22.09.2026 - 15:22 Uhr
Foto: Instagram
Foto: Instagram
Doch der Instagram-Post eines Sohnes von Issa Remmo wirft ein anderes Licht auf die Sache. Denn er zeigt eine angebliche Chat-Nachricht, in der Neuköllns Linken-Bundestagsabgeordneter Ferat Koçak (47) im Februar an den Remmo-Sohn schreibt: "Grüße mit Respekt zurück an deinen Vater."
Dann postet Koçak eine Rede von sich, in der er über "Clans" spricht. Dazu schreibt er dem Clan-Spross: "Bruder hilf mir mal das hier zu verbreitern. Sagt allen euren Leuten, die sollen das teilen bitte." Der Sohn antwortet: "Gerne Bruder" - und bekommt ein Herz dafür. Dann schreibt er zu diesem Chat: "Wir sind ein Teil von etwas Großem." Und: "Wir sind Sieger. Wir sind Macher. Wir sind ein Team. Und gemeinsam schaffen wir Dinge, die alleine niemals möglich wären."
Ob der Chat authentisch ist, ist unklar. Eine entsprechende BILD-Anfrage ließ das Bundestagsbüro von Ferat Koçak zunächst unbeantwortet.
Foto: Til Biermann
Inzwischen meldete sich Koçak selbst zu Wort - und behauptet, nicht gewusst zu haben, wem er da schreibt. Beim Nachrichtendienst X schrieb er: "Die Berichte über Chatverläufe zwischen mir und Firas Remmo haben die Öffentlichkeit verunsichert. Zu Recht: Kontakte von Mandatsträgern zu Personen, die der organisierten Kriminalität zugerechnet werden, sind durch nichts zu rechtfertigen". Dann folgte seine Erklärung: Immer wieder rufe er Menschen dazu auf, sich an politischen Aktionen zu beteiligen. "Im Zuge dessen hat sich auch Herr Remmo gemeldet. Ich kommuniziere jede Woche über meine Kanäle in den sozialen Medien mit Hunderten von Menschen aus Neukölln, und ich habe mit ihm geschrieben, wie mit jedem anderen Neuköllner auch, und seinen Vater mit Höflichkeit zurückgegrüßt". Er habe "keine Kenntnis" davon gehabt, um wen es sich handelte. Koçak bat zudem um Entschuldigung und kündigte an, den Vorfall mit seinem Team aufzuarbeiten.
Er wolle sich jetzt erstmal zurückziehen, schreibt Koçak weiter - als Bundestagsabgeordneter. "Wer macht eigentlich die Arbeit?", fragt dazu Alt-Linke Petra Pau (63) auf X.
Nach dem Wahlsieg schreibt der Remmo-Sohn an Koçak: "Gratuliere Bruder Herz mehr als verdient auf eine schönes Neukölln mit viel Zusammenhalt u. Liebe für die Mitmenschen."
Foto: Instagram
Foto: Instagram
Koçak selbst geriet am Wahlabend noch wegen eines anderen Vorfalls in die Kritik. Er hatte sich auf der Wahlparty der Linken mit Ibrahim Ibrahim, einem pro-palästinensischen Aktivisten, fotografieren lassen. Dieser wird vom Verein Democ, der sich gegen Antisemitismus und Extremismus engagiert, der Palästinenserorganisation PFLP zugeordnet, die auf der Terrorismusliste der Europäischen Union steht.
Clan-Boss Issa Remmo feiert Wahlsieg der Berliner Linken und lobt deren Kurs zur Polizei.
Auf Instagram schrieb Koçak dazu: "Die Wahlparty in Neukölln war öffentlich zugänglich und grundsätzlich für alle offen. Wenn Menschen auf unseren Wahlpartys auf mich zukommen und ein Foto von mir machen möchten, gehe ich zunächst davon aus, dass das in Ordnung ist." Er distanziere sich ausdrücklich von "gewalt- oder terrorverherrlichenden Aussagen der genannten Person".
Issa Remmo wurde bisher nicht wegen Straftaten verurteilt. Zahlreiche andere Mitglieder seiner Familie schon.