17.08.2026 - 19:19 Uhr
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Für die tatsächliche AfD-Wahl ist die Haltung zur Einwanderung der mit Abstand wichtigste der untersuchten Faktoren: Sie erklärt mehr als 90 Prozent der erklärbaren Unterschiede im Wahlverhalten. Die Forscher berücksichtigten in ihrer Studie auch zahlreiche soziale und wirtschaftliche Unterschiede: Einkommen, Bildung, berufliche Stellung, Arbeitslosigkeit, finanzielle Sorgen und Lebenszufriedenheit. Kommt die Einstellung zur Migration hinzu, erklären die anderen Faktoren kaum noch etwas zusätzlich.
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Besonders eindrucksvoll ist ein statistischer Vergleich der Studie: Ein Mensch mit niedrigstem Einkommen, niedrigster Bildung, großen finanziellen Sorgen und geringer Lebenszufriedenheit, der aber keine Sorgen wegen Einwanderung hat, kommt auf eine AfD-Unterstützungswahrscheinlichkeit von nur 3,7 Prozent. Ein anderer Mensch, der wirtschaftlich sehr gut dasteht, aber große Sorgen wegen Einwanderung hat, kommt dagegen auf 8 Prozent - mehr als doppelt so viel.
Noch brisanter: Die Forscher konnten auch Veränderungen innerhalb derselben Personen untersuchen. Wird jemand im Laufe der Zeit migrationskritischer, steigt auch die Wahrscheinlichkeit, die AfD zu unterstützen. Ändert sich dagegen die wirtschaftliche Lage, wirkt sich das viel schwächer aus.
Nein. Die Studie behauptet nicht, dass Armut oder soziale Probleme völlig bedeutungslos sind. Sie zeigt vielmehr: Sie erklären die AfD-Unterstützung deutlich schlechter als die Einstellung zur Migration. Damit bekommt die politische Debatte eine andere Stoßrichtung.
Das Erklärungsmuster "Ich bin abgehängt - deshalb wähle ich AfD" funktioniert kaum noch. Vielmehr stimmt der Satz: "Ich mache mir Sorgen über Einwanderung - deshalb wähle ich die Partei, die dieses Thema am stärksten vertritt." Die Autoren stellen die "Modernisierungsverlierer"-These also deutlich infrage.