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14.05.2026 - 17:03 Uhr
"Das ist keine leichte, aber die richtige Entscheidung in dieser Situation", sagte Evika Silina auf einer Pressekonferenz in der Hauptstadt Riga. Auslöser der politischen Krise in dem baltischen EU-Land war zunächst der Rücktritt von Verteidigungsminister Andris Spruds (54). Der Politiker der linksgerichteten Progressiven-Partei hatte sein Amt am Sonntag nach den jüngsten Vorfällen im lettischen Luftraum niederlegen müssen.
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Die Flugobjekte stürzten in Rezekne auf ein Öllager. Die Tanks waren leer, es gab weder Verletzte oder Tote noch größere Schäden. Bereits zuvor hatte es zwei Drohnenvorfälle gegeben. Verteidigungsminister Spruds stand deshalb in der Kritik - und wurde von Silina verantwortlich gemacht, die Abwehrsysteme gegen Drohnen nicht schnell genug eingesetzt zu haben.
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Die Regierungschefin wollte den Posten des Verteidigungsministers nun mit dem Militäroberst Raivis Melnis besetzen - und nicht mehr mit einem Vertreter ihres Koalitionspartners. Aus Protest kündigten die Progressiven die Regierungskoalition auf, die damit die Mehrheit im Parlament verlor. Dort kündigte die Opposition ein Misstrauensvotum an - dem kam Silina nun mit ihrem Rücktritt zuvor.
In Lettland führt der Rücktritt des Regierungschefs gemäß Verfassung automatisch auch zu dem des gesamten Ministerkabinetts. Bis zur Bestätigung einer neuen Regierung bleibt die alte aber weiter geschäftsführend im Amt. Silina hatte im September 2023 die Regierung übernommen - als zweite Regierungschefin in der Geschichte Lettlands.