OAZ
01.06.2026, 17:38 Uhr 2 Min
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Der Chemnitzer Textilmaschinenbauer STC Spinnzwirn GmbH hat beim Amtsgericht Chemnitz die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Joachim Voigt-Salus von der Kanzlei Voigt Salus bestellt, wie aus einer Mitteilung des Unternehmens hervorgeht. Mit der förmlichen Eröffnung des Verfahrens wird zum 1. August gerechnet.
Der Geschäftsbetrieb des international tätigen Unternehmens werde während des vorläufigen Verfahrens uneingeschränkt fortgeführt, hieß es. Die Löhne und Gehälter der rund 140 Beschäftigten, darunter sechs Auszubildende, seien über das Insolvenzgeld der Agentur für Arbeit für die Monate Mai, Juni und Juli gesichert.
Als Ursachen für die wirtschaftliche Schieflage nannte das Unternehmen schwache Auftragseingänge, geopolitische Unsicherheiten sowie eine anhaltende Investitionszurückhaltung wegen gestiegener Rohstoffkosten in wichtigen Absatzmärkten wie dem arabischen Raum. Diese Entwicklungen hätten zu deutlichen Rückgängen bei Umsatz und Ergebnis geführt. Außergerichtliche Maßnahmen hätten den zunehmenden Liquiditätsdruck nicht ausreichend abfedern können. Während der Corona-Pandemie habe das Unternehmen noch eine hohe Nachfrage verzeichnet, in den vergangenen Jahren habe sich das Marktumfeld jedoch erheblich eingetrübt.
"Der Kern des Unternehmens ist gesund. Daher bin ich zuversichtlich, dass sich für STC Spinnzwirn eine tragfähige Perspektive ausarbeiten lässt", erklärte Voigt-Salus. Ziel sei eine langfristige Lösung - entweder über eine Sanierung innerhalb der bestehenden Struktur oder über eine übertragende Sanierung. International soll nach Investoren gesucht werden.
Geschäftsführer Nico Dürrschmidt teilte mit, laufende Kundenaufträge würden weiter bearbeitet. Ein geplantes Erweiterungsvorhaben am Firmensitz an der Zwickauer Straße in Chemnitz werde vorerst zurückgestellt.
STC Spinnzwirn produziert nach eigenen Angaben Hochgeschwindigkeitswickler und Kunststoffextrusionsanlagen. Die Maschinen werden unter anderem zur Herstellung von Kunstrasen und Teppichträgergewebe eingesetzt und weltweit geliefert. Das Unternehmen hat seinen Ursprung im Jahr 1866.