Seit 1947 wird auf AMIGA das komplette Repertoire an zeitgenössischer Musik veröffentlicht. Gepresst wurden mehr als 2.500 Alben und 5000 Singles: von Rock- und Popmusik, über Jazz, Schlager, volkstümliche Musik, Liedermacher und Musik für Kinder. Die Bandbreite reichte von Sillys "Bataillon d'Amour", über "Kleine weiße Friedenstaube" bis zum Depeche-Mode-Klassiker "Enjoy the Silence". Denn neben Künstlern der DDR verlegte AMIGA auch heiß begehrte Alben aus dem Westen. Hits von den Beatles, Bob Dylan oder Roger Whitaker erschienen in Lizenz und wurden musikalische Bückware.
Das legendäre Plattenlabel steht auch für eine turbulente Erfolgsgeschichte in Ost und West, die musikalisch wie wirtschaftlich ihresgleichen sucht. Die Plattenfirma ist Heimat einer eigenen Richtung, dem Ostrock. City, Puhdys, Karat oder Silly wurden zum Sound der DDR, den AMIGA schon damals erfolgreich in den Westen exportierte.
Das Monopollabel der DDR, welches zum Volkseigenen Betrieb Deutsche Schallplatten gehörte, war nicht nur ein streng wirtschaftlich geführtes Unternehmen. Es unterstand dem Kulturministerium, subventionierte mit seinen Gewinnen den Kulturbereich und lieferte zugleich eine überragende Qualität. Noch heute schwärmt Peter Schimmelpfennig, einst Musikpromoter im Westen, von der musikalischen wie handwerklichen Perfektion, mit der Künstler, Musiker und Techniker die Alben unter den Bedingungen des realen Sozialismus produzierten.
Dafür sprach Autorin Heike Sittner mit Uwe Hassbecker und Rüdiger "Ritchie" Barton (Silly), Ralf Schmidt (Falkenberg), Dirk Zöllner, Jürgen Ehle (Pankow), Jürgen Drews, Angelika Mann, Petra Zieger, Günther Fischer, Frank Schöbel, Dieter "Maschine" Birr und Dieter "Quaster" Hertrampf (Puhdys), Jürgen Karney, Helmar Federowski, Christian Flake Lorenz (Feeling B), Peter Schimmelpfennig (ehem. Promoter im Westen) und Jörg Stempel, dem letzten Chef von AMIGA.