Willkommen in Sachsen, am 07.08.2026
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07. August
Namenstag
Afra, Donatus, Juliana, Kajetan, Sixtus

Kalenderblatt

2014 - Das Völkermordtribunal in Kambodscha verurteilt die beiden letzten noch lebenden Anführer des kommunistischen Rote-Khmer-Regimes aus den 1970er Jahren, Nuon Chea und Khieu Samphan, wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu lebenslanger Haft.


2013 - Nach wochenlangen Spannungen um den Spionage-Enthüller Edward Snowden sagt US-Präsident Barack Obama ein geplantes Treffen mit seinem russischen Kollegen Wladimir Putin ab. Snowden wurde in Russland Asyl gewährt.


2008 - Georgische Truppen rücken in der abtrünnigen Region Südossetien ein. Es kommt zu einem bewaffneten Konflikt mit Russland, in dem Georgien die Kontrolle über Südossetien und die Schwarzmeerregion Abchasien verliert.


1978 - Baden-Württemberg: Ministerpräsident Filbinger gibt seinen Rücktritt bekannt (nach Debatte um Vergangenheit als Militärrichter).


1952 - Die »Gesellschaft für Sport und Technik« (GST) wird in der DDR zur para­militärischen und wehrsportlichen Erzie­hung und Ausbildung von Jugendlichen gegründet.


1940 - Estland wird auf Beschluss des Obersten Sowjet in Moskau in die UdSSR eingegliedert.


1884 - Deutsche Marinesoldaten hissen am Fort Vogelsang in der Lüderitzbucht, im heutigen Namibia, die deutsche Flagge.


1869 - In Eisenach beginnt ein Arbeiter­kon­gress, auf dem die Gründung der Sozial­demo­kratischen Arbeiterpartei (SDAP) be­schlos­sen wird (August Bebel u. Wilhelm Liebknecht).


1495 - Reichstag von Worms - die Reichs­reform wird mit der Verkündigung eines ewigen Landfriedens, der Einrichtung eines Reichs­kam­mergerichtes und der Erhebung einer allgemeinen Reichsteuer teilweise verwirklicht.


936 - Otto I., »der Große«, wird im Aachener Dom zum König des ostfränkischen Reiches gekrönt.


Handwerker aus Sachsen-Anhalt verlangen Ende der Russland-Sanktionen
In einem Brief an Olaf Scholz fordert ein ostdeutscher Handwerksverband das Ende aller Russland-Sanktionen. "Die breite Mehrheit ist nicht gewillt, für die Ukraine ihren schwer erarbeiteten Lebensstandard zu opfern." Quelle: Spiegel vom 19.08.2022)

Wegen Preisexplosion: Vogtländer schicken Wut-Brief an Habeck:
Im Brief heißt es dazu: "Konkret haben wir den Eindruck, dass aus der emotionalen Empörung über den Angriffskrieg der Russischen Föderation auf die Ukraine politische Entscheidungen resultieren, deren Auswirkungen gravierende Folgen für die Bevölkerung in unserem Land haben werden (...)" Quelle: Tag24 vom 01.08.2022)

Bürgermeister sprechen sich für Nutzung von Nord Stream 2 aus. Quelle: Brief an die Bundesregierung (welt.de vom 28.07.2022)

Eine starke Wirtschaftsleistung ist die Grundlage für Deutschland, überhaupt reagieren zu können, egal in welcher Dimension. (...) Wir helfen der Ukraine nicht, wenn wir uns selbst schwächen. Genau das würde aber passieren bei einem sofortigen Energie-Stopp. Mercedes-Benz-Chef Ola Källenius

"Ich möchte dazu ermutigen, auch zukünftig die Welt immer auch mit den Augen des Anderen zu sehen, also auch die manchmal unbequemen und gegensätzlichen Perspektiven des Gegenüber wahrzunehmen, sich für den Ausgleich der Interessen einzusetzen". Angela Merkel. Großer Zapfenstreich 02.12.2021

Alarmstufe Gas gilt

Erst im Mai 2022 billigte der Bundestag eine Änderung des Energiesicherheitsgesetzes (EnSiG), das den Energielieferanten erlaubt, im Fall einer ausgerufenen Alarmstufe die Preise direkt an die Verbraucher weiterzugeben.

Dabei ist es völlig egal, ob Kundinnen und Kunden eine Preisgarantie unterschrieben haben. Die Unternehmen können die Preise anheben - und Betroffene können nichts dagegen tun.

Zu den Artikeln aus Focus und Tagesspiegel

Anderer Blick der Woche


Julia Ruhs - Meine Meinung: Wir tarnen Frauen-Ausbeutung als Empowerment

Julia Ruhs

28.07.2026 - 17:07 Uhr

Plötzlich ist Leihmutterschaft keine Ausbeutung von Frauen mehr, sondern ein Akt der Selbstbestimmung. Auf diese Art kann man vieles hübsch verkaufen. Das Kopftuch. Die Vollverschleierung. Prostitution. Diese Sicht auf die Welt ist vor allem eines - wohlstandsverwöhnt.

BILD-Kolumnistin Julia Ruhs
Foto: Ralf Günther/BILD

Ich habe mich in den letzten Tagen eine Sache gefragt: Ob der Feminismus zu wohlstandsverwöhnt geworden ist. Ob er vergessen hat, für wen er da sein sollte. Nämlich für alle Frauen, nicht nur für die Super-Privilegierten unter ihnen.

Beim Thema Leihmutterschaft hatte sich auch Frauke Brosius-Gersdorf zu Wort gemeldet, die knapp verhinderte Bundesverfassungsrichterin. Sie ist überzeugte "My body, my choice"-Verfechterin. Ginge es nach ihr, würde Leihmutterschaft - also ein Kind für jemanden anderen auszutragen - erlaubt sein. Dann, wenn die Frau es "gut informiert, freiwillig und als autonome Entscheidung", also völlig selbstbestimmt mache. Ein Verbot, sagt sie sinngemäß, sei übergriffige staatliche Bevormundung.

Unverbrüchlich an der Seite der Privilegierten

Ich habe mich gefragt, wie viele das wohl sein werden, diese freiwilligen, autonom handelnden Frauen. Die völlig selbstbestimmt ein Kind für jemand anders austragen, ohne das Geld zwingend zu brauchen. Normalerweise ist man auf der progressiven Seite ja für jedes noch so winzige Mikro-Privileg hochempfindlich. Steht unverbrüchlich an der Seite der Unterdrückten und Ausgebeuteten. Nur hier argumentiert man plötzlich selbst von weit oben herab aus dem Elfenbeinturm. Für einen kleinen privilegierten Bruchteil will man ein Verbot aufweichen, das eine große Mehrheit vor Menschenhandel schützt.

Wenn das Kopftuch plötzlich Empowerment ist

Zumutungen für Frauen werden heutzutage gern als Selbstbestimmung deklariert. Das Kopftuch ist da ein wunderbares Beispiel. Es gilt inzwischen als antiquiert zu glauben, Frauen würden es aus Zwang tragen. Nein, sie tragen es aus Stolz! Kopftuch ist Empowerment! "Modest fashion" ist angeblich ein erfolgreicher Modetrend, Frauen entscheiden sich ganz selbstbestimmt für die Verschleierung. Wer darin noch ein Symbol islamisch patriarchaler Strukturen sieht, gilt als arrogant und kolonialistisch. Dass das Kopftuch genau das in zahlreichen Ländern auf der Welt noch ist - was soll's. Über das Stadium der Unterdrückung sind wir längst hinaus. Bei uns ist Kopftuch Freiheit!

Eine Frau mit Niqab am Frankfurter Hauptbahnhof - ein Zeichen der feministischen Selbstbestimmung?
Foto: Corbis via Getty Images

Ähnlich faszinierend ist die Logik bei der Prostitution. Grüne und SPD haben uns schon vor Jahren eines der liberalsten Gesetze Europas beschert. Wir mauserten uns damit zum Puff des Kontinents. Weil im Rotlichtmilieu natürlich alles völlig selbstbestimmt abläuft, spricht man statt von "Prostituierten" jetzt von "Sexarbeiterinnen". Es soll sich anhören wie ganz normale Arbeit. Die neue sensible Sprachregelung macht den Frauen den Job bestimmt gleich viel erträglicher.

Aus Interesse habe ich mal nachgeschaut. Über 80 Prozent der Prostituierten haben keinen deutschen Pass. Viele stammen aus Rumänien. Seit ein paar Jahren sind es besonders viele Ukrainerinnen. Wenn eine Nationalität in Statistiken überproportional auftaucht, liegt meist etwas im Argen. So gesehen schreien diese Zahlen förmlich nach einem Missstand. Aber man soll ja bekanntlich nicht auf Nationalitäten schauen, shame on me.

Das trojanische Pferd der Selbstbestimmung

Heute läuft Ausbeutung von Frauen eben raffinierter als früher. Wie erwähnt ist die neue Masche, Entscheidungen von Frauen als Ausdruck Selbstbestimmung zu verkaufen. Es funktioniert wie ein trojanisches Pferd. Man tut so, als meine man es besonders gut mit den Frauen. Ganz freiwillig fallen sie darauf herein. Aber tief im Inneren lauert der fiese Eroberungsplan.

Besonders ausgefuchst kommt die softe Variante der Leihmutterschaft daher, die "altruistische". Hier gibt es kein großes Geld, nur Aufwandsentschädigung. Man spendet praktisch ein Baby. Für die Cousine, die keine Kinder austragen kann. Eine Freundin, die zu alt fürs Kinderkriegen ist. Einen männlichen Freund. Wenn im Freundes- oder Familienkreis Not herrscht, sollen eine Frau und ihre Gebärmutter ganz selbstlos einspringen dürfen.

Wer erwartet, dass Frauen aus reiner Güte Kinder für andere austragen, hält weibliche Selbstaufopferung offenbar für unerschöpflich. Woher weiß man eigentlich, dass kein familiärer Druck dahintersteckt? Dass nicht doch Geld fließt - nur eben unter der Hand? Wie zum Teufel überprüft man überhaupt Freiwilligkeit?

Der Milliardenmarkt der Zukunft

Jens Spahn und Ehemann Daniel Funke - per Leihmutterschaft zum Baby
Foto: Daniel_F_Punkt/Instagram

Wer glaubt, die Zukunft der Leihmutterschaft liege wie im Fall von Jens Spahn vor allem bei schwulen Pärchen, liegt falsch. Der potenzielle Markt ist unersättlich. Auch Single-Männer wollen heutzutage Babys. Ältere, reiche Karriere-Frauen sowieso. Mit 60 noch ein Kind. Warum der Biologie nicht selbstbestimmt ein Schnippchen schlagen, mit einer ebenfalls selbstbestimmten Leihmutter? Mit dem nötigen Kleingeld ist das Leben ein Wunschkonzert.

Und dann wären da noch die gebärfähigen Frauen, die ihr Kind selbst lieber nicht austragen wollen. Paris Hilton erklärte einmal, "der körperliche Teil" einer Schwangerschaft bereite ihr Angst. Ihre zwei Kinder bekam sie mithilfe einer Leihmutter. Die Liste prominenter Hollywood-Beispiele ist lang.

Wenn Ausbeutung modern klingt

Wer jetzt schon wieder an Ausbeutung denkt - warum denn gleich so zugeknöpft? Man kann das alles auch anders betrachten. Super-selbstbestimmt eben. Warum nicht das Machtgefälle der Welt schamlos ausnutzen? Das biologische Privileg des Kinderkriegens egoistisch zum eigenen Vorteil nutzen? Statt sich Anfang 20 sterilisieren zu lassen - der neuste Schrei unter jungen Frauen -, wäre dann Gebärfreudigkeit der neue Hit. Als Studenten-Job ließe sich damit nebenher gut Geld verdienen. Ein, zwei Schwangerschaften und die eigene Immobilie ist finanziert. Der "gender pay gap" würde rasch dahinschmelzen.

Wenn alle so heiß auf absolute Selbstbestimmung sind, warum machen wir eigentlich nicht gleich Nägel mit Köpfen? Es kann doch nicht nur um Frauenkörper gehen. Warum nicht gleich den Organhandel liberalisieren? Wer Geld braucht, verkauft seine zweite Niere. Warum noch Blut spenden, wenn man es auch lukrativ verticken kann? Wie wäre es mit ein paar heiklen, selbstbestimmten Menschenversuchen - gehen sie gut, dann hätte man ein für alle Mal ausgesorgt. Oder warum nicht gleich die freiwillige Sklaverei auf Zeit? Der Selbstausbeutung, pardon, Selbstbestimmung sind dann keine Grenzen mehr gesetzt. Mittelalterliche Zustände kann man auch ganz modern verkaufen.


Quelle:


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