Namenstag
Désiré, Friedrich, Ulrich, Ulrike
Kalenderblatt
2018 - US-Präsident Donald Trump verkündet den Ausstieg seines Landes aus dem Atomabkommen mit dem Iran von 2015.
2012 - Die Eröffnung des Hauptstadtflughafens Berlin Brandenburg wird vier Wochen vor dem Termin wegen Problemen mit der Brandschutzanlage abgesagt.
1989 - Slobodan Milosevic wird zum Präsidenten der jugoslawischen Teilrepublik Serbien gewählt.
1984 - Die Sowjetunion gibt den Boykott der Olympischen Sommerspiele 1984 in Los Angeles bekannt. Alle Ostblockstaaten außer Rumänien folgen diesem Boykott, der eine Retourkutsche für den Boykott der Olympischen Sommerspiele 1980 in Moskau durch die USA und andere westliche Staaten darstellt.
1978 - Der Südtiroler Reinhold Messner und der Österreicher Peter Habeler bezwingen als erste Menschen ohne Sauerstoffmasken den Mount Everest.
1974 - Der 1. FC Magdeburg gewinnt als einzige DDR-Fußballmannschaft einen Titel im Europapokal: 2:0 gegen den AC Mailand.
1973 - Nach 71 Tagen endet die Besetzung der Ortschaft Wounded Knee in der Pine-Ridge-Reservation; die Mitglieder der American Indian Movement ergeben sich den Regierungstruppen.
1949 - Vier Jahre nach Inkrafttreten der Gesamtkapitulation der deutschen Wehrmacht wird in Berlin das Treptower Ehrenmal für die im Zweiten Weltkrieg Gefallenen der Roten Armee eingeweiht.
1945 - Mit der Kapitulation des Deutschen Reiches geht der Zweite Weltkrieg in Europa zu Ende.
1945 - Im Massaker von Sétif wird eine friedliche Demonstration, die den Sieg über Deutschland feiert und gleichzeitig die Forderung nach der Unabhängigkeit Algeriens erhebt, von der französischen Kolonialmacht blutig niedergeschlagen, wobei über 10.000 Menschen ums Leben kommen.
1919 - Der Ingenieur Lucien Lévy erhält ein französisches Patent für den von ihm entwickelten Überlagerungsempfänger, der brauchbare Radioschaltungen ermöglicht.
1521 - Kaiser Karl V. spricht auf dem Reichstag zu Worms die Ächtung Martin Luthers aus: "Reichsacht".
Als Hitlers Krieg zu uns zurückkam. Als es endlich vorbei war. Und wie es weiterging. Ein Beitrag unseres Politikchefs Gerald Praschl zum historischen Jahrestag
Politik-Chef und Mitglied der Chefredaktion SUPERillu
Lesen Sie hier eine Zusammenfassung vom Kriegsende 1945.
Noch zu Weihnachten 1944 herrscht in Deutschland trügerische Ruhe, fast kein feindlicher Soldat steht bis dahin auf deutschem Boden, mit Ausnahme von ein paar von den Sowjets besetzten Dörfern im äußersten östlichen Zipfel von Ostpreußen und der von Amerikanern und Briten eroberten Stadt Aachen im fast 1500 Kilometer entfernten äußersten Westen des Deutschen Reichs. Am 12. September 1944 hatten amerikanische Soldaten erstmals mit dem Eifeldorf Roetgen deutschen Boden erobert. Es ist die Ruhe vor dem Sturm.
Die sowjetische "Belarussische Front" unter General Schukow und die "Ukrainische Front" unter General Konew blasen am 12. Januar 1945 mit Millionen Mann zum Großangriff. Mit einer gewaltigen Übermacht überrennen sie die deutschen Truppen in Polen, kesseln Ostpreußen ein und erreichen in nur drei Wochen die Oder. Millionen Deutsche in Ostpreußen, Hinterpommern und Schlesien fliehen vor ihnen gen Westen, bei Schnee und Eiseskälte bis zu minus 20 Grad. Breslau, mit 620.000 Einwohnern neuntgrößte deutsche Stadt, wird auf Befehl von Hitlers Gauleiter Karl Hanke am 20. Januar evakuiert. Nur wehrfähige Männer sollen bleiben und in der "Festung Breslau" kämpfen bis zum Schluss. Einen Stadtverordneten, der kapitulieren will, lässt Hanke erschießen. "Wer den Tod in Ehren fürchtet, stirbt ihn in Schande", tönt er zackig. Hanke selbst macht sich später mit einem Kleinflugzeug davon, seine Spur verliert sich auf der Flucht.
Flüchtlinge in Ostpreußen. Millionen Deutsche verloren ihre Heimat
Am 27. Januar erreichen die Sowjets die polnische Kleinstadt Oswiecim, zu deutsch Auschwitz, in der Nähe von Krakau. Ein sowjetisches Bataillon unter Major Anatoli Schapiro, einem Juden aus der Ukraine, kämpft sich zu dem dortigen Lager vor, entmint die Zugänge und öffnet das Tor.
Es ist das Unfassbare, es ist das Grauen. In den Baracken entdecken die Sowjets erst Hunderte, bald Tausende entkräftete Häftlinge, die meisten Frauen. Dann über eine Million Kleidungsstücke, 45.000 Paar Schuhe und sieben Tonnen Menschenhaar, entsetzliche Zeugnisse dessen, was hier geschehen war. Allein in Auschwitz haben die Nazis über eine Million Menschen ermordet, überwiegend Juden, daneben Polen, Roma, sowjetische Kriegsgefangene, Zeugen Jehovas, Homosexuelle und andere den Nazis ethnisch, religiös oder politisch Missliebige.
Millionen weitere Nazi-Opfer starben in anderen Vernichtungslagern in Mittel- und Osteuropa, in Treblinka, Belzec, Sobibor, Majdanek, Kulmhof (Chelmo) und Maly Trostinez oder in den Tausenden Orten von Massenerschießungen in Polen, Belarus, der Ukraine, Russland, dem Baltikum und dem Balkan. Anders als auf deutschem Reichsgebiet gaben sich die Nazis dort keine Mühe, den Völkermord zu verschleiern. Sie umstellten im Morgengrauen Tausende Dörfer, in denen sie "Partisanen" oder deren Helfer vermuteten, trieben die Bewohner in Scheunen und Kirchen und verbrannten sie dort bei lebendigem Leib oder mähten sie mit Maschinengewehren nieder. Deutsche Truppen legten unzählige Städte von Warschau, Minsk und Kiew über Charkiw bis Stalingrad in Schutt und Asche, töteten Millionen Soldaten und Zivilisten. Nun fürchten viele Deutsche die Vergeltung aus dem Osten.
In der Nacht zum 14. Februar 1945 griffen amerikanische und britische Flugzeuge Dresden an. Bei dem Bombenangriff wurde die historische Innenstadt nahezu völlig zerstört, über 35.000 Menschen fanden den Tod. Rechts die Ruine der Frauenkirche
Auch vom Westen her regnet es Rache. Ungehindert von deutscher Luftabwehr, die überwiegend vernichtet ist, forcieren die USA und Großbritannien Anfang 1945 ihre Luftangriffe auf deutsche Städte. Schon Mitte 1943 traf es Deutschlands zweitgrößte Stadt, Hamburg. 100.000 Spreng- und Brandbomben zerstörten weite Teile der Stadt und töteten mehr als 30.000 Menschen. Ab 1944 trafen die Luftangriffe auch viele kleinere Städte. Seit Anfang 1945 nun sind die alliierten Bomber fast ständig im Einsatz. Am 2. Januar wird Nürnberg zerstört, am 5. Januar Ludwigshafen am Rhein, Sitz der BASF, zu mehr als 80 Prozent vernichtet, die Maschinenbaustadt Magdeburg am 16. Januar. Die Innenstadt von Paderborn geht einen Tag später in Flammen auf, München am 7. Februar. Tagsüber greifen die Amerikaner an, meist haben sie Industrieanlagen im Visier. Nachts kommen die Flugzeuge der Royal Air Force der Briten. Sie werfen Phosphor als Brandbomben auf dicht bebaute Innenstädte, was dort einen bis zu 1000 Grad heißen tödlichen "Feuersturm" auslöst.
Am 13. Februar 1945, am Faschingsdienstag, trifft es auch Dresden. Um 21.45 Uhr geht der Luftalarm los. Als Erstes fallen "Christbäume", Magnesium-Lichtkaskaden, die das Zielgebiet hell ausleuchten. Dann folgen in zwei Angriffswellen rund 2000 Bomben und eine halbe Millionen Phosphor-Brandbomben. "Wer das Weinen verlernt hat, der lernt es wieder beim Untergang Dresdens", schreibt der Schriftsteller Gerhart Hauptmann, der am Stadtrand Zeuge der Apokalypse wird.
Der Krieg ist eigentlich entschieden. Im sowjetischen Jalta beraten die West-Alliierten und die Sowjets Anfang Februar schon über eine Nachkriegsordnung. Aber statt endlich aufzugeben, werfen die Nazis alles in die Schlacht. Alte Männer werden zum "Volkssturm" eingezogen, 16-Jährige von der Schulbank in den Krieg geschickt, Kinder der Hitlerjugend mit Panzerfäusten auf die Straßen.
Besonders erbittert wird an der Ostfront gekämpft - aufgepeitscht auch von einer NS-Propaganda, die den Deutschen vermittelt, "der Russe" bringe ihnen den sicheren Tod. Die Truppen der USA und Großbritanniens, die vom Westen her vorrücken, stoßen auf weit weniger Widerstand und mehr weiße Fahnen.
Es ist auch die Zeit der stillen Helden. In Gotha lässt der Stadtkommandant der Wehrmacht, Josef Ritter von Gadolla, am 4. April 1945 vor den anrückenden Amerikanern weiße Fahnen hissen. Die kampflose Übergabe bewahrt die alte Thüringer Residenzstadt vor der Zerstörung und rettet Tausenden das Leben. Gadolla selbst bezahlt seinen Mut mit dem Leben. Er wird von eigenen Leuten gefangen genommen, von einem Nazi-Standgericht im nahen Weimar zum Tode verurteilt und hingerichtet, wenige Tage, bevor die US-Armee am 11. April endlich auch dort ankommt.
Zerstörte deutsche Artillerie nach der Schlacht auf den Seelower Höhen, bei dem 100.000 Soldaten starben
Die letzte Schlacht tobt um Berlin. Hier gibt es leider keine weißen Fahnen. Am 16. April überschreiten sowjetische Truppen die Oder. Mehr als 100.000 junge Soldaten, ein Drittel deutsche, zwei Drittel sowjetische, lassen in der Schlacht um die Seelower Höhen, 60 Kilometer vor den Toren der Hauptstadt, binnen drei Tagen ihr Leben.
Diese Zeichnung eines russischen Soldaten der letzten Stunden des 2. Weltkrieges hängt im Deutsch-Russischen-Museum von Berlin-Karlshorst, wo sich am 9. Mai 1945 die deutsche Truppen der sowjetischen Armee ergaben und die Kapitulationsurkunde unterzeichneten. Das Bild zeigt eine Kampfszene am heutigen Prachtboulevard Unter den Linden. Im Hintergrund ist das Brandenburger Tor zu erkennen
Am 21. April erreichen die Sowjets die Stadtgrenze. Am Abend des 29. April 1945 stehen sie im Osten am Alexanderplatz, im Westen am Brandenburger Tor, Hitlers "Drittes Reich" ist nur noch eine Viertelstunde Fußmarsch groß. Am Nachmittag darauf begeht Hitler in seinem Bunker Selbstmord, am 2. Mai ist der Kampf um Berlin zu Ende. In der Nacht vom 8. auf den 9. Mai kapituliert der Rest der deutschen Truppen bedingungslos, die inzwischen in kleinen Gebieten im Sudetenland, in Österreich, Schleswig-Holstein, bei Danzig und Königsberg versprengt sind.
Am 27. April fasst sich Carl Engel ein Herz: Er stattet Rudolf Petershagen einen Besuch ab und weist ihn vorsichtig darauf hin, dass ein Gefecht in der Stadt das Leben der Menschen, insbesondere der zahllosen Verwundeten, gefährde und die alten Kulturwerte der Universität zerstören könne. Rudolf Petershagen antwortet ausweichend. Hätte er sich strikt an den Wehrmachtsbefehl gehalten, hätte er Carl Engel auf der Stelle erschießen müssen. Doch was dieser nicht weiß: Der Kampfkommandant steht auf seiner Seite. Insgeheim gehört auch er längst zum Greifswalder Netzwerk.
General Borstschew nimmt das Kapitulationsangebot der Greifswalder Parlamentäre an. Man einigt sich auf drei Bedingungen:
1. Es darf nicht geschossen werden.
2. Es darf nichts gesprengt werden.
3. Es darf nicht geplündert werden.
Es gelingt, den neuen Befehl per Funk rechtzeitig an die Heeresgruppen herauszugeben. Greifswald wird kampflos übergeben, es fällt kein einziger Schuss. Anklam dagegen brennt nieder.
© Museum Anklam, Foto: Museum Anklam
Anklam steht in den letzten Kriegstagen kopf. Immer mehr Flüchtlinge und Verwundete strömen in die Stadt, erinnert sich der Einwohner Peter Koepke: "Und dieses eigenartige Gerolle, das Getrappel der Pferde, das war ein unheimliches Geräusch. Aber viel unheimlicher wurde es, als dieses Geräusch plötzlich abbrach. Was war geschehen? Es kamen keine Flüchtlinge mehr. Die Russen hatten die Odergrenze erreicht." Am Morgen des 28. April ist in Anklam der Gefechtslärm aus dem nahe gelegenen Ducherow zu hören. Die Ankunft der Roten Armee ist nur noch eine Frage von Stunden.
Beinahe wäre Anklam gerettet worden. Zwei Arbeiter, Max Grosch und Karl Bröker, besteigen am 28. April in der Nacht den Turm der Nicolaikirche - bewaffnet mit einem weißen Bettlaken, einer Akkulampe und einer Pistole. Die beiden gehören zu einem Widerstandszirkel, über den heute wenig bekannt ist. Sie hissen die weiße Fahne. Viele Bürger atmen auf. Doch in der Stadt befinden sich noch einige Wehrmachtssoldaten. Als es hell wird, entdecken sie das wehende Laken und entfernen es, ehe sie selbst aus der Stadt türmen.
Mit der weißen Fahne schwindet an jenem Morgen der letzte Hoffnungsschimmer der Anklamer Bevölkerung. Immer mehr Frauen und Kinder drängen auf die überfüllten Straßen, um in den umliegenden Dörfern und Wäldern Schutz zu suchen. Auch die Kreisleitung der NSDAP macht sich aus dem Staub. Nur die 15- und 16-jährigen Jungen werden gezwungen, vor Ort zu bleiben, um die Stadt zu verteidigen. Der NSDAP-Kreisleiter fährt an ihnen vorbei und verabschiedet sich mit dem Gruß: "Heil Hitler! Nun verteidigt ihr Anklam gut!" Ein paar eilig geschaufelte Panzergräben, ein paar verschreckte Jugendliche mit Knüppeln und Spaten - so soll Anklam den Russen trotzen.
Das berühmte Foto von Jewgeni Chaldej vom Hissen der Sowjetflagge auf dem Reichstag wurde zum Sinnbild des Kriegsendes in Europa
Am 2. Mai 1945 klettert Jewgeni Chaldej auf das Dach des Reichstagsgebäudes und macht dort sein berühmtes Bild: drei Sowjetsoldaten - ein Weißrusse, ein Ukrainer und ein Dagestaner - hissen die sowjetische Fahne über dem zerstörten Berlin. Das Foto ist bis heute das Sinnbild der "Stunde null".
Doch das Foto ist nachgestellt. In Wahrheit hatte der russische Soldat Michail Petrowitsch Minin aus Wanino an der Grenze zu Estland die sowjetische Fahne auf dem Reichstag gehisst. Am 30. April 1945, kurz vor 23 Uhr. Minin gehörte zu dem Stoßtrupp, der als erster das symbolträchtige Gebäude erreichte.
Minin erinnerte sich später: "Wir fühlten, dass wir auf dem Dach waren, weil das Dachblech unter unseren Füssen krachte. Wir konnten nichts sehen. Doch es gab in Berlin viele Brände und der Feuerschein erhellte die Szenerie. Wir haben den roten Stoff mit kleinen Stricken an das Metallrohr gebunden. Ich war grenzenlos froh, dass ich das Ziel erreicht habe, dass ich die Fahne hisse und damit meine Pflicht eines einfachen Soldaten erfüllt habe. Mehr nicht. Da war nur das Gefühl der Freude und Euphorie."
Und auch das Foto hatte seine eigene, bittere Geschichte: Der Fotograf Jewgeni Chaldej musste die Armbanduhr des Soldaten wegretuschieren, damit der Rotarmist nicht wie ein Plünderer aussieht. Fotograf Chaldej ist der letzte Überlebende seiner gesamten Familie - sein Vater und seine drei Brüder, Juden aus der Ukraine, sind von den Deutschen während des Krieges ermordet worden. 27 Millionen Sowjetbürger fielen dem Krieg zum Opfer. Auch in Deutschland ist der Blutzoll mit 6,3 Millionen Toten hoch.
Das Land liegt in Trümmern. So wie in Berlin sieht es in den meisten deutschen Großstädten aus. Von 1,5 Millionen Berliner Wohnungen sind 600.000 unbewohnbar. 60 Prozent aller Betriebe und 50 Prozent aller öffentlichen Gebäude sind zerstört, auch 140 der 225 Brücken der Stadt. Ein Viertel des U-Bahn-Netzes steht unter Wasser, nachdem die SS in den letzten Kämpfen die U-Bahn-Tunnel unter dem Landwehrkanal gesprengt hatte. Sie folgte damit Hitlers "Nero-Befehl" aus den letzten Kriegswochen, sämtliche Infrastruktur in Deutschland zu zerstören. "Wenn der Krieg verloren geht, wird auch das Volk verloren sein", meinte Hitler. Es sei nicht nötig, dass das deutsche Volk weiterlebe. Es habe sich im Kampf als das schwächere erwiesen, die Zukunft gehöre dem "stärkeren Ostvolk". Dass von Deutschland nach der Stunde null trotzdem noch etwas übrig ist, liegt daran, dass Hitlers letzter Irrsinnsbefehl von vielen Militärs hintertrieben wird oder wegen des Vorrückens der Sowjets und der Alliierten nicht mehr durchführbar ist.
Viele fliehen in den Tod. So wie Hitler ziehen sich zahlreiche Entscheidungsträger durch Selbstmord aus der Verantwortung. Am 5. Mai 1945 finden sowjetische Soldaten Hitlers Leiche (und die seiner Frau Eva Braun sowie zwei Hundekadaver) in einem Bombentrichter neben dem "Führerbunker". Sowjetische Ärzte sezieren die Leichen. Der sowjetische Militärgeheimdienst SMERSch lässt Hitlers Zähne aus dem Schädel schneiden und identifiziert ihn später anhand des Zahnprofils. Andere Nazi-Größen versuchen unterzutauchen oder nehmen sich das Leben:
- SS-Chef Heinrich Himmler rasiert sich sein Bärtchen ab und versucht mit falschen Papieren, die ihn als einen kleinen Unteroffizier namens Heinrich Hitzinger ausweisen, im Heer der Kriegsgefangenen zu verschwinden. Als er von britischen Soldaten enttarnt wird, beißt er auf eine in seinen Zähnen versteckte Zyankali-Kapsel.
- Der einstige Gauleiter von Nürnberg, Julius Streicher, hat sich zur Tarnung einen langen grauen Bart wachsen lassen und versteckt sich im Mai 1945 unter falschem Namen in einem Tiroler Bauerndorf, wo er sich als schrulliger Kunstmaler namens Joseph Sailer ausgibt.
- Nahe Salzburg ergibt sich "Reichsmarschall" Hermann Göring in seiner Fantasie-Uniform den Amerikanern. Gegenüber Journalisten äußert er großspurig und wahrscheinlich im Drogenrausch, der Krieg sei für ihn wie ein Fußballspiel, bei dessen Ende sich die Gegner die Hände reichen. Und ist noch überrascht, als man ihn in Haft nimmt.
- Im "Führerbunker" machen die Sowjets noch eine traurige Entdeckung. Fünf tote Mädchen und ein toter Junge. Bevor Reichspropagandaminister Joseph Goebbels und seine Frau Magda sich das Leben nahmen, hatten sie ihre sechs Kinder vergiftet. Die Goebbels-Kinder sind unter den letzten unschuldigen Opfern des Nazi-Wahns.
Das Sterben ist noch nicht ganz zu Ende. Im böhmischen Volary zum Beispiel stoßen US-Truppen am 6. Mai 1945 neben 95 toten auf 118 noch lebende Frauen, die letzten Überlebenden eines Todesmarsches von über 1.000 Häftlingen aus dem 200 Kilometer entfernten KZ Helmbrechts. Ihre SS-Bewacher haben sich davongemacht. 19 der oft bis aufs Skelett abgemagerten Frauen sterben in den Tagen danach, als schon Frieden ist. Auch in den Gefangenenlagern, in denen nun Millionen deutsche Soldaten interniert werden, fordern Hunger und Krankheiten noch viele Opfer.
Die meisten Deutschen sind zur Stunde null zwar erleichtert, dass der Krieg nun vorbei ist und sie noch am Leben sind. Aber viele fürchten Rache - vor allem die der Sowjets, auf deren Gebiet deutsche Truppen unermessliches Leid angerichtet haben. Es gibt all das: Racheakte und Vergewaltigungen durch Besatzungssoldaten und befreite Zwangsarbeiter. Willkürakte und Verschleppung von Schuldigen wie Unschuldigen durch die sowjetische Geheimpolizei.
Mai 1945: Generaloberst Nikolai Erastowitsch Bersarin wird zum ersten sowjetischen Stadtkommandanten von Berlin ernannt
Die zwei Gesichter der Stunde Null: Die Fahnen der Sieger und den Verlust der Heimat für viele Millionen Deutsche. Eine Szene aus dem Deutsch-Russischen-Museum in Berlin-Karlshorst
Und es gibt auch Menschlichkeit. Zum Beispiel die des neuen sowjetischen Stadtkommandanten von Berlin, Nikolai Bersarin. Der soll die deutsche Hauptstadt wieder ans Laufen bringen. Bersarin lässt die gefluteten U-Bahn-Tunnel auspumpen, beginnt, die Strom- und Wasserversorgung wiederherzustellen und Lebensmittel für die Bevölkerung zu beschaffen. "Nun soll ich auf einmal nicht gegen die Deutschen kämpfen, sondern ihnen helfen", sagt er einem sowjetischen Kriegskorrespondenten. Und erfüllt seine Pflicht.
Quelle: superillu
NDR
Finden Sie weitere Artikel zu Politik
- Stellenabbau statt Fachkräftemangel - Was wirklich auf dem deutschen Arbeitsmarkt passiert (zuletzt geändert: 07.05.2026)
mehr zum Thema: Wirtschaft - Investitionen-Substanzverzehr - Die Wirtschaft im Osten erodiert - ein Lichtblick bleibt (zuletzt geändert: 07.05.2026)
mehr zum Thema: Wirtschaft - Viele Ukrainer lehnen berufsfremde Arbeit ab (zuletzt geändert: 06.05.2026)
mehr zum Thema: Ukraine - Korruption in der Ukraine - So bereichert sich das Selenskyj-Umfeld mit westlichen Geldern (zuletzt geändert: 06.05.2026)
mehr zum Thema: Ukraine - Ausweise nach Syrien geschickt - Bundespolizei ermittelt gegen 50 Syrer in Leipzig und Umgebung (zuletzt geändert: 05.05.2026)
mehr zum Thema: unsere Clans - Schockierende Doku über junge Islamisten - Für uns gilt die Scharia, deutsche Gesetze sind egal (zuletzt geändert: 04.05.2026)
mehr zum Thema: Islamisierung - Experten vermuten Absenken der Standards - Niedersachsen schafft schriftliches Dividieren ab (zuletzt geändert: 04.05.2026)
mehr zum Thema: Schulen - Zahlen über kriminelle Ausländer - Syrer elfmal gewalttätiger als Deutsche! (zuletzt geändert: 03.05.2026)
mehr zum Thema: Crime - Juristinnen fordern - Migranten-Gewalt darf nicht länger schöngeredet werden (zuletzt geändert: 03.05.2026)
mehr zum Thema: Crime - Schamlose Selbstbedienung der Regierung (zuletzt geändert: 01.05.2026)
mehr zum Thema: Kommentar - Autoritäre Herrschaft - Ex-EU-Ratspräsident Michel wirft von der Leyen Machtaneignung vor (zuletzt geändert: 01.05.2026)
mehr zum Thema: EU - Schulleiterin über Realität an der Grundschule - Die können nicht richtig sprechen, keinen Stift halten (zuletzt geändert: 30.04.2026)
mehr zum Thema: Schulen - Regelmässig muss die Polizei kommen - Angriffe, Mobbing, Lehrer-Alarmbrief- An Berliner Schule eskaliert die Lage (zuletzt geändert: 30.04.2026)
mehr zum Thema: Schulen - Energie-Irrsinn - Wir zahlen dem Ausland jetzt dicke Strom-Prämien (zuletzt geändert: 29.04.2026)
mehr zum Thema: Energiekrise - Bis zu 14,6 Prozent mehr! - Beamten-Pensionen steigen dreimal so stark wie Rente (zuletzt geändert: 29.04.2026)
mehr zum Thema: Rente - Arche-Sprecher - Schüler werden gedrängt, zum Islam zu konvertieren (zuletzt geändert: 29.04.2026)
mehr zum Thema: Schulen - Grünen-Chef sieht alle Männer als Gefahr - Das geht zu weit! (zuletzt geändert: 28.04.2026)
mehr zum Thema: die Grünen - Ukraine-Krieg - Respektlos - Selenskyj verurteilt US-Besuche in Moskau (zuletzt geändert: 27.04.2026)
mehr zum Thema: Ukraine - Kiew entlässt Kommandeure wegen verfälschter Lageberichte - Kämpfer werden vor Hunger ohnmächtig (zuletzt geändert: 27.04.2026)
mehr zum Thema: Ukraine - Ulrich Reitz - Und dann sagt Merkel zwei Sätze, die Merz als Leberhaken verstehen sollte (zuletzt geändert: 26.04.2026)
mehr zum Thema: Demokratie - Kubicki - Diskutieren Brandmauer, als sei sie Teil der Verfassung. Ist sie aber nicht (zuletzt geändert: 26.04.2026)
mehr zum Thema: FDP
- Altenheim-Leiterin über eine Generation im Dauer-Lockdown ( zuletzt geändert: 28.04.2026 )
- Kleine Kinder mit großen Virusmengen ( zuletzt geändert: 28.04.2026 )
- Bevölkerung wurde laut Hendrik Streeck in der Pandemie Unrecht angetan ( zuletzt geändert: 28.04.2026 )
- Coronamaßnahmen - Jan Josef Liefers, Schauspieler berichtet über Druck nach Teilnahme an Kampagne 'allesdichtmachen' ( zuletzt geändert: 06.05.2026 )
- Die letzten Monate des Zweiten Weltkriegs in Mitteldeutschland ( zuletzt geändert: 27.04.2026 )
- Atomkatastrophe von Tschernobyl ( zuletzt geändert: 26.04.2026 )
© infos-sachsen / letzte Änderung: - 09.08.2025 - 18:17
- Impressum
- Kontaktformular
- Musiksammlung
- FTP - Server