Neue Zahlen für 2025: Flüchtlinge kosteten den Bund 25 Milliarden Euro

Dennis Dreher

20.05.2026 - 12:21 Uhr

Berlin - Mit dem Versprechen einer großen Migrationswende war Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) vor gut einem Jahr ins Amt gestartet. Deutschlands Grenzen sollten gesichert und unerlaubte Einreisen gestoppt werden. Das Zwischenfazit fällt gemischt aus: Im ersten Quartal 2026 gingen die Asylanträge hierzulande zwar drastisch zurück - um satte 23 Prozent gegenüber dem 1. Quartal 2025. Allerdings schob die Bundesregierung im gleichen Zeitraum auch weniger ab als unter Ex-Kanzler Olaf Scholz (67, SPD).

Erstaufnahmeunterkunft in Neustadt im hessischen Landkreis Marburg-Biedenkopf (Symbolfoto)
Foto: picture alliance/epd-bild

Immerhin: Eine Trendwende macht sich bei den Ausgaben für Flüchtlinge bemerkbar. 2025 ließ sich der Bund die Versorgung und Unterbringung von Asylbewerbern 24,8 Milliarden Euro kosten - das ist ein Rückgang von 3,2 Milliarden Euro im Vergleich zu 2024 und geht aus einer Kabinettsvorlage von Finanzminister Lars Klingbeil (48, SPD) hervor, die BILD vorliegt. Hintergrund ist ein Gesetz aus dem Jahr 2015, als die Flüchtlingszahlen auf einem Höhepunkt waren. Seither ist die Bundesregierung verpflichtet, die jährlichen Ausgaben "im Kontext Flucht und Migration" aufzulisten. Ein Bericht, den Länder und Kommunen genau beobachten.

DENN: Die meisten Kosten für Flüchtlinge werden zunächst von den Ländern und Kommunen getragen. Diese können das Geld anschließend vom Bund zurückfordern. Dabei betonen Länder und Kommunen jedoch, dass die tatsächlichen Ausgaben höher liegen als die Kompensation durch den Bund, etwa für Integrationskurse, Gesundheit oder Kosten in der Jugend- und Sozialarbeit. Der Bund verweist auf "eine Vielzahl an Unterstützungsleistungen an die Länder und Kommunen" in anderen Bereichen, etwa im Rahmen des "Sondervermögens Infrastruktur".

Weniger Asylanträge durch Syrer

Insgesamt beantragten im vergangenen Jahr 168.543 Menschen in Deutschland Asyl. Afghanen stellten die mit Abstand größte Gruppe. Gegenüber 2024 sind die Gesamtanträge um 33 Prozent gesunken, was sich jetzt auch in den niedrigeren Bundesausgaben spiegelt. Diese hatten 2023 mit 29,6 Milliarden Euro noch einen Höchstwert erreicht.

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Zum Vergleich: Zwischen 2016 und 2020 lagen sie im Schnitt bei 22 Milliarden Euro, 2025 nun bei den genannten 24,8 Milliarden Euro - also deutlich über dem Mittel. Vor allem aus Syrien hat der Migrationsdruck seit dem Ende des Bürgerkriegs nachgelassen. Syrische Staatsangehörige hatten zuvor jahrelang die größte Gruppe an Asylbewerbern ausgemacht.


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