Willkommen in Sachsen, am 13.08.2026
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13. August
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2018 - Die USA belegen Stahl aus der Türkei mit Abgaben von 50 statt bislang 25 Prozent. Grund ist der wegen Terrorverdachts in der Türkei unter Hausarrest stehende US-Pastor Andrew Brunson. Die Türkische Lira gerät stark unter Druck.


2004 - Die Behörden genehmigen den Bau eines neuen Berliner Flughafens auf dem Gelände des einstigen «DDR-Zentralflughafens» Schönefeld.


2002 - Eine Jahrhundertflut überschwemmt große Teile von Sachsen und Sachsen-Anhalt.


1996 - Belgien: Der Mörder und Kinder­schänder Marc Dutroux wird verhaftet.


1961 - Die DDR riegelt die Grenzen zwischen Ost- und Westberlin sowie zwischen den drei Westsektoren und der DDR ab. Grundlage ist der am Vortage von der DDR-Volkskammer gefasste Beschluss, »eine solche Kontrolle an den Grenzen der DDR einschließlich der Grenze zu den Westsektoren von Großberlin (einzuführen), wie sie an den Grenzen jedes souveränen Staates üblich ist«. Der Mauerbau, der drei Tage später beginnt, erfolgt »zur Unterbindung der feindlichen Tätigkeit der revanchistischen und militaristischen Kräfte Westdeutschlands und West-Berlins« und soll an den Grenzen »eine verlässliche und wirksame Kontrolle gewährleisten«.


1948 - Die Ministerpräsidenten der Länder der drei westlichen Besatzungszonen Deutschlands bestimmen Bonn zum Sitz des Parlamentarischen Rates. Der Rat soll eine vorläufige Verfassung ausarbeiten für den von den Westalliierten kontrollierten Teil Deutschlands.


1940 - Der Luftkrieg gegen England beginnt. Beruhend auf dem Befehl Adolf Hitlers und Hermann Görings Weisung fliegen Bomber der Luftflotten 2 und 3 fast 300, die Jäger etwa 1000 Einsätze. Der erhoffte schnelle Sieg bleibt jedoch aus und die Deutschen erleiden schwere Verluste. Ab dem 24. August wird London angegriffen, was zu britischen Gegenangriffen auf Berlin führt (25., 26. und 29. August).


1924 - Das Luftverkehrsunternehmen Junkers wird gegründet.


1898 - Ferdinand Graf v.Zeppelin erhält ein Patent für ein "lenkbares Luftfahrtzeug".


1809 - Bergisel: Tirols Aufständische schlagen unter Andreas Hofer die Truppen Frankreichs und Bayerns.


Reaktionen auf den Mauerbau

Die Mauer am Reichstagsgebäude in Berlin, Aufnahme 1980er Jahre Die Mauer am Reichstagsgebäude in Berlin, Aufnahme 1980er Jahre
(Foto: Berliner Mauer-Archiv Hagen Koch)

Nahaufnahme von Willy Brandt. Willy Brandt (SPD), Regierender Bürgermeister von Berlin; Aufnahme 1962
(Foto: Polizeihistorische Sammmlung des Polizeipräsidenten in Berlin)

Erst zwei Tage nach der Grenzschließung, am 15. August 1961, protestieren die West-Alliierten beim sowjetischen Stadtkommandanten, Oberst A. J. Solowjew, gegen die "illegalen" Absperrmaßnahmen. Eine Forderung, die Abriegelung aufzuheben und den Stacheldraht wieder zu beseitigen, enthält der Protestbrief nicht. Kühl weisen die Sowjets den Protest als "vollständig unangebrachte" Einmischung in Maßnahmen der DDR-Regierung zurück.

Schreiben der westlichen Stadtkommandanten von Berlin an den sowjetischen Stadtkommandanten in Berlin, 15. August 1961

Note der Regierungen Frankreichs, Großbritanniens und der Vereinigten Staaten an die Regierung der UdSSR, 17. August 1961

Note der Regierung der UdSSR an die Regierungen Frankreichs, Großbritanniens und der Vereinigten Staaten, 18. August 1961

Die Berliner fühlen sich vom Westen im Stich gelassen. Der Regierende Bürgermeister Willy Brandt bringt dies in einem Brief an den amerikanischen Präsidenten zum Ausdruck: "Berlin erwartet mehr als Worte, Berlin erwartet politische Aktionen."

Nur durch eine militärische Aktion, so Kennedys ernüchternde Antwort, könne die offensichtlich von der Sowjetunion getragene Entscheidung, die Grenze zu schließen, rückgängig gemacht werden. Eine Sperrung der Zugangswege nach Berlin als nächster Schritt der Sowjetunion und der DDR würde die West-Alliierten vor die Frage stellen, ob sie zur Verteidigung ihrer Berlin-Rechte einen Atomkrieg riskieren sollen.

West-Berliner Junge am Stacheldraht: Mitten in der Stadt am Ende der Welt; Aufnahme 13. August 1961 West-Berliner Junge am Stacheldraht: Mitten in der Stadt am Ende der Welt; Aufnahme 13. August 1961
(Foto: Polizeihistorische Sammlung des Polizeipräsidenten in Berlin)

Im engsten Kreis soll Kennedy gesagt haben: „Keine besonders angenehme Lösung, aber eine Mauer ist verdammt viel besser als ein Krieg.“

Erst in den nächsten Monaten schält sich allmählich heraus, dass Chruschtschow auf sein Ultimatum und seine Maximalziele verzichtet und sich mit der Unterbindung des Flüchtlingsstroms begnügt.

Chruschtschow wird keinen separaten Friedensvertrag mit der DDR abschließen und die Kontrolle über die Zugangswege nach Berlin in sowjetischen Händen behalten.

Brief des Regierenden Bürgermeisters von West-Berlin, Willy Brandt, an den amerikanischen Präsidenten John F. Kennedy, 16. August 1961

Brief des amerikanischen Präsidenten John F. Kennedy an den Regierenden Bürgermeister von West-Berlin, Willy Brandt, 18. August 1961

Klaus Schütz, 1961 Berater des Regierenden Bürgermeisters von Berlin, Willy Brandt, zur Enttäuschung Brandts über die Reaktion der Kennedy-Administration auf die Abriegelung der Sektorengrenzen in Berlin am 13. August 1961 (Quelle: astfilm productions)

Thilo Koch, 1961 ARD-Korrespondent in Washington, über die Reaktion der Kennedy-Administration auf die Abriegelung der Sektorengrenzen in Berlin
(Quelle: astfilm productions)

Appell der Ost-Berliner Kampfgruppen, die zur Sicherung des Mauerbaus eingesetzt wurden; Aufnahme 23. August 1961 Appell der Ost-Berliner Kampfgruppen, die zur Sicherung des Mauerbaus eingesetzt wurden; Aufnahme 23. August 1961
(Foto: Bundesarchiv, Bild 183-85787-0001 / CC-BY-SA 3.0)

Neben Empörung, Resignation und Verzeiflung gibt es in Teilen der DDR-Bevölkerung auch Zustimmung zum Mauerbau.

Die Fluchtbewegung in den Westen und die Einkäufe von West-Berlinern im Ostteil der Stadt – bei einem Schwarzmarktkurs der D-Mark zur Ostmark von eins zu sechs – haben das Gefühl entstehen lassen, dass „etwas passieren muss“.

In dieser Sicht kann die Grenzschließung die Chance eröffnen, in eine neue Phase ungestörten wirtschaftlichen Aufschwungs und sozialistischen Aufbaus eintreten zu können. Ist die innere Stabilisierung erreicht, so die Hoffnung, verschwindet die Mauer eines Tages von ganz alleine.

Doch die SED-Führung verschwendet in den kommenden Jahrzehnten keinen Gedanken daran, ein politisches System einzuführen, dass die Mauer überflüssig gemacht hätte. Im Gegenteil: Wegen der vielen Fluchtversuche konzentriert sich die SED-Spitze darauf, die Abriegelung beständig zu perfektionieren. Die Mauer ist - und bleibt bis 1989 - eine Existenzbedingung der DDR.

Stab PdVP Berlin - Journal der Handlung, 14. August 1961

Befehl des Präsidenten der Volkspolizei Berlin, 14. August 1961

Protokoll der 45. Sitzung des Nationalen Verteidigungsrates der DDR, 3. Mai 1974


Quelle: Chronik der Mauer


»Ich wollte nicht, dass mein Hoffnungsland DDR ausläuft wie ein durchgerosteter Eimer«

Die Berliner Mauer trennte Familien und sperrte die DDR-Bürger ein. Dennoch rechtfertigten viele das Monsterbauwerk – auch Wolf Biermann, der am 13. August 1961 als Student zur Agitation gerufen wurde.

Von Norbert F. Pötzl
12.08.2021, 13.45 Uhr

Die Mauer wächst: In der Nacht zum 13. August 1961 fing die DDR an, die bis dahin offene Grenze nach West-Berlin abzuriegeln. Erst wurde Stacheldraht ausgerollt, dann bauten Grenzsoldaten unter der Aufsicht von Volkspolizisten Mauern aus Hohlblocksteinen. Das Regime bezeichnete die Maßnahme als »vorübergehend«. Tatsächlich wurde die Grenzbefestigung immer weiter ausgebaut. Am 9. November 1989 fiel die Mauer – nach einer missverständlichen Äußerung des SED-Funktionärs Günter Schabowski, dass Ausreisen aus der DDR ab »sofort, unverzüglich« möglich seien.
Foto: Volker Pawlowski / ullstein bild

Mag sein, dass die »rituelle Feststellung einer zustimmenden Haltung der Bevölkerungsmehrheit zur Politik der Führung typisch für MfS-Stimmungsberichte« war, wie die Historikerin Daniela Münkel schreibt. Dennoch traf die SED-Propaganda den Nerv vieler DDR-Bürger: Mit Neid und Missgunst betrachteten sie die »Grenzgänger«, die in West-Berlin arbeiteten und in oder nahe Ost-Berlin wohnten.

Diese Pendler erhielten einen Teil ihres Gehalts in Westmark und kauften Konsumgüter, die in der DDR Mangelware oder gar nicht erhältlich waren. Oder sie tauschten das Westgeld zum günstigen Kurs von mindestens eins zu vier in Ostmark. Davon bezahlten sie im Osten die günstigen, weil staatlich subventionierten Lebensmittel und die Miete – jedenfalls bis Anfang August. Acht Tage vor dem Mauerbau meldete das »Neue Deutschland«, der Berliner Magistrat habe die »Wünsche der Bevölkerung« erfüllt: »Grenzgänger werden registriert und zahlen Miete, Strom, Gas und Wasser in Westgeld.«

Im Juli 1961 waren bei den West-Berliner Arbeitsämtern 61.200 Grenzgänger registriert. Hinzu kamen schätzungsweise 20.000 illegale, vorwiegend weibliche Grenzgänger, die vor allem in der Textilbranche oder als Reinigungskräfte in Privathaushalten tätig waren. Kurz vor dem Mauerbau arbeitete also mutmaßlich jeder zehnte der Ost-Berliner Erwerbstätigen in West-Berlin – und fehlte dem DDR-Arbeitsmarkt, den die anhaltende Fluchtbewegung ohnehin ausgedünnt hatte.

»Der Mauerbau war richtig«, sagen viele Ex-DDR-Bürger in einer Umfrage

Grenzgänger: Die S-Bahn verkehrte bis zum 13. August 1961 auch zwischen Ost- und West-Berlin. Damit konnten Berufspendler, die im Westen arbeiteten und im Osten wohnten, mühelos die offene Grenze überqueren (hier 1955 am S-Bahnhof Düppel an der Grenze zwischen dem West-Berliner Ortsteil Nikolassee und der DDR-Gemeinde Kleinmachnow).
Foto: Bundesarchiv, B 145 Bild-F003014-0002 / Fotograf: Brodde

So empfanden es viele Bürger. Dass die Menschen sich mit dem SED-Staat arrangierten, zeigt nach Rauhs Ansicht die Geburtenrate als »ein entscheidendes Indiz«: Sie stieg von 1961 bis 1963 kräftig, anders als nach dem gescheiterten Volksaufstand 1953 oder in den Krisenjahren 1956/57.

Die Reaktionen der Bevölkerung auf diese Zäsur wurden bisher kaum erforscht. Deshalb befragte Rauh mit Marten Paetzelt, Student der Sozialwissenschaften an der Humboldt-Uni, von November 2020 bis April 2021 gut 600 ehemalige DDR-Bürger, die den Mauerbau miterlebt hatten. Knapp 54 Prozent beurteilten ihn als »aus damaliger Sicht richtig«– überraschend auch für Rauh, zumal von den Befürwortern fast jeder Dritte Verwandte im Westen hatte und mehr als ein Drittel die DDR für nicht demokratisch legitimiert hält.

Revidiertes Geschichtsbild: Der Buchautor Robert Rauh, 1967 in Ost-Berlin geboren, zieht die gängige Meinung, die Mehrheit der DDR-Bevölkerung sei 1961 gegen den Mauerbau gewesen, in Zweifel. Rauh ist Historiker und arbeitet als Lehrer und Seminarleiter. 2013 wurde er für sein pädagogisches Engagement mit dem Deutschen Lehrerpreis ausgezeichnet.
Foto: Silvia von Eigen

Die Zahlen wirken paradox: Auch die meisten Befürworter glaubten nicht der SED-Propaganda, dass der Grenzwall dem Schutz der DDR und dem Erhalt des Friedens diene. Sie wussten, dass das Monsterbauwerk Familien trennte und die Reisefreiheit beschränkte. Dennoch rechtfertigen sie es noch im Nachhinein. Wie ist das zu erklären?

Aufschluss geben könnten private Schreiben von Ost nach West, wie sie die Romanistin Hildegard Baumgart 1971 unter dem Titel »Briefe aus einem anderen Land« publizierte: Sie geben, so Rauh, »einen authentischen Einblick in die Gefühls- und Gedankenwelt der Menschen«. Trotz »stellenweise überraschend offen geäußerter Kritik an der DDR« hätten Briefschreiber aus allen Generationen und Bevölkerungsschichten die Mauer verteidigt.

Massenprotest nur bei einem Rockkonzert

Zwei Beispiele unter vielen: Ein älterer Mann litt unter der Trennung von seinen in den Westen geflüchteten Söhnen und schrieb ihnen, zwar sei die Grenze mitten durch die Stadt »erschütternd, und doch war es allerhöchste Zeit, uns zu sichern und vor weiteren Verlusten zu bewahren«. Ein Ingenieurstudent aus Thüringen hatte auf der Leipziger Messe einen westdeutschen Kaufmann kennengelernt; er schrieb im Zuge einer jahrelangen Brieffreundschaft, für ihn sei »auch die Bundesrepublik kein Ideal«: »Es wäre mir nicht im Traum eingefallen, die DDR zu verlassen.«

Andere Ereignisse versetzten mehr DDR-Bürger in Unruhe, etwa die Niederschlagung des Prager Frühlings 1968 oder die Ausbürgerung Wolf Biermanns 1976 nach einem Konzert in Köln. In den Papieren der Oppositionsbewegung der Achtzigerjahre war die Mauer kein Thema, ebenso im Gründungsaufruf des Neuen Forums vom September 1989 oder bei der Großdemonstration am 4. November 1989.


Quelle: gekürzt aus Spiegel Geschichte vom 12.08.2021


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