30.05.2026 - 08:53 Uhr
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Darum geht es: Im Verteidigungsministerium (BMVg), in der Abteilung Politik, sind aktuell vier Dienstposten unbesetzt. Es geht um A-14/A-15-Stellen (künftiges Grundgehalt: 6.777 bis 8.826 Euro). In einem extra eingerichteten Bewerberverfahren castet seit mehreren Wochen eine extra eingerichtete Kommission mit fünf BMVg-Mitarbeitern 813 Politologen.
Verantwortlich für das Auswahlverfahren: Julian Zado (42), bis 2022 Vize-SPD-Chef in Berlin, heute Unterabteilungsleiter für Personalangelegenheiten. Sein Politologen-Casting sorgt im Ministerium und bei der CDU für Verwunderung. Verteidigungsexperte Andreas Mattfeldt (56) bohrte nach, was die Aktion soll. Antwort des Ministeriums: "Es sollen rund 20 Einstellungsempfehlungen vergeben werden." Im Klartext: Das Pistorius-Haus legt sich einen Politologen-Vorrat an, für die schnelle Besetzung von aktuellen und künftigen Stellen.
Mattfeldt kritisiert in BILD: "Im Verteidigungsministerium mangelt es ganz gewiss nicht an Politologen. Die Bundeswehr braucht händeringend Waffentechniker, IT-Spezialisten, Ingenieure, Kaufleute und Juristen, die Rüstungsverträge verhandeln können. Mit Politologen werden wir nicht kriegstüchtig. Da setzt das Haus von Boris Pistorius die falschen Prioritäten."
Ein BMVg-Sprecher begründet den Politologen-Pool gegenüber BILD damit, dass das Ministerium so "eine große Zahl hochqualifizierter Bewerber", auch erfahrene Politikwissenschaftler aus anderen Ministerien, ansprechen konnte.
Umso verwunderlicher, dass eine Politologen-Stelle im Operativen Führungskommando der Bundeswehr in Berlin gerade ganz anders besetzt wurde. Auf den Posten kommt ein enger Mitarbeiter von SPD-Fraktionschef Matthias Miersch (57). Er startet gleich mit einem A-14-Gehalt, obwohl der Einstieg in den höheren Beamtendienst eigentlich mit A-13 vergütet wird. Das Personalamt der Bundeswehr begründet im Beurteilungsschreiben (liegt BILD vor) seine Einstellung zu A-14-Konditionen mit einem Bewerbermangel.
Ein Offizier aus dem Verteidigungsministerium zu BILD: "Die Personalpolitik unter Minister Pistorius sorgt für immer mehr Unruhe und Unzufriedenheit."