11.07.2026, 16:33 Uhr 3 Min
© Kay Nietfeld/dpa
In einer geheimen Fabrik in Süddeutschland entstehen laut einem Bericht der New York Times (NYT) tausende KI-gesteuerte Kampfdrohnen, die bereits in der Ukraine eingesetzt werden. Produziert werden sie vom Münchner Rüstungs-Start-up Helsing, das inzwischen als wertvollstes KI-Rüstungsunternehmen Europas gilt.
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Die Zeitung erhielt nach eigenen Angaben als erstes US-Medium Zugang zu der streng gesicherten Produktionsstätte. Ihren genauen Standort hält Helsing geheim. Selbst andere Unternehmen auf dem Gelände sollen nach Angaben der NYT nicht wissen, was dort hergestellt wird. Im Ernstfall könne die Fabrik innerhalb eines Tages abgebaut und an einen anderen Ort verlegt werden.
Das wichtigste Produkt ist die Angriffsdrohne HX-2. Sie wiegt rund zwölf Kilogramm, kostet nach Unternehmensangaben etwa 17.500 Euro und ist mit künstlicher Intelligenz ausgestattet. Nach Angaben von Helsing wurden bereits tausende dieser Drohnen an die Ukraine geliefert und dort im Kampfeinsatz genutzt.
Nach Angaben des Unternehmens können die Drohnen auch dann weiter operieren, wenn GPS- oder Kommunikationssysteme durch elektronische Störsender beeinträchtigt werden. Nach Angaben des Unternehmens liegt die Erfolgsquote der Einsätze bei rund 70 Prozent.
Bemerkenswert ist auch, wer die Drohnen baut. Viele der rund 100 Beschäftigten verloren zuvor ihren Arbeitsplatz bei deutschen Autoherstellern. Die Mitarbeiter würden umfangreich überprüft und müssten strenge Verschwiegenheitserklärungen unterschreiben.
Gegründet wurde Helsing erst 2021 mit Unterstützung der Venture-Capital-Gesellschaft des Spotify-Gründers Daniel Ek. Zum Führungsteam gehören ehemalige Manager und Spezialisten von Unternehmen wie Palantir, Tesla, Apple und Meta.
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Der Bericht beschreibt einen grundlegenden Wandel der Rüstungsindustrie. Statt ausschließlich teurer Kampfjets oder Panzer rücken zunehmend vergleichsweise günstige, KI-gesteuerte und unbemannte Systeme in den Mittelpunkt.
Auch Deutschland setzt inzwischen verstärkt auf diese Technologie. Der Bundestag genehmigte in dieser Woche einen Auftrag über 220 Millionen Euro an Helsing zur Entwicklung weiterer KI-Systeme für die Bundeswehr. Ein Teil der künftig produzierten Systeme ist für die deutsche Brigade in Litauen vorgesehen, die dort an der Nato-Ostflanke stationiert wird.
Helsing arbeitet darüber hinaus an einem unbemannten Kampfflugzeug mit dem Namen CA-1 Europa, das nach Unternehmensangaben ab 2029 einsatzbereit sein soll. Ziel sei es, deutlich günstigere und in großer Stückzahl verfügbare Kampfsysteme zu entwickeln als klassische bemannte Kampfjets.