Abrechnung mit der Regierung "Politiker an die Front!": Thema Kriegsdienstverweigerung wühlt unsere Leser auf

Göran Schattauer, Chefreporter Focus online

Sonntag, 12.10.2025, 08:36

Ein FOCUS-online-Artikel zur steigenden Zahl der Kriegsdienstverweigerer hat eine hitzige Debatte ausgelöst. Viele Leser beklagen, dass Nationalstolz und Patriotismus in Deutschland mittlerweile verpönt seien. Das räche sich nun bitter.

Wochit

Der FOCUS-online-Artikel "Antragsflut bei Bundeswehr: Tausende Deutsche verweigern Kriegsdienst" hat viele Leser bewegt und eine leidenschaftliche, zum Teil kontroverse Debatte ausgelöst. Der Beitrag thematisiert die drastisch zunehmende Zahl von Menschen, die den Dienst an der Waffe aus Gewissensgründen verweigern.

Neueste Daten der Bundeswehr zeigen, dass die Zahl der Kriegsdienstverweigerer in diesem Jahr auf den höchsten Wert seit 14 Jahren zusteuert. Bis Ende August 2025 gingen schon 3257 Anträge ein, fast 10 Prozent mehr als im gesamten Jahr 2024. Im Vergleich zu 2022, als der Ukrainekrieg begann und auch in Deutschland die Angst vor bewaffneten Konflikten wuchs, hat sich die Zahl der Kriegsdienstverweigerer mehr als verdreifacht!

1500 Kommentare: Hitzige Debatte um Kriegsdienstverweigerung und Verteidigung Deutschlands

In den mehr als 1500 Kommentaren zeichnen sich zwei große Strömungen ab. Während viele Leser das Recht auf Kriegsdienstverweigerung begrüßen, werfen andere Teilen der Jugend und Gesellschaft mangelnde Wehrbereitschaft oder Egoismus vor. Auch Fragen zu Patriotismus, Wertewandel und gesellschaftlicher Verantwortung bestimmen die Diskussion.

Insgesamt zeugt die Leserdebatte von einem Klima, das von einem fundamentalen Misstrauen gegenüber der politischen Führung sowie von tiefen Rissen zwischen Pflichtgefühl und Ablehnung autoritärer Vorgaben geprägt ist.

Sehr viele FOCUS-online-Leser äußern Verständnis für Kriegsdienstverweigerer. Sie sehen Krieg als reine Sache der Politik und lehnen den Dienst an der Waffe aus persönlichen oder politischen Gründen ab. Hier einige Stimmen:

Fahne mit Taube als Friedenssymbol, Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) im Kreis deutscher Soldaten
dpa

Viele Leser beklagen fehlenden Nationalstolz und Patriotismus

Viele Leser beklagen fehlenden Nationalstolz und Patriotismus in Deutschland. Sie sehen in dem von der Politik im Laufe der Jahre herbeigeführten Zustand eine entscheidende Ursache für mangelnde Verteidigungsbereitschaft. Hier einige Stimmen:

"Wieso für dieses Land kämpfen?" Kritik an Regierungspolitik

Eine Vielzahl der Kommentatoren äußert ein ausgeprägtes Misstrauen gegenüber der herrschenden Politik. Die Leser werfen den Regierenden fehlende Legitimation, mangelnde Vorbildfunktion und Inkompetenz in Verteidigungsfragen vor. Auch die Institution Bundeswehr und deren Zustand wird heftig kritisiert. Hier einige Stimmen:

"Wenn ein Land bzw. die Politiker seine Bürger so verachtet und gegen ihren Willen Politik betreibt, wieso sollten sie es mit ihrem Leben verteidigen?"

"Jämmerliche Weicheier": Leser kritisieren verwöhnte Kuschel-Jugend

Nicht wenige Leser kritisieren die heutige Jugend als verweichlicht und verantwortungslos. Sie werfen jungen Menschen mangelndes Pflichtbewusstsein vor, gerade in der Frage, was man für sein Land im Ernstfall tuen kann. Hier einige Stimmen:

"Ein Volk von Egoisten": Deutscher Wohlstand sollte verteidigt werden

Etliche Leser fordern eine Verteidigungspflicht in Deutschland und bezeichnen Kriegsdienstverweigerer als undankbar oder egoistisch. Sie betonen die gesellschaftliche Verantwortung und geißeln Verweigerung des Kriegsdienstes als Zeichen eines verantwortungslosen Egoismus. Hier einige Stimmen:

Spöttische Kommentare zum Kriegsdienst: "Wenn Pistolerus ruft..."

Nicht wenige Kommentare enthalten ironische, sarkastische und humorvolle Gedanken. Die Spannweite reicht von Spott über politische Initiativen bis zu düsteren Zukunftsszenarien der Wehrhaftigkeit. Hier einige Stimmen:


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