg endet, eine Terrorherrschaft beginnt.
1970 - Die manövrierunfähig gewordene Weltraumkapsel «Apollo 13» mit James Lovell, John Swigert und Fred Haise an Bord landet nach einem viertägigen spektakulären Rettungsmanöver wieder auf der Erde.
1961 - Über 1000 Exilkubaner landen in der Schweinebucht auf Kuba / die CIA gestützte Invasion scheitert nach wenigen Tagen.
1946 - Mit dem Abzug der letzten französischen Mandatstruppen erhält Syrien die volle Unabhängigkeit.
1941 - Im Zweiten Weltkrieg kapituliert Jugoslawien vor den deutschen Truppen.
1912 - Sonnenfinsternis im Ruhrgebiet mit 99,9 % Sonnenbedeckung fast total.
1895 - Der Friedensvertrag von Shimonoseki beendet den Chinesisch-Japanischen Krieg. China erkennt die Unabhängigkeit Koreas an und gibt Formosa (heute Taiwan) und die Pescadores-Inseln an Japan ab.
1525 - Während des Bauernkrieges schließen der Heerführer des Schwäbischen Bundes, Georg Truchsess von Waldburg-Zeil, und die aufständischen Bauern den Vertrag von Weingarten (bei Ravensburg). Der Vertrag beendet den Bauernkrieg in Oberschwaben und leitet die Wende zugunsten der Herren ein.
1492 - Christoph Columbus erhält von der spanischen Krone finanzielle Unterstützung und die Erlaubnis, den Seeweg nach Indien zu suchen.
Anderer Blick der Woche
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Stand: 12.04.2026 14:26 Uhr
Lesedauer: 4 Minuten
Quelle: picture alliance/dpa/Marijan Murat
Gewalt in Deutschland ist ein umkämpftes Debattenfeld. Die einen sehen ein Land, das aus dem Gleichgewicht gerät: Sie verweisen auf brutale Mordfälle im öffentlichen Raum, auf Schießereien - und warnen vor wachsender Unsicherheit im Alltag. Für sie gehört auch die gestiegene Zuwanderung der vergangenen Jahre zu dieser Entwicklung.
Die anderen halten dagegen: Sie sprechen von Dramatisierung und weisen solche Warnungen als rechtes Narrativ zurück. Das Land sei sicher, früher sei es gefährlicher gewesen - und selbst wenn, spiele Migration allenfalls eine Nebenrolle. Gewalt sei vor allem ein Männerproblem, unabhängig von der Nationalität.
Die Gewaltkriminalität ist laut Daten, die WELT AM SONNTAG bei den Bundesländern abgefragt hat, zwar im Vergleich zum Rekordjahr 2024 um rund zwei Prozent gesunken. Doch bei den Tatverdächtigen zeigt sich weiterhin eine deutliche Schieflage: Menschen mit ausländischer Staatsangehörigkeit sind gemessen an ihrem Bevölkerungsanteil von bundesweit rund 15 Prozent stark überrepräsentiert.
Bevor sich diese Zahlen bewerten lassen, lohnt ein Blick auf ihre Grundlage: die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS). Sie ist der Arbeitsnachweis der Polizei - und hat bekannte Grenzen. Erfasst werden polizeiliche Ermittlungen, nicht rechtskräftige Urteile; ein Tatverdächtiger ist noch kein verurteilter Täter. Zudem fließen nur Fälle ein, die der Polizei bekannt werden. Große Bereiche wie Wirtschafts- und Finanzkriminalität bleiben weitgehend im Dunkeln. Dennoch bleibt die jährliche PKS - ergänzt um Dunkelfeldstudien - die wichtigste Annäherung an die Kriminalitätslage in Deutschland.
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Am Beispiel Bayern zeigen sich die Trends besonders deutlich: Die Gewaltkriminalität sinkt im Freistaat um 4,5 Prozent im Vergleich zu 2024 - gleichzeitig steigt der Anteil nicht-deutscher Tatverdächtiger weiter. Vor allem tatverdächtige Zuwanderer fallen dabei ins Gewicht - nach Definition des Bundeskriminalamts Asylbewerber, Schutzberechtigte, Geduldete oder Personen ohne Aufenthaltsrecht.
Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sprach bei der Vorstellung dieser Zahlen von einem "klaren Zusammenhang mit der hohen Zuwanderung der vergangenen Jahre". Es müsse gelten: "Wer kein Bleiberecht hat, wer Straftaten begeht oder unsere Werte ablehnt, muss unser Land verlassen."
Kriminologen verweisen zugleich auf strukturelle Faktoren: Zuwanderer sind im Schnitt jünger, häufiger männlich, stammen öfter aus einkommensschwächeren Verhältnissen und leben häufiger in prekären Wohnsituationen - alles Risikofaktoren für Kriminalität. Hinzu kommen bei vielen Erfahrungen von Gewalt in der Sozialisation sowie traumatische Erlebnisse auf der Flucht. Diese Faktoren erklären Unterschiede - sie entschuldigen sie nicht.
Eine Kennzahl des Bundeskriminalamts macht die Unterschiede greifbarer: die Tatverdächtigenbelastungszahl. Sie setzt die Zahl der Tatverdächtigen ab acht Jahren ins Verhältnis zur jeweiligen Bevölkerungsgruppe je 100.000 Einwohner - und erlaubt so einen differenzierteren Blick auf die Belastung einzelner Nationalitäten. Im Ergebnis zeigt sich ein deutlicher Abstand: Nicht-deutsche Tatverdächtige weisen in Bayern bei Gewaltdelikten eine rund vierfach höhere Belastung auf als deutsche.
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Bei einzelnen Nationalitäten fällt die Differenz noch größer aus: Bei Syrern liegt sie etwa 16-mal höher, bei Afghanen 14-mal, bei Tatverdächtigen mit türkischer Staatsangehörigkeit rund viermal. Ähnliche Muster zeigen sich auch in den Statistiken etwa von Baden-Württemberg sowie den Stadtstaaten Hamburg und Berlin.
Der innenpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Alexander Throm (CDU), sagte: "Die Migrationswende von Bundesinnenminister Dobrindt verzeichnet bereits klare Erfolge. Aber der nach wie vor überdurchschnittlich hohe Anteil nicht-deutscher Tatverdächtiger zeigt weiteren Handlungsbedarf." Die Abschiebung schwerer oder wiederholt straffälliger ausländischer Täter habe Priorität.
AfD-Innenpolitiker Sascha Lensing betont: "Der Anteil nicht-deutscher Tatverdächtiger ist kein Randphänomen, sondern ein zentraler Faktor - insbesondere bei Gewalt im öffentlichen Raum."
Die Linke-Innenexpertin Clara Bünger widerspricht: Es sei nicht "sinnvoll", darauf zu schauen, "ob die Tatverdächtigen einen sogenannten Migrationshintergrund haben". Der Eindruck, Gewalt und Kriminalität hätten etwas mit der Herkunft zu tun, sei "irreführend". Relevant seien dagegen Faktoren wie das Alter, das Geschlecht und prekäre Lebensverhältnisse. Irene Mihalic, parlamentarische Geschäftsführerin der Grünen, fordert, alle Ursachen von Gewalt "konsequent zu bekämpfen".
Die Ursachen für gewalttätiges Verhalten sind vielfältig - und greifen ineinander. Zwei Punkte bleiben entscheidend. Erstens: Niemand wird gewalttätig, nur weil er einen ausländischen Pass besitzt. Zweitens: Nicht-deutsche Tatverdächtige tragen maßgeblich zur konstant hohen Gewaltkriminalität bei - und zwar nicht nur Männer.
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