Mittwoch, 17.06.2026, 09:43
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Die ukrainische Armee kämpft mit Personalmangel.
Dem Bericht zufolge verfolgt der ukrainische Verteidigungsminister das Ziel, künftig 30 bis 50 Prozent der Aufgaben von Sturmtruppen und Infanterie durch ausländische Freiwillige abdecken zu lassen. Um dieses Ziel zu erreichen, müsste die Ukraine ihre Rekrutierung massiv ausweiten. Nach ukrainischen Angaben werden derzeit monatlich rund 600 ausländische Freiwillige neu in den Dienst aufgenommen.
Neue Soldaten sollen vor allem mit Geld gewonnen werden. Ein Frontinfanterist soll im Schnitt fast 6000 Euro im Monat erhalten, berichtet "Helsingin Sanomat". Hinzu kommen Prämien. Genannt werden etwa 1900 Euro für die Gefangennahme eines russischen Soldaten und 290 Euro für das Töten in einem Feuergefecht.
Zum Vergleich liegt das durchschnittliche Monatseinkommen in der Ukraine nur bei rund 720 Euro. Wie groß die Rolle ausländischer Freiwilliger bereits ist, zeigt eine Studie, über die die ukrainische Nachrichtenagentur Ukrinform berichtet. Demnach dienen derzeit oder dienten seit Kriegsbeginn rund 20.000 Ausländer in den ukrainischen Streitkräften. Das entspricht etwa zwei Prozent der gesamten Truppenstärke.
Der Bericht nennt gleichzeitig erhebliche Probleme. Dazu zählen fehlende Informationen, komplizierte Verfahren, ein unklarer Rechtsstatus, Sprachbarrieren und Benachteiligung. Diese Hürden könnten eine deutlich breitere Rekrutierung aus dem Ausland erschweren.
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Dennoch setzt die Ukraine zugleich Russland mit Angriffen weit hinter der Frontlinie zunehmend unter Druck. Nach ukrainischen Angaben zerstörten die Angriffe auf einer Strecke 50 russische Militärfahrzeuge. Außerdem mussten die Besatzungsbehörden Straßen sperren und den Verkehr einschränken.
Auf der Krim kommt es laut dem Bericht teils sogar zu Treibstoffmangel für Zivilisten. Besonders stark betroffen ist demnach der Verkehr auf der Küstenautobahn am Asowschen Meer. Der Kommandeur der ukrainischen Drohnentruppe sagte, der russische Frachtverkehr auf dieser Route sei binnen zwei Wochen auf weniger als ein Drittel gesunken.
Die Folgen zeigen sich laut der Zeitung auch an der Front. Russlands Vormarsch habe sich deutlich verlangsamt. Die ukrainische Beobachtergruppe Deepstate erklärte, Russland habe im Verlauf eines Monats bis Ende Mai nur 14 zusätzliche Quadratkilometer unter Kontrolle gebracht.
Ganz zum Stillstand gekommen ist der russische Vormarsch jedoch nicht. In der ostukrainischen Region Donezk gerät besonders die Stadt Kostjantyniwka unter Druck. Vor dem Krieg war sie ein wichtiges logistisches Zentrum für die Ukraine. Nun sind russische Truppen laut dem Bericht an vielen Stellen im Stadtgebiet präsent.