Der Fall Maja T. ÖRR - weit jenseits der politischen Mitte

Von Ulf Poschardt
Herausgeber WELT, "Politico", "Business Insider"

Veröffentlicht am 05.02.2026 Lesedauer: 3 Minuten

Die Kritik am öffentlich-rechtlichen Rundfunk reißt nicht ab - und das aus guten Gründen. Man nehme nur die aktuelle Berichterstattung über Maja T. und die Verbrechen der sogenannten Hammerbande.

WELT-Herausgeber Ulf Poschardt
Quelle: Marlene Gawrisch/WELT

Man stelle sich vor, eine Wehrsportgruppe hätte in Spanien linksextreme Aktivisten mit Hämmern so brutal traktiert, dass deren Köpfe hätten zusammengenäht werden müssen. Man stelle sich weiter vor, sie wären dafür in einem Spanien mit linker Regierung verurteilt worden - und der einzige Politiker, der dazu in der "Tagesschau" zu Wort käme, wäre ein Mitglied der AfD, das zusätzlich darauf hinweist, es gebe wohl politische Gründe für diesen Prozess. Sehr richtig: Das ist in Deutschland vollkommen undenkbar. Glücklicherweise.

Wenn es jedoch um Simeon Maja T. geht, einen Linksterroristen oder eine Linksterroristin (je nachdem, wie sich die Person gerade definiert), dann übernehmen Teile der Medien eine Form der Geschichtsschreibung, die angesichts der Verbrechen der sogenannten Hammerbande bemerkenswert ist. In einer Version der "Tagesschau" heißt es beispielsweise, die heute verurteilte "non-binäre deutsche Person" sei nicht etwa linksradikal oder linksextrem, wie unbedarfte Bürger denken könnten, sondern lediglich der "linken Szene" zuzuordnen. In einem Artikel der "Tagesschau" werden Taten und Opfer nur in Spurenelementen erwähnt. Stattdessen kommen vor allem Vater und Anwalt des Täters zu Wort. Gleichzeitig richtet sich der Fokus maßgeblich darauf, Zweifel am ungarischen Rechtsstaat zu betonen. "Zeit" und "Stern" nennen Maja T. eine "deutsche Aktivistin" - so wie Marla-Svenja Liebich?

Gericht in Budapest verurteilt Maja T. zu acht Jahren Haft

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk ist bis heute nicht reformiert worden. Wer einmal das Pech hat, eine Woche lang viel Auto fahren zu müssen und beim Radiohören auf den ÖRR angewiesen zu sein, kann daran verzweifeln: eine Aneinanderreihung opportunistischer Schlagworte, immer wieder versehen mit den gleichen grün-rot-roten Pointen. Das Ganze wirkt wie ein Alptraum, bei dem man wochenlang in einem Evangelischen Kirchentag eingesperrt ist, während an den Türen non-binäre, linksradikale Antifaschisten und bürgerliche Funktionäre gleichermaßen verhindern, dass jemand diesen Umerziehungsraum verlässt.

Jeder, der den öffentlich-rechtlichen Rundfunk nicht kritisiert, hat ihn offenbar lange nicht mehr genutzt - oder er hat sich im Zweifel längst weit jenseits der politischen Mitte positioniert. Die Kritik am ÖRR reißt jedenfalls nicht ab - und das aus guten Gründen. Häufig sind es bürgerliche Politiker wie etwa Julia Klöckner, die die aus ihrer Sicht gravierende Unausgewogenheit des Programms anprangern. Die jahrelange Zurückhaltung und Feigheit bürgerlicher Parteien haben diesen Wildwuchs linker und linksradikaler Positionen erst möglich gemacht.

Mit diesen Fotos fahndeten die ungarischen Behörden nach den deutschen Linksextremisten.

Wenn die "Tagesschau" eine derart weit links angesiedelte Sichtweise übernimmt, wirkt das zugleich als Ermutigung für die angepassten Volontär*innen (sic!) beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk oder für die karriereorientierte Redakteurin, genau diese Sichtweise auf allen Sendern weiterzutragen - beim RBB, NDR, WDR, bei Arte, Phoenix, 3sat und vielen anderen.

Es wirkt zunehmend hoffnungslos. Und wenn sich bürgerliche Kräfte fragen, wie sich dieses Land realpolitisch wieder stärker an Persönlichkeiten wie Ludwig Erhard, Helmut Schmidt, Helmut Kohl oder auch Gerhard Schröder orientieren könnte, dann wird das nur mit einer grundlegend neu geordneten Medienlandschaft möglich sein. Die zentrale Weltanschauungssteuerung und Informationsgrundlage in der Bundesrepublik enthält zu viel Desinformation.

Wer wissen will, wie die Opfer der Hammerbande und anderer Antifa-Gruppierungen aussehen: Im Internet sind Bilder zu finden, die ihre zertrümmerten Gesichter zeigen.


Quelle: