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02.02.2026, 08.50 Uhr o aus DER SPIEGEL 6/2026
Lena Müllers Lebenslauf ist von der Sorte, bei der Personaler feuchte Augen bekommen: Einserabitur mit 17, Doktortitel in Chemie mit 28. Auslandssemester in Australien und China, Masterandin beim Kunststoffkonzern Covestro, Werkstudentin bei einem Thinktank, Stipendiatin der Studienstiftung des Deutschen Volkes, Publikation im renommierten Journal "Nature Communications", Auszeichnung für besondere akademische Leistungen. Dazu ehrenamtliches Engagement für den Berufsverband und die Partei Volt, nebenbei Volleyballspielerin in der Regionalliga.
Müller trägt eigentlich einen anderen Namen, den sie nicht veröffentlicht sehen möchte. Ihre Geschichte möchte sie dennoch erzählen, um anderen in ähnlicher Situation Mut zu machen.
Was die 29-Jährige antreibt, ist wissenschaftliche Neugier, Leistungsbereitschaft und Ehrgeiz. Im Frühjahr 2025, nach der Promotion, "war ich richtig hyped. Ich hatte richtig Bock, zu arbeiten und etwas zu bewegen. Ich wollte dazu beitragen, die Industrie sauberer und die Welt ein Stück besser zu machen", erzählt sie. Die ganzen Jahre habe das Credo geherrscht: "Wer sich anstrengt, alles super abschließt, Auslandsaufenthalte macht, kann sich den Job später aussuchen." Müller macht eine Pause.
"Aber so kam es in meinem Fall nicht."
65 Bewerbungen verschickte Müller, jede einzelne mit sorgfältig formuliertem, zielgenauem Anschreiben. Ohne Erfolg. Falls Personaler feuchte Augen bekamen, hat Müller davon nichts mitbekommen. "Ich habe meistens eine direkte Absage erhalten. Mitunter bekam ich erst nach fünf Monaten eine Rückmeldung. Und manches Bewerbungsgespräch verlief schlicht respektlos", erzählt Müller. An den Sommer denke sie ungern zurück: "Arbeitslosigkeit macht etwas mit deinem Selbstwertgefühl. Ich habe tierische Verzweiflung und Frust gespürt."
Selbst ihre vielen persönlichen Kontakte in der Branche halfen ihr nicht weiter: "Ich habe so oft gehört: Sehr schöner Lebenslauf, aber wir haben leider einen strikten Einstellungsstopp."
In ganz Deutschland müssen junge, gut ausgebildete Akademiker derzeit erfahren, dass sie alles andere als begehrt sind. Im Schnitt 45.000 von ihnen waren 2025 arbeitslos gemeldet, fast doppelt so viele wie 2022 - ein Rekord in der Geschichte der Bundesrepublik. Bei den unter 35-Jährigen dauerte es durchschnittlich 112 Tage, bis sie nach ihrem Abschluss in Arbeit kamen, 19 Tage mehr als noch 2023.
Es sind mitnichten nur jene, die sich nach der Uni schon immer schwerer getan haben, Soziologen etwa oder Historikerinnen. "Wir erleben einen immensen Anstieg des Beratungsbedarfs", sagt Anja Robert, Chefin des Career Center an der RWTH Aachen, einer der renommiertesten Ingenieursschmieden der Republik, "viele suchen nach Dutzenden oder Hunderten Bewerbungen bei uns Hilfe." Roberts Pendant an der Uni Hamburg, Barbara Sutter, pflichtet bei: "Es kommen deutlich mehr Absolventen gerade aus Fächern zu uns, für die vor Kurzem noch eine Art Jobgarantie galt: BWL oder Informatik."
Die Flaute am Arbeitsmarkt trifft die designierte Elite der deutschen Industrie, junge Ingenieurinnen, Naturwissenschaftler und Informatikerinnen. Sie trifft sie umso härter, da die wenigsten damit gerechnet hatten. Und es ist unsicher, wie sich die Lage für die High Potentials entwickeln wird.
Wird die Krise der Berufseinsteiger zum Dauerzustand? Das wäre nicht nur eine schlechte Nachricht für junge Akademiker, sondern für das ganze Land. Wenn Topkräfte, die für die Zukunft der Industrie sorgen sollen, keine Perspektive mehr haben, sind die Aussichten insgesamt schlecht.
An einem Freitagmorgen steht Daniel Terzenbach in seinem Nürnberger Büro und versucht, die Lage zu erklären. Terzenbach, 45, ist eines von vier Vorstandsmitgliedern der Bundesagentur für Arbeit. Nach drei Jahren Rezession und Stagnation gleiche der Arbeitsmarkt einer mittelalterlichen Burg, erklärt er: "Wer drin ist, also in Beschäftigung, ist sicher und will auch nicht raus, sprich den Arbeitsplatz aufgeben. Wer aber von außen hineinwill, also eine neue Arbeitsstelle sucht, für den sind die Mauern hoch." Es sei nicht so, dass Unternehmen viele Mitarbeiter kündigen: "Wenn Beschäftigte gehen, dann überwiegend Richtung Rente." Zugleich stellten die Firmen weniger Leute ein.
Die Zahl offener Stellen ist drastisch gefallen, von knapp zwei Millionen Ende 2022 auf zuletzt nur noch gut eine Million - mit Ausnahme des Pandemiebeginns der niedrigste Wert seit 2016. "Das trifft naturgemäß die Berufseinsteiger am stärksten", so Terzenbach.
Ein Teil spürt nichts von irgendeiner Krise. "In der Pflege, in der Medizin oder im Pharmabereich werden die Absolventen förmlich aufgesogen, egal ob von der Uni oder aus der Berufsausbildung", sagt Terzenbach. Zudem gehen jedes Jahr weit mehr ältere Beschäftigte in den Ruhestand, als junge ins Berufsleben starten. Absolventen finden etwa im öffentlichen Dienst oder der Kinderbetreuung weiter problemlos Arbeit.
Anders sieht es in der Industrie aus. Die Beschäftigung sank dort bereits ab Herbst 2019, dann folgten die Pandemie mit ihren Lieferengpässen, schließlich der Ukrainekrieg und die stark steigenden Energiepreise. Die vier größten deutschen Industriezweige - Automobil, Elektroindustrie, Chemie und zuletzt der Maschinenbau - stecken in einer tiefen Krise.
Auch in der Industrie sind die Belegschaften recht alt, viele Beschäftigte gehen in Rente und müssen ersetzt werden. Lange sicherten sich die Unternehmen deshalb um fast jeden Preis Nachwuchskräfte, selbst in der Krise. Doch inzwischen hat sich die Lage vielerorts so verschärft, dass es ums Überleben geht.
Insgesamt, sagt Terzenbach, stehe Deutschland bei der Jugendarbeitslosigkeit im internationalen Vergleich immer noch sehr gut da. Das gelte insbesondere für Akademiker. Zwar sei deren Arbeitslosenquote von 2,2 Prozent im Jahr 2022 auf 3,3 Prozent gestiegen - das sei indes immer noch ein sehr niedriger Wert. Das Risiko, arbeitslos zu werden, sei statistisch weiterhin sechsmal geringer als für Ungelernte.
Er tue sich daher schwer, von einer Krise der jungen Akademiker zu sprechen, sagt Terzenbach. "Auf der individuellen Ebene aber verstehe ich den Frust sehr gut. Beim Studienbeginn haben ihnen alle erzählt, dass sie sich ihre Stelle aussuchen werden können, alle Zeichen standen auf Beschäftigungswachstum. Sie haben erlebt, dass sich die Unternehmen auf den Uni-Jobbörsen förmlich um Absolventen gerissen haben. Und jetzt schauen sie gewissermaßen in die Röhre." Trotzdem fänden Uniabsolventen selbst in den industriellen Kernbereichen in der Regel Arbeit, auch wenn sie deutlich mehr Bewerbungen schreiben müssten.
Diese Beobachtung bestätigen die Career-Center der Universitäten. Es kämen zwar viel mehr Absolventen, berichtet die Hamburgerin Sutter, "aber wir können ihnen dann in der Regel bei einem erfolgreichen Einstieg helfen, wenngleich es unterdessen etwas länger dauern kann". Auch Robert von der RWTH Aachen sagt, am Ende kämen eigentlich alle Klienten bei einem Unternehmen unter. "Ich empfinde den Arbeitsmarkt immer noch als absolut stabil", sagt sie. "Ja, viele müssen länger suchen als früher, vielleicht außerhalb ihrer Traumbranche oder abseits der favorisierten Unternehmen." Es gebe zum Beispiel eine sehr agile Start-up-Szene, "wir haben eine Menge Neugründungen in Deutschland, gerade im Bereich Innovation und Transformation". Und die öffentliche Hand suche weiter dringend nach Akademikern.
Chemikerin Müller gehört zu denen, die schließlich im öffentlichen Dienst fündig wurden. Ursprünglich hatte sie sehr konkrete - und andere - Vorstellungen: "Ich wollte in die Industrie und dort in die Bereiche Nachhaltigkeit, Grüne Chemie oder Umweltberichterstattung." Neben der Karriere sei ihr eine sinnstiftende Tätigkeit wichtig: "Wenn ich jeden Tag acht Stunden meines Lebens damit verbringe, möchte ich die Welt ein kleines Stück verbessern." Als zweite Option "hätte ich mir auch gut vorstellen können, als Laborleiterin einzusteigen".
Der Wunschlaufbahn bei einem großen Konzern schien 2023 nichts im Weg zu stehen, als Müller noch Doktorandin war. Die deutsche Chemieindustrie spielte in der globalen Spitze mit, und Müller hatte im Studium viele Kontakte aufgebaut.
Von ihnen erfuhr sie dann allerdings aus erster Hand, wie drastisch sich die Lage seit dem russischen Überfall auf die Ukraine und dem Ende des billigen Gases verschlechtert hat. Der Umsatz der Branche ist seit 2022 von 203 Milliarden Euro um mehr als ein Fünftel auf 159 Milliarden Euro geschrumpft. Die Schwergewichte kündigten massiven Stellenabbau an, Bayer, BASF, Covestro.
Es traf Müller nicht unvorbereitet, dass selbst für Talente wie sie keine Ausnahme gemacht wird. Wehgetan habe es trotzdem, sagt sie. Sie änderte ihre Bewerbungsstrategie und nahm als aktives Parteimitglied auch politischere Stellen in den Blick: "Darunter war dann auch die, die ich letztendlich bekommen habe." Seit dem 1. Januar arbeitet sie bei einem sogenannten Projektträger in Jülich, der im Auftrag des Forschungsministeriums zu EU-Förderprogrammen berät und diese umsetzt.
"Ich bin total happy über diesen Job", sagt Müller, er sei sicher und sinnstiftend. Nach sechs Jahren Fernbeziehung wohne sie endlich gemeinsam mit ihrem Freund in Köln. Selbst ihr Einstiegsgehalt liege im ursprünglich angepeilten Bereich.
Foto: Christian Protte / DER SPIEGEL
Auch Nils Windmöller hat erfahren, was es bedeutet, wenn eine Vorzeigeindustrie in die Krise stürzt. Als er im Jahr 2016 sein Maschinenbaustudium an der Technischen Universität Braunschweig begann, riss die Welt den deutschen Herstellern ihre Produkte förmlich aus den Händen. Noch Ende 2022 schien es, als wäre der Mangel an qualifiziertem Personal eine der größten Gefahren für die Branche: 47 Prozent der Unternehmen im Maschinenbau gaben damals an, dass ihr Geschäft durch fehlende Fachkräfte behindert werde.
Als Windmöller im Herbst 2024 den Masterabschluss in der Tasche hatte, klagten nur noch 20 Prozent der Maschinenbauer über Fachkräftemangel. Inzwischen ist der Anteil auf 16 Prozent gesunken.
Seit Jahren verliert der deutsche Maschinenbau Anteile auf dem Weltmarkt, allein 2025 sank die Produktion um geschätzt 5 Prozent, die Belegschaften schrumpften um 2,4 Prozent. Noch immer beschäftigt die Branche rund eine Million Menschen, doch der Hunger nach Nachwuchskräften ist abgeflaut.
Lange machte sich der 29-Jährige wenig Sorgen um seine berufliche Zukunft. Im Studium hatte sich Windmöller auf optische Messtechnik spezialisiert, arbeitete als Werkstudent bei einem Braunschweiger Optikkonzern, war an mehreren Patenten maßgeblich beteiligt. Er wurde geschätzt, und er wäre gern geblieben, in Braunschweig und im Unternehmen. "Im Frühjahr 2024, mitten in meiner Masterarbeit, kam auf einmal die Nachricht aus der Konzernzentrale: Einstellungsstopp."
Von Oktober 2024 bis Juni 2025 schrieb Windmöller 60 Bewerbungen, auch an Fahrradhersteller und Faserverbundproduzenten, reiste zu Industriemessen in Hannover, Leipzig und Frankfurt, um sich persönlich vorzustellen. Zu sieben Bewerbungsgesprächen wurde er eingeladen, siebenmal erhielt jemand anderes den Job. Neun Monate lang lebte er von Bürgergeld, langsam gingen seine Reserven zur Neige. "Doch nach der letzten Absage meldete sich die Firma und meinte, ich passe gut auf eine andere Stelle. Ob ich noch Interesse hätte." Hatte er.
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"Wenn Sie mich vor einem Jahr gefragt hätten, wo ich am liebsten landen möchte - ich hätte Ihnen exakt diesen Arbeitsplatz beschrieben", sagt Windmöller: bei Miltenyi Biotech, mehr als 4700 Beschäftigte weltweit, Hauptsitz in Bergisch Gladbach. Windmöller arbeitet am Standort Bielefeld, wo komplexe Fluoreszenzmikroskope zur Analyse von Zellstrukturen entwickelt und produziert werden: "Das ist wirklich coole Technik." Er fühle sich wohl in der Stadt, alte Freunde wohnten ebenfalls dort, und mit dem Gehalt sei er sehr zufrieden. "Ich habe richtig Glück gehabt", sagt er. Im Nachhinein habe er das der Krise zu verdanken, weil sie ihn gezwungen habe, über den Tellerrand zu blicken.
Doch es kann auch ganz anders kommen. In der Krise entsteht auf dem Arbeitsmarkt ein Verdrängungswettbewerb, bei dem top qualifizierte Bewerber wie Müller und Windmöller Stellen ergattern, die noch vor Kurzem Absolventen mit niedrigerer Qualifikation bekommen hätten. Die drohen nun auf der Verliererseite zu landen, und das auf Dauer.
Foto: Nora Klein / DER SPIEGEL
So wie Lukas Bühner. Der 26-Jährige aus Rotenburg an der Fulda ist ebenfalls Maschinenbau-Ingenieur - und seit seinem Abschluss im Februar 2025 arbeitslos. Das kann daran liegen, dass er keinen Master in der Tasche hat, sondern einen Bachelor.
Bühner hatte eine Ausbildung zum Werkzeugmechaniker absolviert. Sein Arbeitgeber, ein Automobilteilzulieferer, bot ihm anschließend ein duales Studium für Maschinenbau an. Danach werde man ihn übernehmen, versprach die Geschäftsführung. Das war, bevor die Autobranche in die enormen Schwierigkeiten geriet, in denen sie heute noch steckt - und mit ihr Bühners Arbeitgeber. Über acht Jahre hinweg habe das Unternehmen rund eine Viertelmillion Euro in seine Ausbildung investiert, schätzt Bühner. Am Ende wurde er nicht übernommen. Kurz danach war die Firma pleite.
130 Bewerbungen hat Bühner bislang geschrieben, anfangs suchte er im Umkreis von einer Stunde Fahrtzeit, inzwischen in ganz Deutschland. Auch das mögliche Berufsfeld hat er ausgeweitet.
"Als Ingenieur bekommst du immer einen Job", hätten Dozenten an der Akademie gepredigt. "Das Problem ist, dass man jungen Ingenieuren wie mir jahrelang falsche Versprechen gemacht hat", sagt Bühner bitter. Nur wenige Arbeitgeber würden derzeit Berufseinsteiger einstellen, die sie einarbeiten müssten. Oft sei ihm in Bewerbungsgesprächen die nötige Erfahrung abgesprochen worden. So hätten es auch viele seiner Freunde erlebt, die als Ingenieure auf Arbeitssuche waren.
"Doch ich habe eine Ausbildung, ein Studium und acht Jahre Berufserfahrung. Ich bin einer der Facharbeiter, von denen Wirtschaftsexperten in Talkshows sagen, sie würden fehlen", sagt Bühner.
Wie es weitergeht? Bühner wird am 7. Februar aus der Arbeitslosenversicherung ins Bürgergeld rutschen. "Eine Idee wäre es, in die Rüstungsindustrie zu gehen - da sucht man nach Menschen wie mir", sagt er. Oder er könnte versuchen, mithilfe von Bafög oder einem Stipendium noch einen Masterabschluss draufzusetzen - in der Hoffnung, dass sich die Industrie in zwei Jahren etwas erholt hat.
Immerhin, die Chancen darauf stehen nicht schlecht. Manches deutet darauf hin, dass die Talsohle auf dem Arbeitsmarkt in diesem Winter überschritten wird. Alle Wirtschaftsforschungsinstitute erwarten für 2026 eine Trendwende. Die Wirtschaftsleistung könnte endlich wieder merklich wachsen, wenn auch nur schwach um rund ein Prozent. Parallel soll den Prognosen zufolge im Jahresverlauf mit zunehmendem Tempo die Arbeitslosigkeit fallen - und 2027 dann umso deutlicher absinken.
Auch BA-Vorstand Terzenbach spricht von "begründetem Optimismus". Bereits seit einigen Monaten stiegen die Auftragseingänge der Industrie an. Zuletzt verzeichneten auch die Autohersteller deutlich mehr Bestellungen für ihre neuen E-Modelle als geplant. In manchen Werken werden zusätzliche Schichten gefahren.
Insbesondere für Berufseinsteiger sollte sich die Situation spürbar entspannen, sagt Terzenbach: "Wenn die Arbeitslosigkeit im Allgemeinen sinkt, sinkt sie bei den Jungen besonders stark."
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Von Christian Teevs
Doch auch wenn die konjunkturelle Misere zu Ende gehen sollte, seien die strukturellen Probleme noch lange nicht gelöst, warnt Enzo Weber vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung: "Wir stecken in einer Erneuerungskrise."
Eine erfolgreiche Transformation, so Weber, zeichne sich dadurch aus, dass Jobs in alten Bereichen wegfielen, aber in neuen Bereichen welche entstünden. Bislang sei in der Industrie aber nur der Wegfall zu beobachten: "Die Unternehmen schaffen zu wenige neue Jobs."
Das ändere sich erst, wenn Politik und Unternehmen die Weichen entschieden auf das Neue stellten, anstatt das Alte vergebens bewahren zu wollen. "Für eine industrielle Transformation ist kaum ein Land so gut aufgestellt wie Deutschland", sagt Weber, unter anderem wegen der hohen Qualität der Ausbildung, die Fachkräfte befähige, neue Technologien zu entwickeln.
Das Bild von der mittelalterlichen Burg, mit dem Terzenbach den Arbeitsmarkt beschreibt, wäre dann eine fatale Metapher. Fest gemauert, alt und starr.
Das Bild von der mittelalterlichen Burg, mit dem Terzenbach den Arbeitsmarkt beschreibt, wäre dann eine fatale Metapher. Fest gemauert, alt und starr.