30.08.2026 - 15:12 Uhr
Foto: Getty Images/Onoky
Mit 35,6 Cent pro Kilowattstunde liegt die Bundesrepublik bei der Energie aus der Steckdose an der unrühmlichen Spitze. Dahinter folgen Italien (34,5 Cent) und Großbritannien (32,4 Cent). Zum Vergleich: Der Durchschnitt aller G20-Länder liegt bei gerade einmal 16,3 Cent. Das ist nicht einmal die Hälfte des deutschen Strompreises.
Besonders deutlich wird der Abstand zu wichtigen Konkurrenzländern: In Frankreich kostet die Kilowattstunde nur 23,3 Cent, in den USA 18,3 Cent, in Kanada 10,6 Cent. Noch günstiger ist Strom in China (6,7 Cent), in der Türkei (6,6 Cent), in Indien (6,3 Cent) und in Saudi-Arabien (4,6 Cent). Heißt: Haushalte in Deutschland zahlen mehr als das Fünffache dessen, was Verbraucher in China oder Indien bezahlen.
Nach Angaben von Verivox steckt der Grund vor allem im deutschen Abgaben-Dschungel. Mehr als 60 Prozent des Strompreises entfallen inzwischen auf Steuern, Umlagen, Abgaben und Netzentgelte. Für die eigentliche Stromerzeugung bleibt dagegen nur ein vergleichsweise kleiner Anteil übrig. Verivox-Energieexperte Thorsten Storck sagt: Die Stromproduktion selbst mache lediglich etwa ein Drittel des Haushaltsstrompreises aus.
Wirtschaftsverbände fordern seit Jahren Entlastungen. Ihr Wunsch: Die Stromsteuer soll sowohl für Unternehmen als auch für private Haushalte gesenkt werden. Der Hintergrund: Gerade energieintensive Betriebe klagen über Wettbewerbsnachteile gegenüber Unternehmen in Ländern mit deutlich günstigeren Strompreisen.
Millionen Haushalte spüren den Preis-Schock jeden Monat auf der Stromrechnung. Während viele andere G20-Staaten deutlich günstigere Energie bieten, bleibt Deutschland im internationalen Vergleich Spitzenreiter, wenn es um die Stromrechnung geht.