Litauen: Ukraine macht russische Störungen für Drohnenvorfall verantwortlich

Sarah Kohler
Redakteurin am Newsdesk

DIE ZEIT, Reuters, sko
Aktualisiert am 18. Oktober 2026, 16:19 Uhr

Russische Kriegsführung könnte für einen Drohnenvorfall in Litauen verantwortlich gewesen sein, schreibt die ukrainische Regierung. Man wolle die Umstände aufklären.

Heorhij Tychyj hat russische Kriegsführung für einen Vorfall in Litauen verantwortlich gemacht.
© TARASOV/imago images

Die ukrainische Regierung hat russische Störmaßnahmen für eine Verletzung des litauischen Luftraums durch Drohnen verantwortlich gemacht. Man bedauere den Vorfall, der sich am Sonntagmorgen im litauischen Luftraum ereignet habe, schrieb der Sprecher des Außenministeriums, Heorhij Tychyj, auf X. Dieser sei möglicherweise durch russische elektronische Kriegsführung verursacht worden, die Drohnen während eines Einsatzes gegen legitime militärische Ziele in Russland abgelenkt habe.

Man entschuldige sich für alle Störungen, Risiken und die Besorgnis, die dies verursacht haben könnte, schrieb Tychyj. Die Ukraine werde alle relevanten Informationen mit ihren litauischen Partnern teilen, um die genauen Umstände aufzuklären.

Litauens Regierung hatte zuvor seine Streitkräfte wegen eines möglichen Drohnenflugs in Alarmbereitschaft versetzt. Der litauische Verteidigungsminister Robertas Kaunas sagte, bei dem Objekt habe es sich wahrscheinlich um eine aus dem benachbarten Polen eingedrungene Drohne gehandelt. Bewohner im Zentrum und Norden des Landes wurden aufgerufen, für etwa eine Stunde Schutzräume aufzusuchen. Der Flughafen der Stadt Kaunas wurde geschlossen, Nato-Kampfflugzeuge stiegen auf. Später wurden in der ?Nähe des Dorfes Juodzionys mögliche Trümmerteile gefunden. Einige davon hätten ein ziviles Fahrzeug getroffen, sagte Kaunas.

Auch die polnische Armee teilte mit, eine mögliche Verletzung des eigenen Luftraums durch ein nicht identifiziertes Objekt zu prüfen. In den vergangenen Monaten waren wiederholt ukrainische Drohnen in den Nato-Luftraum in der Region eingedrungen, weshalb die Sorge vor einem möglichen russischen Angriff dort steigt.


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