Die Polizei registriert beunruhigende Fälle in Berlin und Potsdam. Nichtdeutsche Tatverdächtige bei Raub und Körperverletzung sind überproportional vertreten.
Die Brutalität nimmt zu: 80.541 Rohheitsdelikte wie etwa Raub und Körperverletzung zählte die Polizei im vergangenen Jahr in Berlin. Zum Vergleich: "Nur" 60.287 Rohheitsdelikte waren es zehn Jahre zuvor, im Jahr 2015. Vokabeln wie "Gruppenvergewaltigung" waren meist unbekannt. Auch Gruppenangriffe auf einzelne Personen waren offensichtlich nicht so verbreitet wie heute.
Seit der Grenzöffnung und dem damit einhergehenden massiven Zustrom von jungen Männern aus meist arabischen Ländern wie Syrien und Irak sowie aus Afghanistan steigt in den Polizeistatistiken der Bundesländer der Anteil der "nichtdeutschen" Tatverdächtigen bei den Rohheitsdelikten.
Bei Raub etwa lag der Anteil im vergangenen Jahr bei 55 Prozent, bei Körperverletzung bei 44,1 Prozent und bei Straftaten wie Bedrohung und Nötigung bei 39,4 Prozent. In der Bevölkerung hat sich der Ausländeranteil in Berlin im Vergleich zum Vorjahr um 0,6 Prozentpunkte auf 22,5 Prozent erhöht.
Überfallen und zusammengeschlagen
Experten weisen darauf hin, dass die nichtdeutsche Bevölkerung im Schnitt jünger und häufiger männlich ist. Das sind die Gruppen, die bei Gewaltdelikten generell überrepräsentiert sind. In diesem Sinne äußerte sich im April 2025 auch der damalige Bremer Innensenator Ulrich Mäurer (SPD). Als Vorsitzender der Innenministerkonferenz sagte er bei der Vorstellung der bundesweiten Kriminalstatistik: "Hätten wir in den letzten Jahren vorwiegend Frauen mit Kindern aufgenommen, hätten wir nicht dieses Thema."
Und so werden in letzter Zeit in Berlin und Brandenburg immer mehr Fälle bekannt, in denen Personen von meist migrantischen Jugendgangs überfallen und brutal zusammengeschlagen werden:
24. Januar, Kreuzberg: Vier Männer, laut Polizei syrische Staatsangehörige, greifen in einem Supermarkt an der Skalitzer Straße einen 29-jährigen Kurden mit Faustschlägen an, nachdem er bestätigt hat, Kurde zu sein. Er kommt ins Krankenhaus.
25. April, Schöneberg: Unbekannte greifen nachts zwei schwule Männer im sogenannten Regenbogenkiez an.
26. September, Nauener Vorstadt im Norden von Potsdam: Etwa 20 Jugendliche versuchen, auf einem Villengrundstück eine Party zu stürmen. Einigen gelingt es, auf das Grundstück zu gelangen. Ein 17-Jähriger stiehlt den Autoschlüssel und startet den Mercedes des Besitzers. Die Polizei nimmt drei Jugendliche im Alter von 15 und 17 Jahren fest.
27. September, Kohlhasenbrück: In dem Ortsteil von Wannsee, direkt an der Stadtgrenze, überfällt eine Jugendgruppe drei Potsdamer Gymnasiasten. Ein 19-Jähriger wird mit dem Kopf gegen ein Auto geschlagen und muss auf die Intensivstation. Die Gruppe von 15 bis 20 Jugendlichen flüchtet zunächst unerkannt.
28. Oktober, Potsdam-Schlaatz: Eine mehr als zehnköpfige Personengruppe umringt zwei 19-Jährige und einen 21-Jährigen. Die Täter schlagen und treten auf die drei ein. Ein 19-Jähriger kommt ins Krankenhaus.
Überwiegend migrantisch geprägte Jugendgruppen
Schon Monate zuvor hatten sich in und um Potsdam Meldungen über Raub- und Gewaltdelikte gehäuft. Die Polizei richtete deshalb die Ermittlungsgruppe "Iuventus" ein. Die Ermittler sprechen nicht von einer einzelnen Bande, sondern von verschiedenen, meist aus Potsdam stammenden, "überwiegend migrantisch" geprägten Jugendgruppen. Innenminister Jan Redmann (CDU) kündigte im Landtag hartes Durchgreifen an und drohte mit Abschiebungen, sollten Täter aus Syrien kommen.
14. Oktober, Frankfurt (Oder): Vor der Heinrich-von-Kleist-Oberschule schlagen mehrere Jugendliche einen Schüler zusammen. Videos der Tat kursieren in sozialen Medien. Darauf ist zu sehen, wie die Täter dem Opfer gegen den Kopf treten, selbst als es schon am Boden liegt. Geteilt wird das Video unter anderem von dem arabisch-palästinensischen Psychologen und Autor Ahmad Mansour. Zur Wahrheit gehöre auch, dass ein Teil dieser Gewalt migrantisch geprägt ist, schreibt er auf X. "Das muss man benennen dürfen, ohne alle Migranten unter Generalverdacht zu stellen."
Inzwischen hat die Polizei zehn Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 13 und 15 Jahren als Tatverdächtige ermittelt. Sie besitzen die deutsche, polnische, russische oder syrische Staatsangehörigkeit.
In Berlin definiert man als Jugendgruppengewalt Straftaten, die als gemeinschaftliche Handlung von mindestens zwei Tatverdächtigen im Alter von 8 bis unter 21 Jahren oder von einem Einzeltäter, der eine Gruppe als Machtinstrument einsetzt, begangen werden. Sie umfasst vor allem Raub, Körperverletzung und Sachbeschädigung.
Seit einem Tiefpunkt im Corona-Jahr 2021, in dem die Berliner Polizei 1.507 Gewalttaten durch Jugendgruppen zählte, stieg die Zahl von Jahr zu Jahr auf 2.410 Fälle im Jahr 2024. Für das vergangene Jahr liegen noch keine offiziellen Zahlen vor. Allerdings geht man bei der Polizei nicht von einem Rückgang aus.
Der Anteil der nichtdeutschen Tatverdächtigen erhöhte sich und lag bei den Körperverletzungen im vergangenen Jahr bei 44,1 Prozent.