15.06.2026, 20:15 Uhr 4 Min
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In einer veröffentlichten Mitteilung der US-Geheimdienstkoordinatorin heißt es, die Auswertung interner Unterlagen habe "langjährige" US-Finanzierungen entsprechender Einrichtungen in mehr als 30 Ländern ergeben. Besonders brisant sei dabei der Hinweis auf die Ukraine, die sich wegen des Krieges in einer "verwundbaren Lage" befinde. "Diese Biolabore umfassen Labore in der Ukraine, die aufgrund des andauernden Russland-Ukraine-Krieges möglicherweise dem Risiko einer Kompromittierung ausgesetzt sind", steht in dem Dokument.
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Weiter heißt es mit Bezug auf frühere Einschätzungen der US-Geheimdienste: "Die Intelligence Community hatte zuvor gewarnt, dass ein von den USA finanziertes Biolabor in der Ukraine wahrscheinlich gefährliche Krankheitserreger beherbergte und weiterhin anfällig für russische Angriffe, Beschlagnahmung oder Zerstörung ist."
Die Veröffentlichung erfolgte nur kurz vor dem angekündigten Ausscheiden Gabbards aus dem Amt. Offiziell blieb zunächst unklar, warum die Dokumente gerade jetzt freigegeben wurden. Ebenso unklar ist, ob sie tatsächlich neue Erkenntnisse enthalten oder bereits bekannte Informationen neu bündeln.
Tatsächlich sind amerikanische Programme zur Unterstützung biologischer Forschungseinrichtungen in der Ukraine seit Jahren bekannt. So laufen Projekte beispielsweise unter anderem im Rahmen des Cooperative Threat Reduction Program, das ursprünglich nach dem Ende der Sowjetunion geschaffen wurde, um gefährliche Altbestände biologischer und chemischer Forschung zu sichern.
Demnach wurden nach dem Zerfall der UdSSR zahlreiche Labore, die zuvor Teil sowjetischer Forschungsstrukturen waren, modernisiert oder in internationale Sicherheitsprogramme eingebunden. Ziel sei es gewesen, so betonen US-Behörden seit Jahren, die Ausbreitung gefährlicher Krankheitserreger zu verhindern und die öffentliche Gesundheitsinfrastruktur zu stärken. Die US-Regierung erklärte in früheren Stellungnahmen wiederholt, so zum Beispiel unter Trump-Vorgänger Joe Biden, es handle sich nicht um militärische Forschung. Vielmehr gehe es um Epidemiologie, Diagnostik und Biosicherheit.
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Die ukrainische Regierung reagierte prompt auf die neuen Vorwürfe aus Washington und wies diese erneut zurück. Das Außenministerium in Kiew erklärte, alle Kooperationen mit den USA im Bereich der Biolaboratorien seien rein zivil ausgerichtet gewesen. "Die Zusammenarbeit zwischen der Ukraine und den Vereinigten Staaten im Bereich der biologischen Sicherheit diente ausschließlich der Stärkung des öffentlichen Gesundheitswesens, der epidemiologischen Überwachung, der Labordiagnostik sowie der Biosicherheit", heißt es in einer Stellungnahme.
"Es handelt sich um reguläre zivile Aktivitäten, die internationalen Standards entsprechen und keinerlei Verbindung zu militärischen Programmen haben", so das Ministerium. Zudem verweist Kiew darauf, dass die Ukraine alle Verpflichtungen aus der Biowaffenkonvention (BWC) einhalte und keinerlei biologische Waffen entwickle oder besitze.
Bereits seit Beginn des Ukraine-Krieges kursieren in russischen Medien und offiziellen Stellungnahmen Behauptungen über angebliche US-Biowaffenprogramme in der Ukraine. Westliche Regierungen haben diese Darstellungen wiederholt zurückgewiesen. Das US-Außenministerium, noch unter Präsident Joe Biden, warf dem Kreml im Sommer 2023 vor, "gezielte Desinformation über biologische Waffen" zu verbreiten, um den Krieg zu rechtfertigen und internationale Unterstützung für die Ukraine zu untergraben.
Dass die Labore existieren, bestreitet inzwischen niemand mehr. Strittig ist vielmehr, was dort geschieht und welche politische und militärische Bedeutung ihnen zukommt. Mit Gabbards Veröffentlichung hat diese Debatte neuen Zündstoff erhalten und dürfte damit noch lange nicht beendet sein.