Gratis-Unterkunft gestrichen: Wer Heimat-Urlaub machen kann, ist nicht obdachlos!

Richterin stoppt Abzock-Familie aus Rumänien

Hildburg Bruns

19.08.2026 - 04:01 Uhr

Berlin-Neukölln - Erst Urlaub zu Hause in Rumänien, danach kostenlos in einer Berliner Notunterkunft wohnen? Nicht mit Hannes Rehfeldt (40, CDU)! Er ist der erste Sozialstadtrat, der einer Familie im Berliner Bezirk Neukölln die Unterkunft verweigert hat. Es ist ein unglaublicher Fall aus der Hauptstadt, der wieder einmal zeigt, wie einfach unsere Sozialsysteme von Abzockern ausgenutzt werden können.

Im Haus Kopernikus (Friedrichshain) hatte das Sozialamt Neukölln zunächst eine Unterkunft für die rumänische Familie gestellt. Zahlen musste dafür das Jobcenter rund 180 Euro am Tag
Foto: Peter Müller/BILD

Der Heimbetreiber war schon länger nicht gut auf die Familie zu sprechen: Sie trank und rauchte auf dem Zimmer, bekam Fremde zu Besuch. Verstoß gegen die Hausordnung, Abmahnung! Mitte Juli meldeten sich die Eltern mit ihren zwei fast erwachsenen Kindern in den Urlaub ab - obwohl klar war: Sind sie länger weg, ist eine Rückkehr in die Notunterkunft nicht garantiert. Nach zehn Tagen trudelten die Rumänen wieder ein, pochten auf eine erneute Unterbringung. Stadtrat Rehfeldt lehnte die Forderung knallhart ab: "Wer Urlaub in seinem Heimatland macht, kann dort auch dauerhaft leben und muss nicht in Deutschland Sozialleistungen und Unterkunft bezahlt bekommen."

Sozialstadtrat Hannes Rehfeldt (40, CDU) vor dem Rathaus Neukölln
Foto: David Heerde

Rumänen zogen vor Gericht

Die Eltern wollten das nicht auf sich sitzen lassen, stellten einen Eilantrag beim Verwaltungsgericht Berlin. Dort sollte entschieden werden, ob die Notunterkunft im Stadtteil Friedrichshain die Familie vorläufig doch wieder unterbringen muss. Doch auch hier kassierten die Rumänen eine Schlappe! Es mangele "an der erforderlichen Unfreiwilligkeit der geltend gemachten Obdachlosigkeit", befand die Richterin. Heißt: Die Familie hätte ihre Obdachlosigkeit vermeiden können.

Unterkunft für 5400 Euro im Monat

Die Notunterkunft (180 Euro/Tag) war dabei längst nicht die einzige staatliche Unterstützung für die Familie. Die Eltern dürfen sich als EU-Bürger innerhalb der EU frei bewegen und in Deutschland leben und arbeiten. Zum Lohn können aufstockend Sozialleistungen in Anspruch genommen werden - das taten die Rumänen. Das Jobcenter erkannte 1700 Euro Bedarf an. Nach Abzug des Kindergeldes kassierte die Familie 1012 Euro im Monat. Für die Unterkunft fielen zusätzlich rund 45 Euro pro Person und Tag an - machte im Monat 5400 Euro!


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